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Goch/Weeze
Parookaville: Am Airport entsteht eine Festival-Stadt

Parookaville: So sieht es beim Aufbau aus
Parookaville: So sieht es beim Aufbau aus FOTO: Gerhard Seybert
Goch/Weeze. Das deutschlandweit einmalige Konzept von "Parookaville" erweist sich schon vor der Premiere als Erfolg: Binnen fünf Monaten wurden mehr als 23.000 Karten verkauft, internationale Top-DJs fliegen extra mit Privatjets ein. Von Michael Baers

Natürlich ist das Wetter ein Thema bei Next Events. "Es gibt 22 Grad, viel Sonne und null Prozent Regenwahrscheinlichkeit", orakelt Bernd Dicks, einer von drei Geschäftsführern des Weezer Unternehmens, das für "Parookaville" verantwortlich zeichnet. Das behaupte zumindest die App, die er auf seinem Handy installiert habe, gut eine Woche vor Festival-Start - und weil dem 30-Jährigen diese Vorhersage für den Zeitraum von Freitag bis Sonntag (17. bis 19. Juli) durchaus gefällt, glaubt er auch daran.

Verdient, das lässt sich bereits jetzt schon sagen, hätten es die Veranstalter jedenfalls, dass solche idealen Freiluft-Bedingungen eintreffen. Ende der vergangenen Woche begann der Aufbau der Festival-Stadt auf dem Airport-Gelände und damit die Umsetzung eines Vorhabens, das planerisch vor zwei Jahren seinen Anfang nahm. Somit erlebt die Dreierspitze von Next Events, neben Dicks gehören Georg van Wickeren und Norbert Bergers dazu, also derzeit die Verwirklichung einer Vision. "Plötzlich wird alles real, das ist ein irres Gefühl", sagt Dicks. "Es läuft wie am Schnürchen."

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Mit welcher Liebe zum Detail Next Events dabei vorgeht, dürfte insbesondere den Gochern bestens bekannt sein, da das junge Team seit diesem Jahr auch den hiesigen Zeltkarneval gestaltet und mit Wohnzimmer-Wohlfühl-Atmosphäre für Begeisterung in der Narrenhochburg an der Niers sorgte.

Neben der Leidenschaft der Organisatoren gibt es weitere Argumente, die Petrus mit Blick aufs Wochenende wohlwollend stimmen sollten. Zum Beispiel die Tatsache, dass inzwischen mehr als 23 000 Karten verkauft wurden und es durchaus sein könnte, dass gleich bei der Premiere die für das Gelände zugelassene Maximalzahl von 25 000 Besuchern erreicht wird. "Wir haben zu Beginn mal gesagt, dass 20 000 verkaufte Tickets schon eine super Sache wären", sagt Dicks, "aber damit haben wir wirklich nicht gerechnet. Wir haben wohl voll ins Schwarze getroffen."

Dass innerhalb von rund fünf Monaten so viele Tickets - verteilt auf fast ganz Europa übrigens - den Besitzer wechselten, spricht für das deutschlandweit einmalige Konzept. Geplant ist auf dem Airport-Gelände bekanntlich nicht einfach nur ein Festival mit elektronischer Musik. Angelehnt an "Tomorrowland", den Platzhirschen der Branche mit 180 000 Besuchern, wird die Stadt "Parookaville" entstehen. Inklusive Postamt, Kirche, Schwimmbad, Jahrmarkt mit Riesenrad, Autoscooter und Greifer-Automat, einer Imbissmeile, einem Biergarten, Bungee-Jumping und vielem mehr. Daher sprechen Dicks, Bergers und van Wickeren auch lieber von "Bürgern" statt Besuchern. Denn jeder Kartenbesitzer bekommt ein Visum und damit den Auftrag, von Freitag bis Sonntag den Gedanken des fiktiven Gründungsvaters und Bürgermeisters Bill Parooka aufleben zu lassen: "Wahnsinn, Liebe und pure Glückseligkeit sollen diese Stadt regieren".

Bei den Protagonisten auf der Bühne hat dieses Konzept offensichtlich ebenfalls gefruchtet. Mit Alesso, Dimitri Vegas & Like Mike, Steve Aoki und Armin van Buuren konnten schon früh Headliner verpflichtet werden, die die Szene aufhorchen ließen. Bald folgten weitere international bekannte Mischpult-Artisten wie Fedde Le Grand, Robin Schulz und Martin Solveig, die allesamt regelmäßig die vorderen Plätze der Deutschen Charts belegen. Um welch renommierte Künstler es sich hierbei handelt, zeigt der Umstand, dass von den 19 DJs, die auf der Hauptbühne (insgesamt gibt es fünf Bühnen) auflegen, sieben mit einem Privatjet eingeflogen werden. Mit jeweils einem.

Während die Nachfrage nach den Tickets gerade in den letzten Tagen und Wochen noch zugenommen hat (allein zwischen Mitte Juni und Anfang Juli wurden mehr als 4000 Karten verkauft), gab es bei Next Events zuletzt auch Anrufe und Mails, mit denen die drei Geschäftsführer nicht gerechnet hätten. "Es ist kaum zu glauben, wie viele DJs noch Last-Minute-Anfragen gestellt haben, um bei ,Parookaville' dabei zu sein", verrät Dicks. Darunter durchaus auch Namen, die in der Szene bestens bekannt sind.

Doch das Line-up steht, Ausfälle wie zuletzt bei der Mayday in Dortmund, als mit ATB kurzfristig einer der Top-Stars ersetzt werden musste, sind nicht in Sicht. So können sich die 60 bis 150 Helfer, die im Moment "Parookaville" aufbauen, voll auf ihre Arbeit konzentrieren. "Am Ende werden bis zu 700 Leute hier beschäftigt sein", so Dicks.

Heute früh beginnt übrigens der Aufbau der Hauptbühne, gestaltet vom "Tomorrowland"-Designer. Ab Freitagnachmittag kann sie dann besichtigt werden. Zumindest von denen, die sich rechtzeitig mit einem Visum für den wochenendlich verordneten Wahnsinn in Weeze versorgt haben.

Mehr Infos zum Parookaville finden Sie in unserem Dossier. 

Quelle: RP
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