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Goch
Mutter und Tochter musizieren für ihr Patenkind aus Mali

Goch: Mutter und Tochter musizieren für ihr Patenkind aus Mali
Christa Kneppeck und ihre Tochter Elisabeth bekamen in Kalkar viel Applaus - aber nur wenig Geld. FOTO: Evers
Goch. Die Armut vieler Menschen in fernen Ländern scheint von Deutschland weit weg. Eine Patenschaft macht die Thematik greifbarer. Von Anja Settnik

Unerwartet viele Zuhörer hatten Christa und Elisabeth Kneppeck kürzlich bei ihrem kleinen Open-Air-Konzert in Kalkar. Sie boten (rein zufällig) den stimmungsvollen akustischen Hintergrund zur Friedens-Radtour, die in Kalkar Station machte. Unter der Gerichtslinde auf dem Marktplatz hatten sich die Musikpädagogin aus Nierswalde und ihre Tochter mit ihren Akkordeons niedergelassen, um Musik zu machen. Und zwar nicht nur aus Freude an der Sache, sondern mit einem konkreten Ziel: Geld sammeln für ihr Patenkind aus Mali.

Kadiatou - so heißt das zweijährige Mädchen, das Christa Kneppeck unterstützt - ist eines von vielen Kindern, die durch die Organisation "Plan" betreut werden. Das Kinderhilfswerk ist seit 75 Jahren in mehr als 50 Ländern aktiv, stellt Gesundheitsdienste zur Verfügung, bohrt Brunnen, baut Schulen und zeigt Familien, wodurch sie ein kleines Einkommen erzielen können.

Ein Teil des Geldes für diese Hilfe zur Selbsthilfe stammt von Spendern aus Europa. Für nur 28 Euro im Monat kann einem Kind, dessen Familie und der Gemeinde, in der es lebt, spürbar geholfen werden. Die "Paten" bekommen dafür ein Foto des Kindes, das ihnen zugeordnet wird, die Beschreibung seiner Lebenssituation und Informationen zum Land. Jedes Jahr erfährt der Spender, wie sich das Kind entwickelt und wird über Projekte in seinem Umfeld informiert. Briefwechsel sind jederzeit möglich. Die Seriosität von "Plan" bezeugen mehrere Gütesiegel.

Mali liegt in der Sahelzone mit ihren extremen Wetterbedingungen; im Norden des Landes gab es jahrelang Krieg. Die Kindersterblichkeit ist noch immer hoch, internationale humanitäre Hilfe bleibt nötig. Themen, von denen auch Kinder wie die neunjährige Elisabeth in den Nachrichten hören. "Wir haben eine Patenschaft übernommen, weil es auf diese Weise möglich ist, eine Bindung an Menschen in einem so fremden Land herzustellen", sagt die Mutter.

Beide spielen erst seit einem Jahr Akkordeon, aber Christa Kneppeck unterrichtet Klavier an der Gaesdoncker Musikschule und gibt Jeki-Kurse an der Kreismusikschule: Das Vorspielen und Vermitteln ist ihr also bestens bekannt. "Straßenmusik in einem kleinen Chor habe ich allerdings nur mal als Schülerin gemacht." Mit dem Akkordeon hat sie sich angefreundet, weil man ein Klavier nun einmal nicht gut mit sich herumschleppen kann. "Wir haben vor, den Jahresbeitrag für die Patenschaft zu verdienen, indem wir auf der Straße musizieren", erklärt die Gocherin.

Ein bescheidener Zettel, der an der Sammeldose beim Auftritt in Kalkar lehnt, macht auf ihr Projekt aufmerksam. Ein Teil der Sommerferien wurde für eine Deutschlandreise genutzt: "Wir haben in Monschau, Trier, Karlsruhe und Darmstadt gespielt, ab und zu musste das sogar angemeldet werden. Den größten Erfolg hatten wir in Xanten - das hat sich richtig gelohnt", freut sich Christa Kneppeck.

Quelle: RP
 
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