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Goch-Pfalzdorf
LED-Tafel vor Grundschule soll die Autofahrer bremsen

Goch-Pfalzdorf: LED-Tafel vor Grundschule soll die Autofahrer bremsen
Wenn Autofahrer langsam fahren, haben Vin und Mia gut Lachen, und das Display am Laternenpfahl sagt "Danke". FOTO: Markus van Offern
Goch-Pfalzdorf. Die Verkehrswacht stellte der Stadt Goch ein "Dialogdisplay" bereit. Das bedankt sich sogar. Von Anja Settnik

Zu schnelles Fahren innerhalb geschlossener Ortschaften ist besonders gefährlich und wird, wenn die Polizei es bemerkt, auch entsprechend geahndet. Doch viel zu selten haben die Beamten die Möglichkeit, jemanden anzuhalten und damit vielleicht einem Unfall zuvor zu kommen. In Pfalzdorf wird jetzt auf andere Art und Weise versucht, auf Gefährder des Straßenverkehrs und insbesondere von kleinen Fußgängern einzuwirken: Vor der Grundschule hängt nun ein sogenanntes "Dialogdisplay" mit LED-Ausstattung an einer Straßenlaterne. Die Verkehrswacht des Kreises Kleve stellt es der Stadt Goch zur Verfügung, die es zunächst in Pfalzdorf, künftig vielleicht auch an anderen Orten einsetzt.

Ein kleines blondes Mädchen strahlt den Autofahrern von dem Schild entgegen. Unterhalb des Bildes blitzt in neongrün entweder der Begriff "Danke" oder in rot "Langsam" auf. Die Autofahrer sollen sich entsprechend in ihrem rücksichtsvollen Verhalten bestärkt oder - im anderen Fall - ermahnt fühlen. Zwar gibt es in Goch dreispurige Straßen wie hinter dem Kind auf dem Bild nicht. Aber das macht nichts, denn das Thema ist überall dasselbe: Wo schnelle Motorfahrzeuge unterwegs sind, leben schwächere Verkehrsteilnehmer gefährlich. Radfahrer, Fußgänger, erst recht Kinder, die Geschwindigkeit und Abstand noch nicht richtig einschätzen können, interessieren sich zudem für vieles andere als für das, was da gerade vor ihnen passiert. Da muss die andere Seite sensibilisiert werden - die erwachsenen Kraftfahrer nämlich.

Rektorin Ursula Niewerth, Bürgermeister Ulrich Knickrehm, Polizist Hartmut Heinen, Stephan Siebers, Falk Neutzer und Peter Baumgarten (v.l.).- FOTO: van Offern Markus

Vin (7) und Mia (6) dürfen ihre Zahnlücken den Fotografen entgegenstrecken. Rektorin Ursula Niewerth lässt die beiden Zweitklässler nicht aus den Augen, die neben den Erwachsenen unterhalb des Dialogdisplays stehen und auf zu schnell fahrende Autos warten. Weil der Bezirksbeamte Hartmut Heinen in Uniform vor Ort ist und dazu einige andere offiziell wirkende Menschen, reißen sich die Autofahrer in dieser halben Stunde am Riemen: Niemand fährt zu schnell. "Das ist normalerweise aber ganz anders", weiß die Schulleiterin. "Statt der erlaubten 30 Stundenkilometer fahren hier viele Leute 50 oder auch 60 km/h. Weil unser Schulgelände nicht eingezäunt ist, passiert es öfter, dass Kinder ihren abholenden Eltern entgegenrennen" - und dabei anderen Autos gefährlich nahe kommen. In Pfalzdorf ist es nicht anders als andernorts: Zu viele Mütter und Väter holen den Nachwuchs mit dem Auto ab. Da gibt es morgens und mittags einiges Gedrängel - gefährliches Gedrängel. Heinen, der an der Schulwegsicherung beteiligt ist, erlebt Tag für Tag Eltern, die nicht gerade langsam an der Schule vorüber fahren oder verkehrswidrig parken. Und sich gar nicht gerne kritisieren lassen. Falk Neutzer, Geschäftsführer der Verkehrswacht im Kreis Kleve, setzt auf die positive Motivation. Wenn Autofahrer ein freundliches "Danke" lesen, wirke das vielleicht besser als eine Rüge.

Das hofft auch Gochs Bürgermeister Ulrich Knickrehm. "Angemessene Geschwindigkeit ist gerade in der Nähe von Schulen und Kindergärten natürlich ganz wichtig. Das ist eine schöne Aktion der Verkehrswacht", sagt er und unterstütze das Projekt gerne. Die Kollegen vom Bauhof und vom Kommunalbetrieb sehen das ähnlich. Sie nahmen den Ortstermin im übrigen zum Anlass, um auch Nachfrage zu versichern, der blass gewordene Zebrastreifen vor der Schule werde zeitnah aufgefrischt. Der "Markierer" habe Pfalzdorf schon auf seiner Liste. Wenn es Herbst wird und morgens noch dunkel ist, sind (kleine) Fußgänger schließlich besonders gefährdet.

Quelle: RP
 
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