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Goch-Nierswalde
Nierswalde hat Zukunft

Goch-Nierswalde: Nierswalde hat Zukunft
Blick in die gefüllte Nierswalder Mehrzweckhalle, rechts am Mikrofon Gerd Engler. FOTO: Gottfried Evers
Goch-Nierswalde. Das zeigten die Ergebnisse einer detaillierten Einwohnerbefragung des Gocher Ortsteils. In einer Bürgerversammlung präsentierten engagierte Ehrenamtliche in der Mehrzweckhalle die Auswertung der 380 ausgeteilten Fragebögen. Von Maria van de Sand

Wenn zu einer Bürgerversammlung in einer bereits gut bestuhlten Mehrzweckhalle so viele Einwohner kommen, dass zusätzliche Tische und Stühle aufgebaut werden müssen, dann ist Eines offensichtlich: In diesem Ort besteht Interesse - Interesse an Bürgerthemen, an einem gemeinsamen Dorfleben, an zukunftsfähigen Konzepten zum Voranbringen des Ortes. Auf den Gocher Stadtteil Nierswalde trifft das wohl zu, denn hier fanden sich schon 35 ehrenamtliche Helfer, alleine um Fragebögen für eine Zufriedenheitsstudie, das Leben im Dorf betreffend, von Tür zu Tür zu bringen. Nun präsentierten engagierte Ehrenamtliche die Ergebnisse der Befragung.

Nach den Begrüßungsworten durch Gerd Engler vom Heimatverein Nierswalde berichtete Ulrich Junken, dass in dem 1017 Einwohner zählenden Dorf insgesamt 18 Betriebe rund 200 Festangestellte beschäftigten. "Zudem werden wir in diesem Jahr 10000 Übernachtungen in Nierswalde zu verzeichnen haben. Darauf können wir stolz sein", sagte er in seinem Vorwort. Zum Thema Wohnsituation hielt er fest, dass die Einwohner des Dorfes mit dem Ort in einer "Dauerbeziehung" lebten. Lediglich sechs Prozent der Befragten (von 380 Fragebögen wurden 297 ausgefüllt zurückgegeben) könnten sich vorstellen, innerhalb der nächsten zwei Jahre wegzuziehen. Das ist angesichts der Tatsache, dass die Nierswalder für den Besuch von Apotheke, Bank oder Lebensmittelgeschäft einen der benachbarten Orte aufsuchen müssen, recht wenig.

Unzufriedenheit zeigte sich bei den Themen medizinische Versorgung, Freizeitmöglichkeiten für ältere Kinder und Jugendliche sowie beim Mobilfunkempfang. Insbesondere wünschten sich die Einwohner aber einen gemeinsamen Treffpunkt und einen Bäcker im Ort. Was die Gestaltung der Freizeitaktivitäten über Vereine angeht, gibt es zu dem bereits Vorhandenen noch ein wenig Potenzial nach oben, zeigte die Studie. Jürgen Meuser, Vorsitzender des örtlichen Sportvereins, dazu: "Es ist vieles möglich, wenn wir uns gemeinsam aktiv beteiligen." Mit den Freizeitangeboten für Senioren und den örtlichen Restaurants und Cafés seien die Nierswalder sehr zufrieden, erklärte Marion van Stiphout die weiteren Umfragewerte.

Gar nicht gut kam beim Publikum die Tatsache an, dass der Kinderkarneval aufgrund brandschutzrechtlicher Verordnungen nicht mehr in der Mehrzweckhalle stattfinden soll. Auch die hohen Gebühren, welche die Stadt Goch für die Nutzung der Leichenhalle erhebe, brachten Anwesende als Kritikpunkt hervor. Insbesondere aber prangerten die Dorfbewohner das "Wasserloch" an der Kesseler Straße an und fragten, warum am Dorfteich ein höherer Zaun angebracht werden müsse, obwohl die gesamte Niers gegen das Hineinfallen nicht abgesichert sei. Klaus Krantz von der Stadt Goch erläuterte, dass auch die Stadt hier nur der Getriebene sei und der Unterschied darin liege, dass der Teich ein künstlich angelegtes Gewässer sei. Zu den anderen Standpunkten ließ er wissen: "Mit uns kann man über alle möglichen Themen reden, aber wenn es um den Brandschutz geht, da gibt es kein Pardon." Dennoch versuche man eine Möglichkeit zu finden, dass der Kinderkarneval im nächsten Jahr in der Halle stattfinden könne, so Krantz. Zum Abschluss des Abends stellte Birgit Mosler das noch in der Konzeptionierung befindliche INTERREG-Projekt "Starke Dörfer" vor. An dem EU-finanzierten Forschungsprogramm sollen, wenn das Genehmigungsverfahren abgeschlossen ist, 60 Dörfer teilnehmen. Nierswalde könne dazu als Pilotdorf dienen, so Mosler. Ziel sei es, erfolgreiche Konzepte für ein gut funktionierendes Dorf zu eruieren und diese auf andere Orte zu übertragen. Nierswalde hat mit der starken Resonanz von 79 Prozent Umfrage-Beteiligung und zahlreich bestehenden, ehrenamtlichen Initiativen erste Schritte in diese Richtung gemacht. Jetzt geht es an die gemeinsame Umsetzung der Neuprojekte.

Quelle: RP
 
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