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Goch/Kevelaer
Neue Heimat für Heilige

Goch/Kevelaer: Neue Heimat für Heilige
Die Glocken- und Kunstgussmanufaktur Petit & Gebrüder Edelbrock aus Gescher überarbeitete und reinigte die Reliefs. Kosten entstehen dem Klarissenkloster lediglich fürs Reinigen der Bronzetafeln und das Befestigen. FOTO: Gerhard Seybert
Goch/Kevelaer. Am Klarissenkloster sind fünf große Bronzetafeln installiert worden. Dabei handelt es sich um eine Dauerleihgabe der Franziskanischen Provinz. Zu sehen sind Franziskus, Klara, Elisabeth und die Theologen Don Scotus und Bonaventura. Von Bianca Mokwa

Noch einmal putzen, noch einmal pinseln. Mit dem Pinsel wird dem Bronzerelief der letzte Schliff verpasst. "Zwei-Komponenten-Klarlack", erklärt der Mitarbeiter der Glocken- und Kunstgussmanufaktur Petit & Gebrüder Edelbrock aus Gescher in Westfalen. Immerhin sind die fünf neu angebrachten Bronzetafeln am Klarissenkloster in Kevelaer Wind und Wetter ausgesetzt.

Dabei handelt es sich um eine Dauerleihgabe der Franziskanischen Provinz. Ursache des Ganzen ist, dass das Franziskanerkloster in Düsseldorf samt dazugehöriger Kirche abgerissen wird. Dauerleihgabe bedeutet, "dass sie für immer hier bleiben, aber sie sind nicht unser Eigentum", erklärt Schwester Bernadette. Kosten entstehen dem Klarissenkloster lediglich fürs Reinigen der Bronzetafeln und das Befestigen. Das sind Kosten um die 2000 Euro.

"Wir haben die Reliefs bewusst nach außen gehängt, für die Bevölkerung", sagt Schwester Bernadette weiter. "Wir wollten etwas tun für die Verschönerung der Stadt", ergänzt Schwester Ursula. Das fällt auf. Kaum hängen die etwa zwei Meter hohen und 60 Zentimeter breiten Reliefs, bleiben auch schon die ersten Passanten stehen.

Direkt neben dem Eingang zum Kloster hängt ein Abbild der Namensgeberin des Klosters, Klara. Schwester Bernadette zeigt erstaunt nach oben. Der Künstler hat sich mit seinem Namen selbst verewigt. "Laurentius Englisch" ist über dem Kopf von Klara zu lesen. Neben Klara hängt das Bild von Don Scotus, einem bedeutendem Theologen, der die Franziskanerbewegung vorangetrieben hat. Weil er ein großer Marienverehrer war, ist Maria neben ihm bildhaft dargestellt. Daneben wurde die Bronzetafel der Elisabeth platziert. Die Rosen, die in die Bronze eingearbeitet sind, erinnern an die Legende, die über Elisabeth erzählt wird. "Sie war Gräfin in Thüringen und setzte sich für die Armen ein", erzählt Schwester Bernadette. Ihre Familie sah das nicht gerne. Als sie wieder einmal auf dem Weg zu den Bedürftigen war, verwandelte sich das Brot in Rosen, damit ihr Mann sie nicht dabei erwischte, Gutes zu tun. Mit schnellen Schritten geht Schwester Bernadette zum nächsten Relief. Das ist an der Klostermauer auf der Venloer Straße gegenüber der Hausnummer 111 angebracht. Der Heilige Franziskus ist umrahmt von Sonne, Mond und Sternen. Die Erklärung ist, dass Franziskus den Sonnengesang gedichtet hat, erklärt Schwester Bernadette. Er verfasste ihn aus Liebe zur Schöpfung.

Um das fünfte Schmuckstück zu sehen, ist doch ein Betreten des Klosters nötig. Bonaventura, der den Beinamen "Theologe der Liebe" oder auch "Doctor seraphicus" innehat, hat ab sofort ein Auge auf die Schwestern. "Er hat sehr viel über die Gottes- und die Nächstenliebe geschrieben", sagt Schwester Bernadette. Wer noch mehr über die Reliefs wissen möchte, der sollte sich nicht scheuen, bei den Schwestern zu klingeln. Am Freitag, 14. August, nach der Morgenmesse um 8 Uhr wird Pfarrer Rolf Lohmann die fünf Bronzetafeln segnen.

Quelle: RP
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