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Goch/Weeze/Hamburg
Parookaville gewinnt Festivalpreis - und hilft Flüchtlingen

Parookaville gewinnt Festivalpreis - und hilft Flüchtlingen
Die Mega-Bühne im Überblick. Mit 25.000 Besuchern war die Premiere von Parookaville ausverkauft. FOTO: RP-Archiv
Goch/Weeze/Hamburg. Beim Helga-Award gab es die Auszeichnung "Bestes Festival National". Zeitgleich startete der Vorverkauf - inklusive Spenden-Bitte. Von Sebastian Latzel

Für Bernd Dicks war es dann doch irgendwie ein merkwürdiges Gefühl bei der Preisverleihung auf der Reeperbahn. "Du stehst da plötzlich zwischen diesen ganzen großen Veranstaltern von Rock- und Pop-Festivals und darfst am Ende einen Preis ausgerechnet für den Dance-Bereich entgegen nehmen", sagt der Weezer, der zusammen mit seinen Freunden Georg van Wickeren und Norbert Bergers die Fäden beim Parookaville-Festival zieht. Es sei bereits ein Riesenerfolg gewesen, gleich in zwei Kategorien beim Open-Air-Award Helga nominiert zu sein. Dass Parookaville am Ende den begehrten Preis sogar in der Kategorie "Bestes Festival National" gewann, sei kaum zu glauben.

"Wir sind einfach drei Jungs aus Weeze, die ihren Traum verwirklichen wollten. Wir wollten was Cooles in Weeze machen, dass es am Ende so ein Riesenerfolg werden würde, konnte keiner von uns ahnen", sagt Dicks. Den Erfolg macht für ihn auch aus, dass die Leute honorieren, dass die Veranstalter wirklich mit Leidenschaft und Herzblut an die Sache gehen. Das geht bis ins Detail. "Wir wollten beispielsweise, dass die Bäume besser zur Geltung kommen und haben sie grün anstrahlen lassen. Das sind so Kleinigkeiten, die bei den Künstlern in Erinnerung bleiben", freut er sich. Solche Veranstaltungen hätten Strahlkraft weit über die Region hinaus und würden international Werbung für den Niederrhein machen.

Wie berichtet, war Parookaville mit 25 000 Besuchern restlos ausverkauft. Der Run auf Karten für das nächste Festival ist schon riesig. Es gibt eine massive Ticketnachfrage. Daher ist die Kapazität bereits erhöht worden. Über 65 000 Fans gaben innerhalb der sozialen Netzwerke bekannt, an der Neuauflage des Festivals 2016 teilnehmen zu wollen. "Allerdings werden maximal 40 000 Besucher im kommenden Jahr in die Festival-Stadt am Weezer Flughafen einziehen können", stellt Dicks klar.

Die ersten Bilder vom Parookaville 2015 FOTO: Thomas Binn

"Wir haben die Kapazitäten, so gut es geht, erweitert, wollen aber bewusst nicht zu schnell wachsen, um unseren hohen Ansprüchen für ein einmaliges Wochenende nach wie vor gerecht werden zu können", ergänzt der Parookaville-Organisator. Erweitert wurde vor allem der Campingplatz: Statt 12 000 Campern können im kommenden Jahr 25 000 Besucher ihre Zelte unmittelbar neben dem Festivalgelände aufschlagen.

Wer ein Ticket möchte, sollte nicht mehr lange warten. Jetzt ist die so genannte Pre-Registration gestartet. Im Internet können Fans sich für ein Ticket vorregistrieren lassen. Nur damit hat man die Chance, am Tag des Vorverkaufsstarts tatsächlich ein Visum für die Festival-Stadt zu bekommen. Am Samstag, 10. Oktober, um 15 Uhr wird die Ticketseite freigeschaltet.

Fotos: Parookaville 2016 – Impressionen vom ersten Tag FOTO: Julian Binn

Dort, wo vor zwei Monaten das Parookaville-Festival über die Bühne ging, erinnert momentan allerdings nur noch wenig an ein Electro-Dance-Open-Air. Das Eventgelände wird gerade hergerichtet, damit dort ab der nächsten Woche Flüchtlinge untergebracht werden können. Als Weezer hat Bernd Dicks diese Entwicklung natürlich auch im Blick. "Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn du daran denkst, dass da vor einiger Zeit noch Party gefeiert wurde und das Gelände jetzt so etwas wie eine Hoffnung für Menschen wird, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden", sagt er.

So etwas gehe natürlich nicht spurlos an einem vorüber. Daher hat sich das Parookaville-Team zu einer Aktion für die Flüchtlinge entschlossen. Jeder, der eine Karte für das Open Air kauft, wird beim Vorverkauf darum gebeten, zwei Euro zur Unterstützung der Asylbewerber zu spenden

Das Parookaville-Festival wird im kommenden Jahr in der Zeit vom 15. bis 17. Juli stattfinden. Ein Wochenend-Ticket kostet ab 129 Euro.

Quelle: RP
 
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