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Goch
Nachwuchs begeistert mit Klassikern

Goch: Nachwuchs begeistert mit Klassikern
Den Auftakt bei der großen Gitarrennacht im Gocher Kastell machten die vorwiegend jugendlichen Gitarristen, die mit Filmklassikern das Publikum im vollen Saal begeisterten. FOTO: Gottfried Evers
Goch. Im Gocher Kastell präsentierte die Gitarren Initiative Niederrhein (GIN) mit der KulTourbühne Goch die 8. große Gitarrennacht. Amateurmusiker und renommierte Profis entführten das Publikum mit ihrer Musik in fremde Länder. Von Natalja Bruck

Einfach hatten es sich die Teilnehmer des Guitar Mass Orchestra's nicht gemacht. Die vorwiegend jugendlichen Gitarristen machten den Auftakt bei der großen Gitarrennacht im Kastell und hatten sich dafür gemeinsam mit Musiklehrer und GIN-Mitglied Norbert van Os drei junge Klassiker der Filmmusik erarbeitet. Nach dem gefühlvollen "My heart will go on", spielte das Orchester das Thema aus der "Fluch der Karibik"-Reihe und "Skyfall" den Titelsong des letzten James Bond-Filmes, begleitet von einer jungen Sängerin. Mit der gelungenen Auswahl konnte das Guitar Mass Orchestra mit nur drei Liedern die Vielseitigkeit der klassischen Gitarre zeigen, die jungen Musiker wurden mit viel Applaus bedacht. "Gitarristen sind es ja nicht so gewöhnt, im Orchester zu spielen, aber sie haben das heute sehr gut gemacht", lobte Norbert van Os seine Schützlinge nach dem Auftritt.

Bevor es mit dem GINGO, dem Gitarrenorchester der GIN weiterging, nahm sich van Os etwas Zeit, auf die vorherigen Gitarrennächte zurückzublicken. "Wir haben einen weiten Weg von den Anfängen bis heute zurückgelegt", sagte van Os auch in Hinblick auf das beinahe ausverkaufte Kastell. "Bei den ersten Veranstaltungen haben wir noch jede Kleinigkeit gemacht, die Würstchen gebraten und den Kuchen gebacken." Ziel der GIN ist es, die klassische Gitarrenmusik am Niederrhein zu fördern. "Die ist eher eine Nischenerscheinung, eine komplexe Musik für Kenner und Liebhaber", gab Norbert van Os zu.

Die Musiker des GINGO, des Gitarrenorchesters der GIN spielte eine Auswahl von drei argentinischen Tangomelodien, von zeitgenössisch bis klassisch. Thomas Geisselbrecht und Jürgen Slojewski, beide Mitglieder der GIN, moderierten die Stücke abwechselnd an. Beim letzten Stück, Astor Piazzolla's "Libertango", wurde das Gitarrenorchester von Violinistin Katharina Jarek-Knabe begleitet.

Nach den gelungenen Vorgruppen betrat Musiker Ahmed El-Salamouny die Bühne und spielte Bossa Nova. Angekündigt als "komplexe, aber auch sonnige und entspannte Musik" (Norbert van Os) brachte Ahmed El-Salamouny tatsächlich etwas von der entspannten, lässigen Stimmung ins Kastell, an die man bei brasilianischer Musik sofort denkt. El-Salamouny spielte hauptsächlich eigene Kompositionen, der Münchener ist seit vielen Jahren immer wieder in Brasilien und lässt sich von Land und Leuten dort inspirieren. So haben die meisten seiner Lieder einen direkten oder indirekten Bezug zu Ereignissen und Begegnungen in Brasilien, wie das entspannte "The clouds are calling" oder auch "Into the woods", das an die brasilianischen Regenwälder erinnert. Auch durch kurze Anekdoten zur Entstehung seiner Musik nahm der sympathische Musiker und Gitarrenlehrer die Zuschauer mit: "Wie spät haben wir eigentlich, ich darf mich hier oben nicht in der Musik verlieren?" Seinen Auftritt belohnte das Publikum mit Applaus und Standing Ovations, der Musiker gab eine Zugabe. Nach seinem Auftritt bedankte sich El-Salamouny bei den Organisatoren: "Sie haben heute alles getan, damit man sich als Künstler rundherum wohlfühlt!"

Neben brasilianischen waren jedoch auch spanische Klänge das Thema. Als zweiter Profi-Auftritt war das Bino Dola-Quartett nach Goch gekommen und spielte spanischen Flamenco, klassische, aber auch kombiniert mit Elementen aus Jazz oder Pop. "Bei meinen Reisen durch Andalusien habe ich viele Lieder und Melodien gesammelt, neu arrangiert oder auch etwas modernisiert", sagte Bino Dola. Gemeinsam mit Fidi Großmann an der Gitarre, Percussionist Marco Busse und Matthias Siembab am Bass begeisterte Bino Dola mit mitreißenden Rhythmen und Soli, die das Publikum mit spontanem Applaus belohnte. Ebenso wie El-Salamouny zuvor gelang es auch Bino Dola, das Publikum mitzunehmen und seine Frage, ob es den Zuschauern denn gefallen hatte, wurde mit viel Applaus und Stehenden Ovationen deutlich positiv beantwortete.

Quelle: RP
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