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Goch
Kolping-Karneval ehrt Walter Hermsen

Goch: Kolping-Karneval ehrt Walter Hermsen
Frank Goossens, Ehrenmitglied Walter Hermsen und Jens Weller (von links). FOTO: Klaus-DIETER STADE
Goch. In diesem Jahr zeichnet das Kolping Karneval Komitee Goch (KKK) einen ganz besonderen Jubilar aus: Walter Hermsen ist seit 60 Jahren dabei. Das Ehrenmitglied stand schon im Alter von 18 Jahren für den Verein in der Bütt. Von Natalja Bruck

Mehrere dicke Fotoalben voller Bilder und Zeitungsberichte von Auftritten und Sitzungen hat Walter Hermsen (78) zusammengetragen. In ihnen sind die Zeugnisse von über 40 Jahren auf den karnevalistischen Bühnen des Niederrheins.

Angefangen hat alles vor 60 Jahren. "Ich bin mit 18 Jahren Mitglied beim Kolping Karneval geworden, und gleich im ersten Jahr in die Bütt gegangen", erzählt KKK-Ehrenmitglied Hermsen. Erst mit 18 Jahren, weil man bei Kolping damals erst in diesem Alter oder mit Gesellenbrief aufgenommen wurde. Seine komödiantische Karriere begann jedoch schon in seiner Kindheit.

"Ich bin das jüngste von fünf Geschwistern und war schon immer derjenige von uns, der am Ende einen flotten Spruch parat hatte", erinnert sich Walter Hermsen. Als Jugendlicher nahm ihn Ur-Karnevalist Ernst Bohne unter seine Fittiche und nahm ihn mit auf seine ersten Auftritte. "Das waren oft Bauernhochzeiten, wo ein bisschen Programm gemacht wurde", weiß Hermsen zu berichten. Zwiegespräche waren das dann, oftmals mit Ernst Bohne als Pastor und ihm selbst als Messdiener. Bei dem Gedanken an die frühen Auftritte muss Walter Hermsen heute noch schmunzeln: "Immer ernst bleiben konnte ich da nicht."

Nach dem erfolgreichen Einstieg 1956 konnte Hermsen ab 1959 seine große Leidenschaft, die Musik, auch im Karneval voll ausleben. Nachdem ein Mitglied des damaligen "Kolping Trios" ausgestiegen war, nahmen die verbliebenden Mitglieder Walter Hermsen als Sänger mit an Bord.

Im Laufe der Zeit wurde aus einem Trio ein Sextett und auch die technische und musikalische Ausstattung wurde der Zeit angepasst. Walter Hermsen blieb der Gruppe als Leadsänger immer erhalten - und achtete darauf, dass der Gesang weiter im Mittelpunkt stand. "Wir haben immer zwei - oder dreistimmig gesungen, das war mir wichtig", erklärt der passionierte Sänger. Das Kolping Trio und spätere Kolping Sextett war viel auf den niederrheinischen Karnevalsbühnen unterwegs. Bis zu 40 Auftritte absolvierte die Gruppe während der Session - bei allem Spaß wurde es da auch mal stressig. "Wir hatten einmal sogar vier Auftritte an einem Abend, mussten von Kessel über Pfalzdorf nach Emmerich und zuletzt nach Goch", sagt Hermsen und schmunzelt. "Wir hatten nur eine halben Stunde, um von Emmerich nach Goch zu kommen, da musste ich die Burschen schon mal etwas antreiben, dass die ihr Bier austrinken." Seit Mitte der 1990er Jahre war das Kolping Sextett und heutige K6 auch immer wieder bei Auftritten im Landtag in Düsseldorf dabei, auf Mitinitiative von Walter Hermsen. "Eine tolle Erfahrung", erinnert sich Hermsen gerne.

Auch nachdem er sich im voll besetzten Kastell 1999 von der Bühne und dem Kolping Sextett verabschiedete hatte, blieb Walter Hermsen dem Gocher Karneval treu und ist seitdem im Festkomitee Gocher Karneval (RZK) aktiv. "Da mache ich viele handwerkliche Sachen, Bühnenbau oder auch mal einen Boden verlegen", erzählt er. Mit regelmäßigem Sport und wöchentlichen Chorproben hält der Jubilar sich zudem fit.

Seine Leidenschaft für den Karneval hat er in all den Jahren nie verloren. Und so ist für ihn auch vollkommen klar, dass er am Samstag bei der Kappensitzung des KKK im Kastell dabei sein wird. "Da gehe ich hin, so lange ich laufen kann", ist Walter Hermsen sich sicher.

Quelle: RP
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