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Goch
Mongolische Kultur zu Gast im Gocher Kastell

Goch. Beim Aktionstag "Willkommen in der Jurte" waren auch hochrangige Botschaftsmitglieder in Goch. Von Antje Thimm

Auf der Landkarte hat die Mongolei zwei Nachbarländer, Russland im Norden, China im Süden. "Wir haben noch einen dritten Nachbarn in Europa, das ist Deutschland." Das sagte der außerordentliche und bevollmächtigte Botschafter der Mongolei, Seine Exzellenz Tsolmon Bolor, und wies auf die freundschaftlichen Beziehungen seines Landes zu Deutschland. Er war eigens aus Berlin angereist, um die Präsentation der mongolischen Kultur im Gocher Kastell zu besuchen.

"Willkommen in der Jurte" hieß es einen Tag lang, und die Besucher hatten Gelegenheit, sich über das hierzulande weitgehend unbekannte Land in der Mitte des asiatischen Kontinents zu informieren.

Das Musik-Ensemble Transmongolia entführte die Zuhörer mit traditioneller Volksmusik in eine ferne Welt. Auf zwei Pferdekopfgeigen und einem "Hackbrett" zauberten die drei Musiker getragene, spirituelle Klänge, die die Atmosphäre der mongolischen Steppenlandschaft ins Gocher Kastell holten. Passend dazu der Kehlkopfgesang, eine für die zentralasiatischen Länder typische Gesangstechnik, die man in einem Workshop lernen konnte.

Die Gocher Buchhandlung am Markt präsentierte ein ausgewähltes Sortiment an Reiseliteratur, Romanen, antiquarischen Werke und Bildbänden. Als unverkäufliches Anschauungsmaterial waren wertvolle Originalzeichnungen aus der Mongolei zu sehen. Schals aus feiner Kaschmirwolle und Socken aus Kamelhaarwolle fehlten nicht.

Der Kultourbühne und Sascha Ruelfs war es gelungen, auch den designierten Honorarkonsul Stefan Schmitz nach Goch zu holen. Der Architekt und Städteplaner ist derzeit beschäftigt, die ökologische Stadt "Eco City Maidar" mit aufzubauen, die die Hauptstadt Ulan Bator mit ihren 1,5 Millionen Einwohnern entlasten soll..

Kinderschuhe aus Schafsleder - "Boitog" - , gefertigt von gehörlosen Menschen in der Mongolei, Filzstiefel aus Steppenschafswolle, Stutenmilchkapseln, Cremes aus Pferdemilch und typische Landesspezialitäten wie die gefüllten Teigtaschen "Buuz" - das alles gab es zu sehen, probieren und kaufen.

Hingucker war natürlich die "Jurte", das mongolische Nomadenzelt, eigentlich "Ger" genannt, wie der Reisejournalist Michael Scholten aus Rees berichtete. Noch heute ist das Umherziehen mit einer großen Ziegen- oder Kuhherde selbstverständlicher Broterwerb für viele mongolische Familien.

Tsolmon Bolor betonte abschließend, dass Deutschland für die Mongolei ein wichtiger Wirtschaftspartner sei. Vielleicht gäbe es in Zukunft eine Partnerschaft mit Goch? "Gerne", antwortete der Bürgermeister.

Quelle: RP
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