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Goch/Weeze
Mini-Ziegen "arbeiten" im Schichtbetrieb

Goch/Weeze: Mini-Ziegen "arbeiten" im Schichtbetrieb
Unwiderstehlich süß sind die kleinen Ziegen im Weezer Tierpark. Ganz besonders die Kinder wollen die kleinen Fellträger streicheln. Der Tierpark ist ein beliebtes Ausflugsziel gerade für Familien. FOTO: Gerhard Seybert
Goch/Weeze. Der Tierpark Weeze ist ein beliebtes Ausflugsziel. Vor allem Familien schätzen die weitläufige Anlage. Kinder haben hier ganz unmittelbaren Kontakt zu den Tieren. Besonderer Clou ist, dass der Eintritt frei ist. Das soll so bleiben. Von Sebastian Latzel

Brigitte Bungart lebt mit ihrer Familie inzwischen in Werl. Doch wenn sie zu Besuch an den Niederrhein kommt, dann gehört ein Abstecher in den Tierpark Weeze dazu. "Ich war als Kind selbst hier und jetzt hat das Gelände es meinen Kindern einfach angetan", sagt die junge Frau, die aus Goch stammt. Beim Besuch im Park hat sie dann immer nur ein Problem. "Es ist schwierig, die Jungen überhaupt wieder vom Gelände wegzubekommen", sagt sie lachend, während Alexander (7) und Andreas (5) nebenan ganz viel Spaß mit den kleinen Ziegen haben. "Das Schöne ist hier, dass der Kontakt zu den Tieren so eng ist", sagt die Mutter.

Gerade die kleinen Ziegen kennen keine Berührungsängste. Sie kuscheln mit den Besuchern, lassen sich streicheln und sind ganz scharf auf die Leckereien aus den Futterkartons. Doch wie jeder Nachwuchs brauchen auch die Zicklein ihre Ruhepausen. Deshalb "arbeiten" die Tiere bei großem Besucherandrang wie er am Wochenende wegen des guten Wetters zu erwarten war, im Schichtbetrieb: ein Teil der Mini-Ziegen ist im Streichelzoo und wird nach einiger Zeit gegen die Artgenossen aus dem getrennten Gehege ausgetauscht. So haben die Tiere genug Phasen, um sich zu erholen.

Dass der Eintritt frei ist, findet Brigitte Bungart positiv. "Aber wir würden auch genauso oft kommen, wenn wir hier etwas bezahlen müssten", sagt die Mutter. Doch das ist nicht geplant, wie Peter Smits von der Gemeinde Weeze klarstellt. "Es gehört zum Konzept des Tierparks, dass das Gelände ohne Eintritt zugänglich ist. Das soll auch so bleiben." Eigentümer der Anlage ist der Schlossherr von Hertefeld, die Gemeinde hat den Park langfristig gepachtet. Die Idee zum Park entstand schon in den 60er Jahren. Die Anlage wurde immer mal wieder erweitert und ergänzt. Die Gemeinde plant, ihn ganz behutsam fortzuentwickeln. So wurde im letzten Jahr der Naturerlebnispfad erweitert, im Zuge des Integrativen Handlungskonzeptes soll eine Brücke vom Tierpark direkt in den Ort führen. An der Niers soll eine kleine Promenade entstehen, bei der Teile der Strecke über einen Steg direkt am Wasser vorbeiführen.

Am Konzept der Tiere soll sich nichts ändern. Zu finden sind hier nur Tiere, die auch aus der Region stammen. Sie sollen viel Freiraum vorfinden, werden artgerecht gehalten. Der Weg durch den Park ist quasi ein kleiner Spaziergang durch die heimische Tierwelt. Was mancher aus der Ferne für ein Muster an der Mauer hält, entpuppt sich aus der Nähe als schlafendes Wollschwein. Direkt dahinter recken die Wildschweine die Schnauzen, wenn sie die Besucher mit dem Futter kommen hören. Der Esel ist mit seinem Geschrei so etwas wie der Platzhirsch. Die Favoriten der kleinen Lotta sind allerdings Ziege und Esel, wie ihr Vater Marcel Raadts aus Goch-Kessel erzählt. Die Zweijährige selbst ist kurz davor, auf dem Arm des Papas selig einzuschlafen. Ein Besuch im Tierpark macht eben müde. Es wird nicht der letzte von Lotta gewesen sein. "Wir kommen regelmäßig hierhin, ein- bis zweimal im Monat sind wir bestimmt hier. Wenn es Eintritt kosten würde, dann würden wir nicht so oft kommen." Ein Grund mehr also, es beim freien Eintritt zu belassen.

Quelle: RP
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