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Goch
Nacht der Bands in Goch - ein Selbstläufer

Goch: Nacht der Bands in Goch - ein Selbstläufer
Im Kolpinghaus, wo sich am Eingang zu Beginn des Abends schon eine Schlange gebildet hatte, begeisterte die Band "moodish" aus Bochum das Publikum. FOTO: KLAUS-DIETER STADE
Goch. Zum wiederholten Mal gab es gleich mehrere, parallel stattfindende Kneipenkonzerte von Live-Bands - und zum wiederholten Mal war der Besucherandrang groß. Acht Lokale und Musikgruppen machten mit. Von Monika Hartjes

Samstagabend, Regenschauer, unter fünf Grad: Eigentlich kein Wetter, um aus dem Haus zu gehen. Doch in Goch lockte die "Nacht der Bands" mit einem abwechslungsreichen Musikmix die Leute in die Innenstadt. In acht Lokalen traten Livebands auf, die von Rock und Pop über Reggae bis Salsa alles boten.

Dieses Event hat sich zum Selbstläufer entwickelt. "Ich weiß es nicht ganz genau, aber ich denke, es findet bereits zum zehnten Mal statt", sagte Uwe John, der die Musiknacht gemeinsam mit Adam Ruta von Gastro-Event jährlich organisiert. "Der Vorverkauf ist sehr gut gelaufen und in einigen der teilnehmenden Gastronomien sind die Karten bereits ausverkauft", freute sich der Veranstalter.

In den letzten Jahren wurden im Durchschnitt rund 1000 Besucher gezählt. "Auch die Bands kommen gerne an den Niederrhein. Sie loben das tolle Publikum, hier machen die Leute begeistert mit", so John. Mit dem Eintrittsbändchen, das 15 Euro kostet, kam man in alle teilnehmenden Lokale hinein. Wo gibt es schon Livemusik für weniger als zwei Euro pro Band?

"Ich höre mal überall hinein und wo mir Musik und Publikum am besten gefallen, da bleibe ich dann länger", erläuterte Raimund Stoffel seine "Strategie" für den Musikabend.

Viele machten es ebenso, manche hatten sich auch zwei oder drei Favoriten ausgesucht und verbrachten dort die meiste Zeit. Jede Band spielte rund vier Stunden, unterbrochen von kleinen Pausen. Da einige Gruppen bereits gegen 20 Uhr mit ihrem Auftritt begannen, andere erst gegen 22 Uhr, konnten die Besucher bis weit nach Mitternacht die tolle Musik genießen.

Viele begannen ihre "Musikreise" im Kolpinghaus. Dort stand eine lange Schlange vor der Kasse, wo die Gäste ihre Vorverkaufskarten in blaue Bändchen eintauschten.

Erst vor wenigen Wochen haben Kamila Pyskty und Peter Ugrinovic das Kolpinghaus neu eröffnet. "Die Nacht der Bands ist eine tolle Möglichkeit, uns zu präsentieren und Werbung für unser Haus zu machen", sagte Kamila Pyskaty. "Wir wollen hier regelmäßig Livemusikabende durchführen." Im Kolpinghaus bot die Band "moodish" aus Bochum gekonnt gespielte "Tops of the pops". "Bochum und der Niederrhein - das passt", sagte Schlagzeuger Alex Wagner. Schräg gegenüber im "Pane e Vino" - das Restaurant machte zum ersten Mal bei der Bandnacht mit - genossen die Besucher zunächst ein leckeres Pasta- oder Pizza-Essen, bevor sie sich den Salsa-Klängen des Trios "Barinkuba Loca" widmeten. "Mit unserer karibischen Musik sorgen wir für ein Sommerfeeling, so dass die Gäste das Schmuddelwetter vergessen", sagte Luis Cortes, der gemeinsam mit Pablo Paulino und Edvvin Rodriguez seit 26 Jahren Musik macht.

Der Song "Do you want to dance", ertönte beim Betreten des Lokals "Den Hollander", wo es rappelvoll war. Gastwirt Theo van Teeffelen nahm zum vierten Mal an dem Event teil. "Meine Stammgäste lieben Live-Musik", sagte der Niederländer. Drei Jahre hintereinander trat dieselbe Band auf, die gab es jetzt leider nicht mehr. "Doch die "Hot Rock Devils" bieten ebenfalls eine Super-Musik", freute sich van Teeffelen.

Kuschelig eng - und so warm, dass die Fensterscheiben beschlugen - war es bei Kemper's No. 5, wo "Willie & Joe" mit Oldies und Rockclassics begeisterten.

Eine "Rock-Party" versprachen Ralf Neumann, Mario Hielschir und Jan Heyer von der Band "Real Spirit" aus Vechta, die mit Oldies und Schlagern im "Stevens" für beste Stimmung sorgten.

1963 wurde die Band "The Candidates" in Düsseldorf gegründet, die "Classic Rock" vom feinsten bot. "Wir treten seit vier Jahren hier beim 'König am Markt' auf und geben unser Kammerkonzert", erzählte Bassist Werner Uhrmacher. "Kammerkonzert" deshalb, weil ihr Auftritt in einer Extra-Kammer im hinteren Bereich des Lokals stattfindet. "Hier gefallen uns die Atmosphäre, der Wirt und das Publikum", ergänzte Sänger Chris Platte.

Für die Band "Ageless", eine "einheimische" Gruppe, die in "Poorte Jäntje" auftrat, war die "Nacht der Bands" in Goch eine Premiere. Auch Reggae gab es im Musikangebot, dafür sorgte "Jah Culture" im "Citybistro Frederici". In Gruppen spazierten die Besucher gut gelaunt von Lokal zu Lokal, nur gut, dass die meisten mit Regenschirmen ausgerüstet waren.

Quelle: RP
 
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