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Goch
Kunstwerke aus Gocher Selbstporträts

Goch: Kunstwerke aus Gocher Selbstporträts
Michael Strogies mit drei Models, die es vom Selfie zum Drawnie, wie der Künstler seine Arbeiten nennt, geschafft haben. FOTO: GOTTFRIED EVERS
Goch. Michael Strogies macht aus Selfies großformatige Zeichnungen. Vor zwei Jahren startete der Krefelder Künstler das Projekt, dank Druck_Dat und den Stadtwerken sorgt "Faces of Goch" derzeit im Internet für Furore. Von Michael Baers

Mit seinen ersten Arbeiten handelte sich Michael Strogies vor gut zwei Jahren noch einigen Ärger ein. "Von Begeisterung bis Rechtsanwaltsdrohungen war alles dabei", erinnert sich der Künstler aus Krefeld, der inzwischen aber ausschließlich ersteres erntet. "Die Resonanz ist überwältigend", sagt Strogies, dessen Internetseite bei facebook derzeit rund 1000 "Gefällt mir"-Angaben aufweisen kann und über eine wöchentliche Reichweite von bis zu 15 000 Nutzern verfügt. "Ich werde hier mit Selfies überhäuft", so Strogies.

Der Grund dafür lässt sich mit einem Blick auf www.facebook.de/facesofgoch oder einem Besuch bei Druck_Dat erklären. Denn im Ausstellungsraum des Unternehmens an der Klever Straße hängt derzeit eine Auswahl der großformatigen Bilder, in die Strogies die Selbstporträts der Gocher verwandelt hat. "Drawnies" nennt der Künstler seine Arbeiten, eine Mischung aus Selfie und Drawing, dem englischen Wort für Zeichnung. Mit ihnen möchte Strogies die Generation Internet, die sich "in der digitalen Welt einbuddelt", wieder in "den realen Raum" zurückholen.

Mit Erfolg: "Das ist genau der Punkt, an dem Kunst einsetzen kann", so Strogies. "Ich merke das täglich in meiner Arbeit. Die Leute sind völlig überrascht, warum sich jemand die Zeit nimmt, um sie zu zeichnen."

Mitverantwortlich dafür, dass die Gocher derzeit Woche für Woche in den Genuss kommen, dass ihr Selfie im Rahmen eines Online-Wettbewerbs gezeichnet wird, sind Stephan A. Vogelskamp von der Agentur Noah, Carlo Marks als Geschäftsführer der Stadtwerke und Frank Janßen von Druck_Dat. Vogelskamp war schon zum Start der "Faces..."-Aktion mit Strogies befreundet und von Anfang an von dem Konzept überzeugt. "Über Stephan kam der Kontakt zu Frank Janßen zustande, der die Realisierung der Arbeiten übernahm", so Strogies. Und die Gocher Stadtwerke, die ihren Sitz gleich neben Druck_Dat haben, unterstützen "Faces of Goch" ebenfalls.

Woche für Woche stellt Strogies eine Auswahl Selfies ins Netz, über die abgestimmt werden kann. Die zwei Fotos mit den meisten Stimmen werden dann nach Ablauf der Frist von Strogies künstlerisch weiter verarbeitet und am Ende bei einer großen Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Einen Termin hierfür gibt es zwar noch nicht, doch der Ausstellungsort steht schon fest. Denn da auch die Stadt Goch von dem Projekt, das letztlich natürlich auch eine Marketing-Maßnahme ist, begeistert ist, haben die Verantwortlichen beschlossen, die Abschluss-"pARTy" im Rathaus stattfinden zu lassen.

Bis es so weit ist, können noch Selfies eingereicht werden. Gut 70 wurden bereits erstellt. Wobei der Künstler einen Wunsch geäußert hat: "Viele haben im Kopf ,Oh Gott, darf ich das machen?'. Da könnte ich mir schon ab und an mehr Mut vorstellen", so Strogies.

Quelle: RP
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