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Goch
Kolpingfamilie fast trotzig: Jetzt erst recht

Goch: Kolpingfamilie fast trotzig: Jetzt erst recht
Josef Vermeegen ist optimistisch, dass Branko Delic das Kolpinghaus neu beleben kann. "Test" am 4. September beim Kolping-Fest. FOTO: Gottfried Evers
Goch. Mit einem Fest für alle Bürger will die Gocher Kolpingsfamilie eine hoffentlich bessere Zukunft einläuten. Ein neuer Pächter für das Restaurant ist gefunden, nun steht die Wiedereröffnung bevor. Am 4. September wird gefeiert. Von Anja Settnik

Das Banner quer über der Mühlenstraße ruft beinahe trotzig das Motto des Festes aus: "Jetzt erst recht!" Ausgedacht hatte sich Gochs Kolpingsfamilie ihr Hausfest allerdings zu einem Zeitpunkt, als die Zukunft des Gocher Traditionshauses noch ungewiss war. Das hat sich zum Glück geändert: In der Person von Branko Delic wurde ein neuer Pächter für das Gocher Kolpinghaus gefunden. Wenn alles klappt, soll das Restaurant schon in Kürze wiedereröffnen. Das Fest der Kolpingsfamilie am 4.September, bei dem sich Delic erst einmal nur um Getränke kümmern wird, soll signalisieren: Der Leerstand ist beendet, es geht weiter mit dem Haus der Vereine, der Familien und sonstiger Gäste.

Josef Vermeegen, der Vorsitzende der Gocher Kolpingsfamilie, hofft aus ganzem Herzen, dass es diesmal gut geht mit dem neuen Gastronom. "Es muss jetzt klappen, sonst haben wir wirklich ein Problem", sagt er. Der Verein "Kolpinghaus Goch e.V." ist der Eigentümer der Immobilie und kann das Haus nur über die Pachteinnahmen betreiben. Wenn die Pachtzahlung ausbliebt, wie es nach dem plötzlichen Ausstieg von Michael Hert im Februar der Fall war, fehlen die Einnahmen. In Eigenregie kann der Vereine das Restaurant nicht betreiben, keine Bewirtung bei Vereins- oder Familienfeiern bieten. Dazu braucht es einen Fachmann, der sich auskennt mit Küche, Theke und Gesellschaften.

In Düsseldorf, ganz nahe am Sitz der Bezirksregierung, hat Delic früher sein Restaurant betrieben. Eine gute Adresse war es, versichert der Kroate, mit vielen Gästen aus der umliegenden Ministerial-Bürokratie. Zuletzt hatte der Kroate aber kein eigenes Restaurant mehr und meldete sich auf die Anzeige der Kolpingsfamilie. Mehrere Interessenten hätten sich das Haus angesehen, aber nur mit Delic wurde man sich einig. Er will, wie es auch früher geregelt war, "vorne" das Restaurant und die Theke betreiben, "Meisterzimmer" und "Handwerkersaal" sind vor allem den Vereinen und Familienfeiern vorbehalten. "Wenn viele Gäste kommen, kann das Restaurant aber natürlich auch mal um das ,Meisterzimmer' hinter der Schiebetür erweitert werden", erklärt Vermeegen. Ob es so kommt wird natürlich von der Küche des neuen Pächters abhängen, die er mit "international-mediterran" umschreibt. Auch regional und saisonal soll sie sein, verschiedenes Fleisch und Fisch anbieten. Mehrere Biersorten vom Fass werden vorgehalten. Öffnen will Delic ab 17 Uhr; Feiern oder Frühstücke können verabredet werden. Gut gefällt dem Wirt, dass in Goch (und gleich neben dem Kolpinghaus) ab 18 Uhr kostenlos geparkt werden kann.

Der Verein "Kolpinghaus Goch" stellt dem Pächter das Haus komplett möbliert und ausgestattet zur Verfügung. Derzeit werden noch ein paar Kleinigkeiten an der Küche gerichtet, dann ist das Kolpinghaus reif für die "Bewährungsprobe" am Sonntag, 4. September. Die Kolpingsfamilie möchte möglichst vielen Gochern zeigen, dass ihr Vereins-Zuhause eine Zukunft hat. "Alle Abteilungen werden sich an dem Tag präsentieren: die Frauen, die Kolping-Jugend, die Senioren, die Mundartgruppe, der Chor, die Vertrauensleute, der Freizeitclub, die Karnevalsabteilung. Vorher feiern wir ab 9.30 Uhr eine Messe in der Maria-Magdalena-Kirche", berichtet der Vorsitzende. Insbesondere der Kolpingchor sei froh, demnächst wieder im angestammten Proberaum üben zu können.

Quelle: RP
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