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Uedem/Goch/Kevelaer
Mit dem Endoskop im Einsatz in Benin

Uedem/Goch/Kevelaer: Mit dem Endoskop im Einsatz in Benin
Dr. Rüdiger Kerner, Chefarzt für Innere Medizin im Marienhospital Kevelaer, und Schwester Hildegard Kleinen aus der Endoskopie-Abteilung waren als ehrenamtliche Helfer in dem westafrikanischen Land Benin unterwegs. FOTO: Waldor-Schäfer
Uedem/Goch/Kevelaer. Eine Woche lang war Chefarzt Rüdiger Kerner mit Krankenschwester Hildegard Kleinen für "Pro Humanität" aktiv. Von Thorben Kleinstäuber

Am 8. April waren sie wieder da: Rüdiger Kerner, Chefarzt für Innere Medizin im Marienhospital Kevelaer, und Schwester Hildegard Kleinen aus der Endoskopie-Abteilung. Als ehrenamtliche Helfer der "Aktion Pro Humanität" unter der Leitung von Elke Kleuren-Schryvers und anderen freiwilligen Helfern waren sie eine Woche lang in dem westafrikanischen Land Benin unterwegs. Durch Spendengelder war es möglich, ein neues Endoskopiegerät anzuschaffen, das aufwändig nach Afrika gebracht wurde. Dort führte man nicht nur Operationen durch, sondern lernte auch das vor Ort lebende Personal an, damit in Zukunft auch afrikanische Ärzte solche Eingriffe durchführen können.

Die "Aktion Pro Humanität" wurde 1998 von dem Kevelaerer Paar Elke Kleuren-Schryvers und ihrem inzwischen verstorbenen Ehemann Herbert Schryvers ins Leben gerufen. Sie operiert sowohl im Niger als auch in Benin. Hauptsächlich hat sie sich der Behandlung von Aids, Malaria, Tuberkulose und der Betreuung von kranken und ausgestoßenen Kindern verschrieben. "Obwohl wir inzwischen so viele Jahre im Einsatz sind, gibt es immer noch eine hohe Spendenbereitschaft. Das ist sicher nicht selbstverständlich", sagt Kleuren-Schryvers, die sichtlich froh über den Verlauf des Einsatzes war. Und auch Kerner zeigte sich begeistert. "Besonders gefreut hat mich, dass in der Kollekte der Ordensschwestern St. Marien für unsere Sache gesammelt wurde. Die ganze Aktion hat inzwischen eine eigene Dynamik entwickelt. An dieser Stelle nochmal ein Dank an alle großzügigen Spender. Das Gerät hat ausgezeichnet funktioniert."

In Benin arbeitete man gemeinsam mit dem heimischen Personal in einem extra aufgestellten Container, in dem die Module des Endoskops aufgebaut wurden. In Gesprächen zwischen den europäischen und den afrikanischen Ärzten tauschte man sich aus. "Für viele junge Ärzte bilden wir ja quasi den Weg zur Wissenschaft. Viele von ihnen haben in Benin studiert und kennen gar nichts anderes. Mir fiel ein Stein vom Herzen, als ich sah, dass alles lief und wir von der Bevölkerung und dem Personal angenommen wurden."

Während des Aufenthalts wurden sogenannte Gastroskopien durchgeführt, also Spiegelungen des Magens. Mithilfe des Endoskops kann man durch einen Schlauch einen Blick in das Innere des Körpers erhaschen und auch darüber operieren. So konnte man beispielsweise Blutungen von Magenschwüren stoppen. Informationen zur Erkrankung sowie Möglichkeiten zur Weiterbehandlung erhielten die Patienten ebenfalls, die großes Interesse daran hatten zu erfahren, was ihnen nun eigentlich fehlt.

"Schade ist, dass wir unter europäischen Standards weitaus effektiver hätten arbeiten können. Beispielsweise erfolgt die Reinigung des Endoskops bei uns maschinell, in Benin mussten wir das alles per Hand erledigen, was uns einige Zeit gekostet hat."

Pläne für die nächsten Aufenthalte hat man ebenfalls schon. Das örtliche Personal soll weiter ausgebildet werden, gegebenenfalls auch durch einen Besuch in Deutschland. Anschließend seien auch Koloskopien, also Darmspiegelungen, geplant. Aber bis dahin wird wohl noch etwas Zeit vergehen. "Rom ist schließlich auch nicht an einem Tag erbaut worden", scherzt Kerner. Die nächste Reise nach Benin ist ebenfalls schon geplant: im November geht es für Kerner und Hildegard Kleinen wieder zurück ins afrikanische Land.

Quelle: RP
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