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Goch/Kevelaer
Neuer Kindergarten: Plätze sind gefragt

Goch/Kevelaer: Neuer Kindergarten: Plätze sind gefragt
FOTO: van Offern, Markus (mvo)
Goch/Kevelaer. In Goch bleiben Geschwisterkinder trotz knapper Kasse beitragsfrei. Einer Senkung der Gebühren für Geschwister erteilte die Nachbarkommune Kevelaer gerade erst eine Absage. Dennoch bleibt die Nachfrage ungebrochen. Von Sebastian Latzel

"Wir sind hier quasi der Kindergarten 3.0", sagt Simone Wäger lachend und öffnet die Tür zu einem ganz besonderen Raum im Kindergarten. Hinter dicken Glasbausteinen verbirgt sich ein Matschzimmer mitten in der Einrichtung: ein Raum mit kleinem Wasserbecken, in dem die Kinder nach Herzenslust mit dem nassen Element spielen können, wenn das Wetter wie derzeit draußen nicht gerade zu Wasserspielen einlädt.

Der Raum, gestaltet in Art einer kleinen Lagune, ist vermutlich die absolute Ausnahme in einer solchen Einrichtung. Für die Leiterin ist er auf jeden Fall das Zeichen dafür, dass der neue Lebenshilfe-Kindergarten nach den neuesten Gesichtspunkten gebaut und eingerichtet wurde. "Kindergarten 3.0" eben, aber in der analogen Welt, in der die Kinder wichtige Erfahrungen machen können. Doch die beste Ausstattung nutzt bekanntlich nichts, wenn die Kinder fehlen. Doch auch hier gibt es bei dem Kindergarten keine Probleme. Im Gegenteil: "Wir haben hier eine unheimliche Nachfrage", sagt die Leiterin. Aktuell sind alle Plätze belegt. Auch für die neue Gruppe, die im August startet, liegen bereits Anmeldungen für alle 20 Plätze vor. "Dabei haben wir noch nicht einmal Werbung gemacht." Für Simone Wäger das eindeutige Zeichen, dass der neue Kindergarten notwendig für die Kommune war.

Interessant ist auch, dass offenbar die hohen Kindergartengebühren in der Kommune keine Rolle spielen. Wie berichtet, wurde gerade erst wieder eine Änderung der Geschwisterreglung abgelehnt. Betreuung wird also recht kostspielig bleiben. "Das ist in den Elterngesprächen kein Thema, ihnen ist es wichtig, einen Platz für ihre Kinder zu bekommen und das Gefühl zu haben, dass sie gut betreut werden."

Den Bedarf bestätigen auch die Zahlen, die Friedhelm van Gemmeren für die Stadt Kevelaer vorgelegt hatte. Er hatte von einer Punktlandung geredet. Für alle Kinder könne ein Platz bereitgestellt werden. Rein zahlenmäßig seien Kinder in den Ortsteilen noch "unversorgt", diese sollten Plätze in Einrichtungen in der Stadt bekommen.

Eben das beobachtet Simone Wäger auch im "Wiesenzauber". Eine ganze Reihe von Eltern aus Twisteden habe ihre Kinder in der Einrichtungen angemeldet. "Die Entfernung von knapp fünf Kilometern ist für diese kein Problem. Viele bringen die Kinder auch auf dem Weg zur Arbeit bei uns vorbei", sagt sie.

Ohnehin sei zu beobachten, dass auch im ländlichen Raum immer häufiger die 45-Stunden-Betreuung gewählt werde. Auch hier würden also oft beide Elternteile arbeiten. Der Bedarf wächst, auch darauf stellt sich die Kindergartenlandschaft ein. Daher hat der "Wiesenzauber" am Freitag auch länger auf (bis 16.15 Uhr), während andere Einrichtungen schon um 14 Uhr schließen.

Quelle: RP
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