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Goch/Uedem
Möökeshüss-Orden für Rob Miesen

Goch/Uedem. Damit ehren die Uedemer Queekespiere sein Engagement fürs Brauchtum.

An den 16. August erinnert sich Robert "Rob" Miesen noch genau. Im Fernsehen hatte er gerade die Olympischen Spiele geschaut und mitgefiebert, ob Fabian Hambüchen den Olympiasieg erringt. Unmittelbar nach der Entscheidung klingelte das Telefon. "Mientje", sagte er Minuten später zu seiner Frau, "jetzt bekommt nicht nur der Hambüchen eine Goldmedaille, sondern ich auch." Die Anruferin war Steffi Neu, Vorsitzende der Keppelner Karnevalsgesellschaft Queekespiere. Sie hatte Miesen mitgeteilt, dass er 2016 mit dem "Orden van et Möökeshüss" ausgezeichnet werden soll.

Dass er geehrt wird, musste er bis gestern für sich behalten. Denn es ist Tradition in Keppeln, dass der neue Ordensträger am Kirmessonntag im Festzelt verkündet wird. Eine Aufgabe, die Willi van Doornick als "Uitruuper" alljährlich übernimmt. Nach dem Gardetanz des Queekenballetts verlas das Mitglied des Elferrats die Entscheidung der Queekespiere und kündigte gleichzeitig an, dass der Orden in einer feierlichen Matinee am Sonntag, 13. November, verliehen wird.

Den Orden gibt es seit 1978, illustre Namen wie Hanns Dieter Hüsch, Fritz Getlinger, Hein Ries und Willi Fährmann sind unter den Ordensträgern zu finden. Gewürdigt werden soll, wer sich um den Erhalt von Brauchtum und Mundart verdient gemacht hat. Womit schon erklärt ist, warum Miesen sich zu den Geehrten zählen darf. Schon im Alter von zwölf Jahren stand der 1949 in Goch geborene Miesen auf der karnevalistischen Bühne bei Grün-Weiss Concordia, zwei Jahre später war er Kindersitzungspräsident. 1966 ging seine karnevalistische Karriere beim Kolpingkarneval weiter. Heute lebt er im niederländischen Siebengewald. "Ich rede Grenzdialekt", sagt er lachend. Wenn er Platt spricht, streut er immer wieder hochdeutsche Wörter ein, schließlich soll jeder im Publikum ihm folgen können - auch diejenigen, die kein Platt mehr sprechen. Mit denen hat Miesen es oft zu tun, nicht nur im Karneval. Seit mehreren Jahren ist er für die Stadt Goch als Gästeführer unterwegs, bringt den Teilnehmern die niederrheinische Welt als Nachwächter oder Schmuggler näher. Ganz nebenbei bildet er Nachwuchstalente in der Bütt aus als "Dozent für Karneval" in Zusammenarbeit mit der Narrenakadamie Vrouwenpoort. Und er ermuntert, weiterhin Platt zu sprechen, ohne Angst vor Fehlern zu haben: "Better verkeert wie goarnie", ist seine Devise.

Der Orden van et Möökeshüss wird am Sonntag, 13. November, ab 11.11 Uhr in der Keppelner Bürgerbegegnungsstätte "Zur Dorfschule" verliehen, zuvor feiern die Karnevalisten ab 9.30 Uhr eine Mundart-Messe in der Keppelner Jodokus-Kirche. Die Laudatio auf Miesen hält Joke Verfürth als Vorsitzende des Jugendorchesters Wissel, das im vergangenen Jahr mit dem Orden ausgezeichnet worden ist.

Quelle: RP
 
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