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Goch
Novemberleuchten in Keppeln
Goch: Novemberleuchten in Keppeln
Auch die Kunst des Klöppelns kann in Keppeln bestaunt werden. FOTO: Klaus-Dieter Stade
Goch. Wenn tausende Besucher im Spätherbst in das kleine Keppeln strömen, ist es Zeit für das Novemberleuchten im Tannenwald. 20 Aussteller präsentieren in der bis ins Detail liebevoll geschmückten Büdchenstadt von Maria Verhoeven ihre Waren, erstmals gehört eine lebensgroße Krippe dazu. Von Ludwig Krause

Und weil das Novemberleuchten für viele weit mehr als ein Geheimtipp ist, kommen die Gäste mittlerweile sogar aus Köln, Düsseldorf oder dem Ruhrgebiet. Am Rand der Wege, die allesamt malerische Namensschilder tragen, blinzeln Engelsfiguren durch das Wald-Dickicht, das das Gebiet umgibt. Die Besucher stehen fasziniert vor der lebensgroße Krippe, in einem Gehege grasen echte Ziegen.

Seine wahre Pracht entfaltet das Novemberleuchten aber, wenn es dunkel wird in Keppeln. Dann leuchten Kerzen den Weg, Fackeln knistern, und an jeder Ecke sind kunstvoll verzierte Laternen zu entdecken. Eine Atmosphäre, die sich auch auf die Besucher überträgt. Sie schlendern entspannt zwischen den Buden und Häuschen der Händler oder unterhalten sich bei Glühwein und Reibekuchen.

Maria Thönißen verkauft Liköre, Brotaufstriche und Essig. Sie ist bereits zum vierten Mal in Keppeln dabei und schätzt das Novemberleuchten als stimmungsvolle Abwechslung. "In dieser Umgebung sind die Menschen viel freundlicher, als auf normalen Märkten. Man kommt viel eher ins Gespräch, einige kommen schon seit vielen Jahren her", berichtet sie. Gerade Produkte aus der Region, wie ihre selbst gemachte Ware, seien bei den Kunden äußerst beliebt.

Den Weg hinunter ist energisches Hämmern zu hören. Dort sitzt ein Mann mit einem kleinen Hämmerchen und schlägt auf einen Löffel ein, bis dieser sich verformt. Karl-Josef Wawer stellt Schmuck aus Silberbesteck her. So werden aus Kuchenhebern Broschen, aus kleinen Löffelchen Ringe.

"Das erste Mal habe ich das bei Hippies in den 68ern gesehen, die am Wegesrand saßen und so ihren Schmuck gestaltet haben", erzählt er. Vor drei bis vier Jahren habe er sein Interesse wieder entdeckt, seitdem verkauft er den handgefertigten Schmuck auf Märkten. "Das sind alles Einzelstücke, die man nirgends sonst erwerben kann", sagt Wawer.

 

Quelle: RP/jul
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