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Goch
Nach Baubeginn: Name für Stadtviertel gesucht

Goch. "Gelände der ehemaligen Reichswaldkaserne" ist ein sperriger Begriff und für Auswärtige eher abschreckend, heißt es. Von Anja Settnik

Um eine Fläche von 27 Hektar erfolgreich zu vermarkten, muss ein griffiger Name her, findet Gochs Bürgermeister Ulrich Knickrehm. Die Menschen aus der Stadt haben sich an die umständliche Umschreibung des Geländes zwar längst gewöhnt - für sie war schließlich die "Reichswaldkaserne" geradezu ein Stück Heimat. "Aber wenn man mit etwas werben will, sollte man Wörter wie ,ehemalig' besser vermeiden", meint Knickrehm. Und es sei ausdrücklich gewünscht, dass nicht nur Gocher ins neue Baugebiet übersiedeln, sondern dass auch Neubürger Bauplätze kaufen. Also soll das neue Stadtviertel, in dem die ersten Bauplätze eingerichtet sind und der erste Kran steht, einen griffigen Namen bekommen.

"Gesucht wird ein Name für das gesamte Gelände und ein dazu passender Name für die erste Straße im Viertel", erklärt der Bürgermeister. Jeder ab 16 Jahren dürfe teilnehmen und zwei Vorschläge einreichen. Thematisch sollen die beiden Ideen zusammengehören, so dass am Ende ein Gocher oder eine Gocherin Pate für beide Namen sein wird. Einsendeschluss ist der 28. November. Zuschriften per Post oder E-Mail mit dem Stichwort "Mein Vorschlag" an pressestelle@goch.de.

"Im Werkstattverfahren wurde ja bereits festgelegt, dass die Bürger auch bei der Namengebung mitwirken sollen", erinnert Knickrehm. Und verweist darauf, dass so etwas einst ja schon mit dem Namen fürs Gocher Mehrzweckbad gut geklappt hatte: "GochNess" sei eine Marke geworden, die in der weiteren Umgebung - auch auf niederländischer Seite - bekannt sei. Und der neue Stadtbezirk soll einen ebenso guten Klang bekommen.

Zu der Jury, die aus den eingegangenen Vorschlägen den besten ermitteln soll, gehören neben dem Chef von Rat und Verwaltung Willi Vaegs als Vertreter des Heimatvereins, Museumsdirektor Dr. Stephan Mann für den Bereich Kultur, Willi Ariaans als Ratsmitglied und ehemaliger Kompaniefeldwebel sowie Manfred Tielkes, Chef der Wohnbau Goch, der das Thema seit Jahren begleitet. "Wir haben sicher unterschiedliche Vorstellungen, werden uns aber auf einen Gewinner verständigen", ist Knickrehm sicher. Zu erwarten hat derjenige einen eher bescheidenen Geldpreis (250 Euro), er darf sich aber auch auf einer Plakette verewigen, die vermutlich am Eingangsgebäude zum ehemaligen Kasernengebiet befestigt wird.

Zugkräftig soll sie sein, die Bezeichnung des Viertels, das eines Tages um die 1000 Menschen beherbergen dürfte. Bis es soweit ist, müssen noch zahlreiche Grundstücke verkauft werden, für Einzel- und Doppelhäuser ebenso wie für Mehrfamilienhäuser. Baurecht wird abschnittsweise geschaffen; erwartet wird, dass die Grundstücke mit Anbindung an den zentralen See besonders stark nachgefragt werden. Der Bereich des Sees wird gerade ausgebaggert, im Sommer 2017 soll er im Prinzip fertig sein. Vermutlich noch nicht befüllt, denn er wird nicht durch Grundwasser gespeist, sondern nach unten abgedichtet. Ein Spazierweg von 1,1 Kilometer Länge soll um das künftige Gewässer herum führen.

Neben dem See waren den Teilnehmern am Werkstattverfahren Plätze zur Begegnung, Grünflächen, Spielplätze und Mehrgenerationenwohnen wichtig. Auch soll es Geschäfte zur Nahversorgung der Bewohner geben und "hoffentlich nicht erst in zehn Jahren" (Knickrehm) den Ringschluss Richtung Klever Straße. Die Abstimmung mit Bahn, Bezirksregierung und anderen Behörden sei zeitaufwendig.

Quelle: RP
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