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Goch
Neues Dach für die Liebfrauenschule

Goch: Neues Dach für die Liebfrauenschule
Für das Stellen der Uhr sind die Mitarbeiter der Firma Bohn Bedachungen nicht zuständig. Sie haben mit über 2100 Quadratmeter Dachfläche auch schon genug zu tun. FOTO: Gottfried Evers
Goch. Wenn Bau- oder Renovierungsarbeiten an der Gocher Grundschule Liebfrauenschule anstehen, hat der Landeskonservator erhebliches Mitspracherecht. Denn die Schule aus den 50-er Jahren ist ein Denkmal. Von Anja Settnik

Nach dem Krieg gab es viel wieder aufzubauen; die wenigsten Zweckbauten, die um 1950 entstanden, sind deswegen ein Denkmal. Gochs Liebfrauenschule besitzt diesen Status, der zwar eine Auszeichnung, oft aber auch eine ziemliche Herausforderung oder sogar eine Last ist. Das Ensemble aus mehreren Gebäude-Teilen, Schulhof und altem Baumbestand kann nur in der Art und Weise renoviert und saniert werden, wie der Landeskonservator es erlaubt. Die jetzt zu Ende gehenden Sommerferien wurden genutzt, um die Dächer neu zu decken und im Inneren das Leitungssystem der Heizung zu erneuern. Das Gerüst soll vor Mittwoch abgebaut sein.

Die Gocher Schullandschaft ist - auch baulich - in einem guten Zustand, das wird überparteilich anerkannt. Deshalb stand diesmal nur die Liebfrauenschule zur Renovierung an. "Im Haushalt stehen dafür 458.000 Euro", sagt Wolfgang Jansen, Geschäftsführer der Gocher Stadtentwicklungsgesellschaft "GO!". Eine Reihe vorwiegend Gocher Firmen war mit den Arbeiten beschäftigt: Bohn für die Dächer, Wagner für die Wasserleitungen, Lange für die Elektrik, Janßen aus Nütterden hat Putzarbeiten verrichtet. "Die Firma Rosenbaum aus Asperden wird noch die Vorhänge reinigen", weiß Jansen.

Wolfgang Jansen von der GO! (links) und Robert Bohn auf dem Schulhof der Liebfrauenschule. FOTO: Evers, Gottfried (eve)

Und sie in bis dahin geputzte Fenster hängen, wird versichert. "Vor dem ersten Schultag erfolgt noch eine Grundreinigung, so dass am Mittwoch alles bereit ist für den Schulstart", sagt der Chef der "GO!". Einige Lehrerinnen, die in diesen Tagen zu Vorbereitungen in die Schule kamen, möchten das gerne glauben, argwöhnen aber, dass sie wohl doch noch selbst ein wenig für den letzten Schliff sorgen müssen. Dass die Fenster nicht mehr so häufig geputzt werden wie früher, ärgert sie manchmal.

"Das verstehen wir, aber wir müssen natürlich den Spagat bewältigen, Geld zu sparen und den Lehrern und Kindern trotzdem ordentliche Bedingungen zu bieten", merkt Jansen an. Das Denkmal Liebfrauenschule hat die Stadt und das örtliche Handwerk in den vergangenen Jahren reichlich beschäftigt. Bekanntlich gab es sowohl in der Turnhalle, als auch in einem Klassenraum erhebliche Wasserschäden. Der Rohrbruch in der Turnhalle hatte zur Folge, dass dort lange Zeit kein Sportunterricht möglich war.

Bernd Prieske ist der Architekt, der vor einigen Jahren den Neubau für den Ganztag samt Erweiterung geplant hatte, und auch jetzt managt er die nötigen Arbeiten. Er deutet an, einen guten Draht zum Landeskonservator zu haben - sonst wäre das Projekt Denkmalsanierung wohl noch komplizierter. Handwerklich eine herausforderung: "Die oberen Giebelabschlüsse sind in Form von Dreiecken gemauert; das soll auch so bleiben. Denn Formziegel, die um die Kante herum fassen, gab es in den 50-er Jahren noch nicht oder sie wurden kaum verwendet", erklärt der Fachmann.

Im Übergang vom Giebel zum Dach müssen Schiefer-Schindeln angebracht werden; aus gestalterischen Gründen ist diese Optik auch im Neubau verwandt worden. Dachdecker Robert Bohn hat die Verschieferung ebenso fachgerecht durchgeführt wie die großen Flächen, die normale Dachpfannen bekamen. "Wir haben hier 2100 Quadratmeter Dachfläche und 390 laufende Meter Dachrinnen und Fallrohre", weiß Prieske.

Das Dach des Hauptgebäudes ist fertig, Verwaltungstrakt und Turnhalle folgen im Herbst. Dann dürfte die Heizung schon in Betrieb sein, die dank neuer Leitungen und zeitgemäßer Regelungstechnik vom Keller bis in die obere Etage zuverlässige Wärme liefern soll. Zu diesem Zweck soll im Oktober übrigens auch noch das Dach gedämmt werden - auf dem Fußboden, nicht unter den Ziegeln. "Sonst hätten wir Aufsparren müssen, aber das würde der Denkmalschutz nicht erlauben", meint Jansen.

Quelle: RP
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