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Goch
Nordwestbahn entschuldigt sich - und verweist auf den VRR

Goch. Der Vorfall hatte für viel Gesprächsstoff gesorgt: Der Niersexpress war an einem Freitagabend in Krefeld nicht mehr weiter Richtung Geldern-Kevelaer gefahren, weil er völlig überfüllt war. Wegen zwei Sportgroßereignissen waren viele Fans im Zug. Die Bundespolizei forderte die Fahrgäste schließlich auf, den Wagen zu verlassen. Erst als der Zug leerer war, setzte der Niersexpress seine Fahrt 45 Minuten später fort. Walter Seefluth aus Geldern hatte im Zug gesessen und den Fall öffentlich gemacht. Auch beim Betreiber Nordwestbahn hatte er die Zustände heftig kritisiert. Von Sebastian Latzel

Jetzt bekam er eine Antwort von dem Unternehmen. Man bedauere die Unannehmlichkeiten sehr, die ihm und einer Vielzahl von Reisenden entstanden seien, heißt es in dem Schreiben. Gleichzeitig weist die Nordwestbahn darauf hin, dass der VRR für die Zugbestellung zuständig sei. Eben für den betroffenen Zug sei nur ein Wagen bestellt worden. "Eine eigenmächtige Verstärkung der Zugkapazitäten ist der Nordwestbahn nicht gestattet", schreibt das Unternehmen. "Wir bitten um Entschuldigung, dass wir keine Absprache mit dem Aufgabenträger getroffen haben und der Zug ab Düsseldorf mit einer zu geringen Sitzplatzkapazität verkehrt ist, als es bei solchen Sportveranstaltungen nötig gewesen wäre." Zukünftig werde man diese Veranstaltung mit höherem Sitzplatzbedarf in den Kalender aufnehmen.

"Sie können sicher sein, dass wir die eintreffenden Kundenbeschwerden sehr ernst nehmen und diese intern, auch mit dem VRR reflektieren, damit sich solch eine Situation nicht wiederholt." Diesen Satz nimmt Walter Seefluth zum Anlass, um andere Fahrgäste des Niersexpress darum zu bitten, sich bei ihm zu melden, wenn sie auch negative Erfahrungen gemacht haben. Er ist auch interessiert an Änderungs- und Verbesserungswünschen. Diese können an ihn unter w-seefluth@t-online.de gemailt werden. "Ich hätte mir gewünscht, dass bei der Aufforderung zum Räumen des Zuges durch den Fahrzeugführer auch geklärt worden wäre, wie die Passagiere alternativ nach Hause kommen können. Wer die Kosten für eine Taxifahrt übernimmt? Ob der nachfolgende Zug entsprechende Kapazitäten aufweisen wird? Mit diesen Informationen hätte sich der 45-minütige Zwangsaufenthalt sicher vermeiden lassen. Hier muss in Zukunft Abhilfe geschaffen werden", meint Seefluth.

Quelle: RP
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