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Goch
Manege frei für den Zirkus Mirage

Goch: Manege frei für den Zirkus Mirage
Schlangenmädchen Celina, Kamel Cäsar, Mercedes de Vargas als Hula-Hoop-Artistin. Im Vordergrund Clown Charline. FOTO: EVERS
Goch. Zum ersten Mal gastiert der Zirkus Mirage in Goch. Vier Vorstellungen gibt es bis Sonntag. Zum Programm gehört ein elfjähriger Balance-Künstler, der im vergangenen Jahr in der Fernsehsendung "Superkids" zu sehen war. Von Antje Thimm

Der elfjährige Diego balanciert eine 14 Meter lange Leiter auf seinem Kinn. Das konnte man im letzten Jahr in der TV-Talentshow "Superkids" sehen und ab heute auch in Goch auf dem Friedensplatz. Denn dort gastiert bis zum Sonntag der Zirkus Mirage. Ein buntes Programm aus Akrobatik, Show und Unterhaltung für Jung und Alt präsentiert die zwölfköpfige Zirkusfamilie aus Aurich.

Mercedes und Celina Dewagas aus Spanien sind Künstlerinnen mit dem Hula-Hoop Reifen, Celina wird zusätzlich mit Schlangenakrobatik das Publikum begeistern. Eine ganz moderne Hula-Hoop-Nummer zeigt der 17-jährige Timmy aus Dülmen. Angelina Lauenburger, die zusammen mit ihren Geschwistern und ihrem Ehemann vor fünf Jahren den Zirkus gründete, erzählt, sie hätten Timmy bei einer Vorstellung in Dülmen kennengelernt, seitdem gehöre er zur Familie.

"Familie" heiße beim Zirkus nicht nur Verwandtschaft, die Dazugehörigkeit und die gemeinsame Leidenschaft für die Show in der Manege seien entscheidend. Das Ensemble setzt sich aus vielen Nationen zusammen. Ali Barakat zum Beispiel, Zirkusdirektor und Ehemann von Angelina Lauenburger, kommt aus dem Libanon. Feuerschlucken ist seine Spezialität. Ebenfalls aus dem Libanon stammt Laetitia. Sie ist Akrobatin an der sieben Meter hohen Ring-Pirsch, einem kreisrunden Trapez. Dort werden auch die "Römischen Tücher" für die atemberaubende Nummer der 19-jährigen Kimberly befestigt sein.

Die akrobatischen Darbietungen hoch oben in der Zirkuskuppel werden alle ohne Sicherungen sein, wie Angelina Lauenburger betont. "Das kennen wir nicht anders", sagt sie gelassen, die selbst Artistin am Vertikalseil war. Ihr Vater war Hochseil-Akrobat, ihre Familie kann die Zugehörigkeit zur Zirkuswelt fünf Generationen zurückverfolgen. "Man muss es mit Leidenschaft und mit Herzblut tun, sonst geht es nicht", sagt sie.

Ihr Sohn Diego, der mit seiner Kinnbalance bereits bei den Superkids 2016 war, habe mit sechs Jahren angefangen mit verschiedenen Gegenständen zu balancieren und Handstände zu üben. Sein Schwager Jeffry Renz vom Traditionszirkus Renz habe ihn dazu angeregt. "Diego ist wirklich schon ein Vollblutakrobat", sagt die Mutter stolz. Auf seinem Kinn balanciert er neben der Leiter auch Stühle und Tische. In der Clown-Nummer "Charly und Beppo" ist er der Charly, wird mit einer Mülltonne seinen Kumpel Beppo ärgern und coole Sprüche auf Lager haben. "Viele kleine Kinder haben noch Angst vor einem Clown, aber wenn der Clown ein Kind ist, sind sie gleich begeistert und lachen viel", beschreibt "Miss Angelina", wie sich die Direktorin in der Manege nennt, den Auftritt.

Diego und seine Schwester besuchen übrigens eine mobile Schule, die überall dorthin kommt, wo sie gerade gastieren. Die "Nordrheinwestfälische Zirkusschule" wird vom Schulministerium gefördert und unterrichtet die reisenden Kinder und Jugendlichen. "Ich selbst musste früher noch jede Woche in eine andere Schule gehen, heute ist das besser", so Lauenburger.

Zum traditionellen Zirkusprogramm gehören auch Tiere. Esel, Lamas, ein kleiner Streichelzoo, Ponys und das Steppenkamel "Cesar" können in der Pause besichtigt werden und haben mit einer Ponydressur auch einen Platz im Programm. "Cesar" ist gutmütig und lässt kleine Besucher auch zwischen seinen Höckern sitzen. In Goch gastiert Circus Mirage zum ersten Mal. "Wir sind hier sehr zuvorkommend empfangen worden", berichtet Angelina Lauenburger. Während sie in anderen Städten häufig hohe Gebühren für den Stellplatz bezahlen müssten, dürften sie in Goch kostenlos sein. Das sei sehr selten und ein Zeichen für eine sehr zirkusfreundliche Gemeinde.

Heute und Morgen beginnt die Vorstellung um 17 Uhr. Am Samstag heißt es zweimal "hereinspaziert", um 16 und um 19 Uhr. Sonntag ist die letzte Vorstellung um 11 Uhr. Donnerstag und Sonntag sind "Familientage", das heißt Erwachsene zahlen Kinderpreise.

Kartenreservierungen sind unter der Telefonnummer 0162 8180202 möglich.

Quelle: RP
 
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