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Goch/Weeze
Petrusheim startet Projekt Erlebnishof

Goch/Weeze: Petrusheim startet Projekt Erlebnishof
Noch sind die Kaninchen aus Holz. Aber schon bald sollen echte Langohren im Erlebnishof Petrusheim den Kontakt zu den Besuchern suchen. Das Konzept stellten Christiane Handels, Michael Vogt und Dieter Paeßens (v.l.) jetzt vor. FOTO: Seybert
Goch/Weeze. Ein Kaninchenstall als Startschuss für ein neues Konzept: Die Bewohner sollen mehr Kontakt zu Haustieren bekommen. Gleichzeitig öffnet sich die Weezer Einrichtung weiter für Besucher und Ehrenamtliche. Von Bianca Mokwa

Es braucht ein gutes Stück Fantasie, um sich vorzustellen, was auf der bisher grünen Wiese entstehen soll. Flatterband, Erdhaufen und ein Blick Richtung Wald erwarten den Besucher des Petrusheims in Baal.

Im Kopf von Dieter Paeßens, Bereichsleiter Wohnen-Arbeiten-Leben im Petrusheim und Mitarbeiterin Christiane Handels entstehen bereits andere Bilder. Die nämlich von friedlich mümmelnden Kaninchen, die in einem selbst gebautem Haus Zuflucht finden. "Erlebnishof Petrusheim" nennt sich das Projekt, das gerade beginnt, Gestalt anzunehmen.

"Tiere sollen naturnah erlebt werden", erklärt Paeßens das Konzept dahinter. Ausschlaggebend war der Brief eines Bewohners an den Vorstand, der diesen Wunsch äußerte. Hinzu kamen die bereits gesammelten und guten Erfahrungen, wenn Mitarbeiter ihre Haustiere, üblicherweise einen Hund, mit zur Arbeit brachten.

Paeßens spricht vom Baukastenprinzip bei der Planung des Erlebnishofs. Das bedeutet, aller Anfang ist klein. Deswegen wird mit dem Bau eines Kaninchenstalls begonnen. Wie der Stall aussehen soll, auch darüber gibt es sehr konkrete und vor allem praktische Vorstellungen.

Das Kaninchenhaus soll begehbar sein, damit die Bewohner des Petrusheims wirklich unmittelbaren Kontakt zu den Tieren haben können. Für die konkrete Planung ist Bewohner Michael Vogt verantwortlich. Der gelernte Elektrotechniker tüftelt noch an den Feinheiten, konnte aber bereits mit seiner eigens hergestellten Voliere für seine vier Wellensittiche überzeugen. "Die gibt auch optisch was her", sagt Paeßens anerkennend.

So wie Vogt als Bewohner bei der Gestaltung mitwirkt, so sollen später auch die Bewohner in die Versorgung und Pflege der kleinen Nager einbezogen werden. "Sicher haben wir es im Petrusheim als Einrichtung der Wohnungslosenhilfe mit Leuten zu tun, die vielleicht Lebensbrüche haben", sagt Paeßens. "Aber selbst der Schwächste hat Ressourcen."

Optimal wäre es, wenn sich nach einiger Zeit eine feste Gruppe finden würde, die sich für die Tiere verantwortlich weiß, wagt Christiane Handels einen Blick in die Zukunft. Die Mitarbeiterin des Petrusheims ist Reittherapeutin. "Ich weiß um die Wirkung der Tiere im Allgemeinen", sagt sie. "Wir versprechen uns ohne Absicht therapeutische Effekte", drückt es Paeßens aus.

Im Flyer, der das neue Projekt erklärt, steht dazu ein Zitat von Schriftsteller Mark Twain. "Tiere sind die besten Freunde. Sie stellen keine Fragen und kritisieren nicht." Aber der Erlebnishof Petrusheim soll über das persönliche Wohlbefinden der Bewohner hinausgehen. Mitarbeiterin Handels spricht von Inklusion.

Nicht nur die Bewohner sollen sich an dem tierischen Zuwachs erfreuen, sondern auch Radfahrer, die einen Zwischenstopp beim Petrusheim einlegen oder Oma und Opa mit ihren Enkelkindern.

Bausteine heißt auch: Das Projekt soll wachsen. Ein Barfußpfad ist angedacht und wenn die ersten Kaninchen einmal da sind, sollen weitere Tiere folgen. Auch die Idee eines Sinnengartens schwebt schon in einigen Köpfen. "Ganz wichtig ist auch, das alle sich hier willkommen fühlen", fasst Christiane Handels das Konzept des Erlebnishofes zusammen.

Um die Projekte zeitnah und auf Dauer umzusetzen und echtes Miteinander zu leben, werden noch Ehrenamtliche gesucht, die das Projekt begleiten.

Quelle: RP
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