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Goch/Kevelaer
"Neue" Voba öffnet nach der Sprengung

Goch/Kevelaer: "Neue" Voba öffnet nach der Sprengung
Am 18. November war die Filiale in Twisteden überfallen worden. FOTO: zel
Goch/Kevelaer. In Goch reichten Reinigungsarbeiten, in Kevelaer gab es gleich eine neue Filiale. Nach der Sprengungs-Serie hat die Volksbank die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Ab dem 1. Quartal 2017 gibt es auch in Goch bargeldlose Zweigstellen. Von Sebastian Latzel und Michael Baers

Die Täter flüchteten ohne Beute, doch der Schaden war erheblich. Vor acht Monaten jagte eine Bande den Geldautomaten in der Volksbank Twisteden in die Luft. 150 000 Euro betrug seinerzeit der Sachschaden. Das Foyer war durch die Wucht der Detonation komplett verwüstet worden. Wie in anderen Fällen blieb die Bande auch hier ohne Beute. Uwe Jacob, Direktor des Landeskriminalamtes (LKA), sprach von "Dilettanten, die es nicht schaffen, eine einzige Tat zu vollenden".

Einen weiteren Beleg für diese These hatte es gut einen Monat zuvor in Goch gegeben. Hier hatten die "Dilettanten" nachts den Pavillon des Volksbank-SB-Centers auf dem Hagebau-Parkplatz an der Straße am Bössershof betreten, die Kamera der Überwachungsanlage mit Farbe besprüht und anschließend die Sprengung des Geldautomaten vorbereitet. Bei der Zündung kam es aber nur zu einer Verpuffung, die den Raum mit Rußspuren versehen hatte. Der Automat selbst hielt stand. Wieder blieben die Täter ohne Beute.

Nach dem Umbau ist das Foyer jetzt ins Gebäude integriert worden. FOTO: Lörcks

Inzwischen wurde die Bande gefasst und verurteilt (wir berichteten), doch was ist mit den Folgen für die Banken und deren Kunden?

"Es ist natürlich positiv, wenn die Täter gefasst sind", sagt Daniela Lörcks von der Volksbank. Es beruhige etwas, wenn Fahndungserfolge nach Automatensprengungen gemeldet werden könnten. Anlass zur Entwarnung gebe es aber nicht, schließlich seien immer noch Unbekannte unterwegs, die es auf Geldautomaten abgesehen haben. Erst in der vergangenen Woche gab es beispielsweise in Kamp-Lintfort wieder einen Versuch.

Wie viel Ärger eine erfolgreiche Sprengung bereiten kann, hat die Volksbank in Twisteden erlebt. Viele Monate mussten Kunden und Mitarbeiter hier mit einem Provisorium leben. Da der Eingangsbereich zerstört war, mussten die Kunden von hinten in die Bank. Während der Umbauphase kamen sie zunächst durch einen Kassentresor an ihr Geld, der von den Mitarbeitern bedient wurde. Später ging das Geldabheben dann auch per Selbstbedienung: Der Kassentresor wurde durch einen neuen Geldautomaten ersetzt. Erst an diesem Wochenende konnte die umgebaute Filiale der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Der umfangreiche Umbau war eigentlich erst in späterer Zeit geplant. Wegen der Automatensprengung hatte die Volksbank das Projekt vorgezogen.

In Goch hingegen waren die Aufräumarbeiten überschaubar. "Wir hatten ausschließlich Reinigungskosten und kleinere Reparaturen, die wir erledigen mussten", erklärt Klaus Wessels, Bereichsleiter und bei der Volksbank zuständig für Baumaßnahmen. Außerdem wurde eine Alarmanlage installiert und Scheiben wurden vergittert. Denn: "Natürlich mussten wir die gestiegenen Sicherheitsstandards für unsere Geldausgabeautomaten berücksichtigen. Dies ist vor allem den Automatensprengungen geschuldet", wie Voba-Vorstandsmitglied Wilfried Bosch bei der Eröffnung der Filiale in Twisteden jetzt sagte.

Seit dem 1. Juli setzt das Geldinstitut auf bargeldlose Filialen. Twisteden gehört zu den ersten Zweigstellen, in denen dieses Konzept umgesetzt wird. Für die Kunden bedeute das, so Bosch, dass sie weiterhin ihr Bargeld in allen Voba-Geschäftsstellen bekommen. "Allerdings erfolgt die Auszahlung nicht mehr am Schalter, sondern an neuen Automaten", erklärte Vorstandsmitglied Bosch. Geld gibt es in Twisteden künftig also nur noch am Automaten.

Genau das gilt dann auch ab dem ersten Quartal des kommenden Jahres für den Gocher Ortsteil Asperden. Hier werden bekanntlich die Filialen Kessel und Asperden zusammengelegt und bei der Gelegenheit wird auch hier auf eine bargeldlose Filiale umgestellt. Auf lange Sicht soll das auch in Pfalzdorf der Fall sein, teilte Klaus Wessels mit. Kunden müssen dann also immer ihre Bankkarte mitnehmen, um Geld abheben zu können. Auch Bareinzahlungen seien weiterhin möglich. Dies kann am Geldautomaten geschehen, der eine Einzahlung von Banknoten ermöglicht.

Quelle: RP
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