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Goch
Mädchen im Freibad sexuell belästigt

Goch: Mädchen im Freibad sexuell belästigt
Der Schwimmmeister Christoph Thyrock hat das Gelände im Blick. Sein Kollege informierte Donnerstag die Polizei. FOTO: Thomas Binn
Goch. Ein junger Mann soll drei 14-Jährige verfolgt und begrapscht haben. Ein Mädchen stand anschließend unter Schock. Die Polizei leitete ein Strafverfahren ein. Der mutmaßliche Täter ist ein 19-jähriger Flüchtling aus Syrien. Von Sebastian Latzel

Bei herrlichem Wetter war das Freibad in Kevelaer am Donnerstag proppevoll. 2000 Gäste kamen auf die Anlage, viele waren auch noch am späten Nachmittag im Bad, als ein Einsatz mit Polizei und Rettungswagen für viel Aufsehen rund um das Gelände an der Dondertstraße sorgte. Wie die Polizei gestern mitteilte, sind drei Mädchen in dem Bad von einem 19-Jährigen belästigt worden. Die 14-Jährigen aus Kevelaer berichteten, dass der junge Mann ihnen schon über einen längeren Zeitraum im Bad gefolgt sei. Egal wohin die Mädchen gingen, der Mann sei ihnen gefolgt. Sogar ins Wasser. Sie hätten sich regelrecht gestalkt gefühlt, so Polizeisprecher Michael Ermers.

Im Schwimmbecken sei der 19-Jährige dann zudringlich geworden, habe die Mädchen begrapscht und sie auch an den Po gefasst. Die suchten Hilfe beim Schwimmmeister, der sofort die Polizei alarmierte.

Die Beamten stellten die Personalien des Mannes fest: Es handelt sich um einen Syrer, der als Flüchtling nach Deutschland gekommen ist. Er erhielt ein so genanntes Platzverbot. Im Klartext bedeutet das, dass er sofort den Ort verlassen musste. Für eine Festnahme hätte der Tatbestand nicht gereicht. Es wurde allerdings ein Strafverfahren wegen sexueller Belästigung eingeleitet. Der Schwimmmeister erteilte dem Flüchtling auf unbegrenzte Zeit Hausverbot. Auch ein Rettungswagen war verständigt worden, weil ein Mädchen nach dem Vorfall sichtbar unter Schock stand. Es habe über Übelkeit geklagt und am ganzen Leib gezittert, als die Beamten eintrafen, berichtet der Polizeisprecher. Die 14-Jährige wurde wegen Kreislaufproblemen behandelt. "Sie hatte richtig Panik", sagte Michael Ermers. Er berichtete weiter, dass der junge Mann bereits im vergangenen Jahr unangenehm aufgefallen sei. Bereits da habe er die Mädchen belästigt, hätten die drei 14-Jährigen erzählt. Damals hatten sie allerdings die Polizei noch nicht benachrichtigt. Daher war das nicht aufgefallen, und der junge Mann hatte deshalb auch kein Hausverbot im Freibad bekommen.

Der Vorfall sei ein absoluter Einzelfall, so Schwimmmeister Helmut Langenberg, der die Polizei gerufen hatte. Auch mit Flüchtlingen habe es bislang noch nie Probleme gegeben. Viele von ihnen besuchen das Freibad. Und viele sind bekannt, weil sie im Winter Schwimmkurse im Hallenbad besuchen. Vom Sehen habe er auch den jungen Syrer gekannt, es habe bislang keine Klagen über ihn gegeben. Der Badebetrieb in Kevelaer lief während des Polizeieinsatzes weiter. Auch gestern war das Bad ganz normal geöffnet.

Im vergangenen Jahr war ein junges Mädchen aus Kevelaer auf dem Heimweg vom Freibad belästigt worden, später sah das Mädchen den Täter im Freibad wieder. "Damals handelte es sich bei dem jugendlichen Täter um einen 16-jährigen Israeli", so Polizeisprecher Michael Ermers.

Quelle: RP
 
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