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Goch
Nach dem Abi zu den Armen nach Peru

Goch: Nach dem Abi zu den Armen nach Peru
Peter Bouss bereitet sich auf vielfältige Weise auf seine Zeit im Ausland vor. Neben dem Kofferpacken gehört da selbstverständlich auch die Recherche im Internet zu – für den Abiturienten ist das natürlich kein Problem. FOTO: KLAUS-DIETER STADE
Goch. Gerade hat er Abi gemacht – und Peter Bouss (17) aus Goch gönnt sich keine Pause. Intensiv Spanisch lernen – und dann geht er als Freiwilliger für die Mission Points-Coeur in die peruanische Hauptstadt Lima. Um Hilflosen zu helfen. Von Thomas Claassen

Abi nach zwölf Jahren. Peter Bouss hat es gerade hinter sich gebracht. Aber: keine Zeit für Party, für Leerlauf, fürs Ausruhen. Eine Fernreise steht an. Aber nicht zum Vergnügen in die Karibik oder zu den Kiwis. Der 17-Jährige fliegt bald nach Peru. Dienstlich, weil er sich selbst freiwillig und unentgeltlich in den Dienst am Menschen stellt. Um zu helfen, um zu trösten, um mit zu leiden mit Menschen, die nichts und niemanden haben. Keine Familie, kein Zuhause, am Leib das buchstäblich letzte Hemd.

Peter Bouss erzählt: Points-Cœur, auf gut Deutsch "offenes Herz", sei ein internationales Hilfswerk, das 1990 von Pater Thierry de Roucy gegründet worden sei. Nächstenliebe in 23 Ländern auf vier Kontinenten, und das alles funktioniere deshalb, weil junge Freiwillige sich bereit erklärten, ein Jahr lang oder auch zwei an Orten der Armut Dienst zu leisten und vor allem Kindern zu helfen. Es gehe um eine "Kultur des Mit-leidens". Dort, wo man es erwartet, in den Armenvierteln mittelamerikanischer Städte wie Lima zum Beispiel, dort, wo Peter bald arbeiten wird. Aber auch an überraschend "armen" Orten wie dem Berliner Stadtteil Neukölln.

Peter Bouss selbst weiß: Es wird ein schweres Jahr, eines, das ihn fordert. "Aber ich wollte etwas Besonderes machen, etwas, das mich verändert, weiterbringt, etwas, das, auf welche Art und Weise auch immer, den Rest meines Lebens mit bestimmen wird", sagt Peter. Ja, es sei ihm wichtig, zu helfen, es sei ihm auch wichtig, das nicht für irgend eine nichtstaatliche Organisation zu tun, sondern für eine christliche.

Peter Bouss, Gocher und gerade fertiger Gaesdonck-Externer, tut das nicht, weil es seine berufliche Zukunft bestimmen wird. Physik wird er studieren, wenn er aus Peru heimkommt, das steht bereits fest. Ja, es sei ihm auch klar: Jemand könne eine Lösung für die Probleme der Welt haben. Aber selbst etwas dazu beitragen, dass sie ein klein wenig besser wird, in der persönlichen Begegnung – darauf kommt es ihm an.

Bouss und vier andere Freiwillige aus Europa werden zusammen im kleinen Haus leben, das die Organisation in einem armen Stadtteil Limas betreibt. Und dort nicht warten, dass die Menschen zu ihnen kommen.

Peter Bouss: "Wir gehen immer zu zweit raus ins Viertel, schauen, wo wir helfen können. Sprechen mit Menschen, die sonst einsam wären. Gucken, ob jemand medizinische Versorgung braucht. Wo wir Kindern helfen können, die dringend Hilfe brauchen." Und diese Hilfe, das könne etwa zu essen sein, ein Stück Brot. Oder ein neues Hemd. Oder eben der Weg zum Arzt. Hilfe, das könne aber noch viel mehr sein.

Die jungen Leute werden aber nicht etwa unvorbereitet in das Projekt kommen. Es gibt Seminare, Info-Veranstaltungen, eine Fülle von Ratschlägen. Und es gibt Begleitung vor Ort, durch die Freiwilligen, die schon länger dort sind, die wissen, wie's läuft. Die die Neuen an die Hand nehmen.

450 Euro im Monat – so viel kosten Unterbringung und Verpflegung. Für den Flug zahlt Peter Bouss 1100 Euro. "Da Points-Coeur sich durch Spenden finanziert, freue ich mich über Unterstützung von Menschen, die auf eine besondere Art und Weise an meiner Mission teilhaben möchten." Infos: Peter Bouss, Telefon 02823 3337, E-Mail: peter.bouss@gmail.com.

(RP/ac)
 
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