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Goch
Nieuw Bergen hat sich neu erfunden

Goch: Nieuw Bergen hat sich neu erfunden
Nieuw Bergens Bebauung im Zentrum. Hier gab es früher nur ungeregelten Parkraum. Das Bild wurde vom neuen Turm aus fotografiert. FOTO: privat
Goch. Von einem Aussichtsturm fällt der Blick auf einen ovalen Kreisverkehr und ein alt-holländisch wirkendes Geschäftszentrum. Viel neue Verkaufsfläche, mehr Aufenthaltsqualität und genügend Raum zum kostenlosen Parken. Von Anja Settnik

Die niederländische Nachbarstadt von Goch, Bergen, hat einen neuen Mittelpunkt. Das Zentrum von Nieuw Bergen an der N 271 wurde komplett umgestaltet. Reisende aus dem Nordkreis Kleve, die etwa auf dem Weg nach Arcen oder weiter Richtung Venlo sind, werden den zentralen Platz, der früher von der Nationalstraße aus hinter einer unsortiert wirkenden Bebauung verborgen bleib, jetzt ganz bestimmt sehen, denn es gibt eine neue Landmarke: einen Turm, der auf den ersten Blick wie eine Moschee samt Minarett aussieht. In jedem Fall hat der Rotterdamer Architekt etwas Unverwechselbares geschaffen.

Fast zehn Jahre ist es her, dass die Nachbarn erkannten: Das Zentrum von Nieuw Bergen muss komplett umgebaut werden, um attraktiver zu werden. Sowohl der Wohnbau, als auch die Einkaufssituation sollten zeitgemäßer werden. Die Funktion als Versorger für die gesamte Kommune müsse gestärkt werden; bestehende Geschäfte ebenso wie neu anzusiedelnde wurden betrachtet. Die Verkaufsflächen am Rathausplatz sollten um 4000 Quadratmeter erweitert werden. Viel Parkraum sei dafür nötig: ebenerdig, nahe zu den Läden und für die Nutzer kostenlos.

Selbst, wer den Blick nicht von der Straße hebt, bemerkt die Neuerung, denn die N 271 wurde verschwenkt, ein neuer Kreisverkehr entstand, der Stadtkern bekam eine neue Zufahrt. Wodurch sich auch eine deutliche Geschwindigkeitsreduzierung ergibt. Der "Kreisverkehr" ist übrigens alles andere als rund, vielmehr stellt er ein langgezogenes Oval dar, in dessen Innerem sich eine Grünanlage ausdehnt. Radfahrer und Fußgänger sind vom Autoverkehr deutlich getrennt.

Der Turm allein dürfte schon manchen Ausflügler bewegen, mal kurz ins Städtchen abzubiegen. Er wirkt nicht nur nach außen, sondern kann auch erklommen werden. Der "Toren" ist ein frei zugänglicher Aussichtsturm, von dem aus der Blick in die weite flache Maaslandschaft fällt. Die Kirchtürme der weiteren Umgebung sind ebenso zu erkennen wie Neues ganz in der Nähe: Sehr gut lässt sich von oben nämlich auch der neue Geschäftskomplex erkennen, der den früher recht ungeregelt beparkten zentralen Platz jetzt einnimmt.

Ungewöhnlich für die heutige Zeit: Das Ensemble will offenkundig gar nicht modern wirken, sondern kommt eher gemütlich mit geschummelten "holländischen" Giebeln daher.

Für 250 Autos ist "vorne" nahe an der Durchgangsstraße Platz. Neben einigen Geschäften und Gaststätten, die es schon immer in Nieuw Bergens Mitte gab, ist in dem Neubau nun auch eine Filiale der niederländischen Kaufhauskette "Hema" untergekommen.

Das ganze Projekt hat einen einprägsamen Namen: "Mosaik", angelehnt an die vielen Ideen und Aufgaben, die der Ortskern zu erfüllen hat. So ging es den Planern nicht nur um mehr und schönere Geschäfte, sondern auch um eine höhere Aufenthaltsqualität für die Bürger. D

as hatten sich nicht zuletzt die Bergener selbst dringend gewünscht. Für sie und alle, die am Projekt mitgearbeitet haben, fand ein mehrtägiges Eröffnungs-Fest statt.

Quelle: RP
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