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Goch
Märchenhafte Viller Mühle

Goch: Märchenhafte Viller Mühle
FOTO: Evers Gottfried
Goch. Puppenspieler und Märchenerzähler treffen sich am Sonntag, 4. September, bei Heinz Bömler an der Viller Mühle. Ein Schwächeln des Sommers wäre kein Problem, denn im Sacklager ist genug Platz für Akteure und Publikum. Von Anja Settnik

Die originalste der einzigartigen goldenen Kugeln des Froschkönigs, die (vermutlich) die Brüder Grimm einst Gochs wahnsinnigem Puppenspieler anvertraut haben, wird in einem Riesensandhaufen liegen, versichert Heinz Bömler. Der verdient, wie er freimütig einräumt, schon lange sein Geld mit "Lug und Betrug", deshalb ist nicht immer ganz eindeutig, wie es um den Wahrheitsgehalt der einen oder anderen Behauptung steht. Eines aber ist klar: Am kommenden Sonntag, 4. September, begrüßt Bömler an der Viller Mühle in Hommersum alle großen und kleinen Menschen, die Fantasie genug haben, sich auf Märchen und Geschichten einzulassen.

Neben dem Hausherrn, der Hänsel und Gretel vorstellen wird (und, Achtung erotisch, nur für Erwachsene "Hans im Glück" ankündigt), sind fünf auswärtige Märchenerzähler und ein weiterer Puppenspieler eingeladen. Von 11 bis 18 Uhr wollen sie insgesamt etwa 40 kurze Stücke präsentieren. Wenn sie in der richtigen Stimmung sind, singen vielleicht auch noch die Mitglieder eines Chors aus Brüggen ein besonderes Märchenlied.

Wer schon mal die Räume der Viller Mühle besichtigt hat (und das sollte man unbedingt haben), der weiß, dass es darin auch dauerhaft ein "Märchenhäuschen" gibt. Dort logieren Hase und Igel, König Drosselbart, Hänsel und Gretel mit der ollen Hexe, Dornröschen und viele andere Figuren als Pappkameraden, Glanzbilder, Scherenschnitte oder Kulissen. Und natürlich die originalste goldene Froschkönig-Kugel.

Der Wolf (kopfüber von der Decke hängend) und die sieben Geißlein aus Plüsch haben schon bessere Zeiten erlebt, aber was macht das schon, wenn sie statt im Märchenbuch plötzlich ganz echt im Gocher Outback leben. Sogar der gestiefelte Kater in ausgestopfter Form ist vertreten. Wer den Hinweis "Heute nicht stehlen" beherzigt, darf sie alle bestimmt am Sonntag kennenlernen.

Hauptsache es bleibt Zeit für die Vorführungen von Andreas Blaschke mit seinen Handpuppen - er spielt "Rumpelstilzchen". Christian Hälker, den mancher als Marketing-Mann der Volksbank kennt, zeigt, dass er auch als Zauberer einiges drauf hat. Kinder werden zu Mitmach-Aktionen eingeladen, sollen auf dem Gelände Gegenstände suchen, finden, malen, fotografieren, eben kreativ werden. Mit Glück lässt sich auch ein Biber sehen, der im Teich neben der Mühle lebt. "Vor Jahren haben die Niederländer einige der Tiere ausgewildert, und einer nagt auch bei mir die Bäume ab", erzählt Heinz Bömler. Damit das "Biberwatching" nicht langweilig wird, empfiehlt es sich, dabei Kaffee und Kuchen zu bestellen. Auch drinnen ist die Mühlen-Gastronomie geöffnet.

Neben dem großen Sacklager sind in das Programm auch einige der originellen Nebengebäude einbezogen. Ob Blechhalle oder Trafostation, Güterausgabe oder Bunkerempore - es gibt jede Menge zu entdecken. Nicht zuletzt vielleicht neue Erzähltechniken für die abendliche Zu-Bett-Bring-Zeremonie. Eine Malerin wird mit den Kindern nach dem Motto "Sterntaler" arbeiten, wer mag, kann auch in einem von Kaltblütern gezogenen historischen Planwagen eine Runde um die Viller Mühle fahren.

Die Eintrittskarten kosten 7,50 Euro für Erwachsene und 5,50 Euro für Kinder, Familien zahlen 20 Euro.

Quelle: RP
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