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Goch
Piraten entern die Gaesdonck-Bühne

Goch: Piraten entern die Gaesdonck-Bühne
Alle drei Jahre wird an der Gaesdonck ein Musical erarbeitet. Diesmal geht es dabei um die Freibeuter der Meere. FOTO: SETTNIK
Goch. Am zweiten Juli-Wochenende führen die Schüler des bischöflichen Gymnasiums ein Musical auf. Allein 80 Akteure wirken auf der Bühne mit, hinzu kommen zahlreiche Musiker. Von Anja Settnik

Sie können es kaum mehr abwarten - nicht die Aufführungen und auch nicht das, was unmittelbar auf das stressige Wochenende folgen wird: Daniel Verhülsdonk und Lars Poley werden sich ihre Bärte abrasieren. Eigens für das Musical "Mit Säbel, Herz und Papagei", das die Gaesdoncker in diesem Schuljahr erarbeitet haben, haben sich die beiden Lehrer und Projektleiter rauschende Bärte wachsen lassen. Einmal piratenrot (Verhülsdonk) und einmal admiralweiß, beide Varianten sollen jucken und ihrem jeweiligen Träger noch immer fremd sein. "Ich erschreck' mich bei jedem Blick in den Spiegel", sagt Poley. Dabei sollen sich ja eher die Zuschauer erschrecken, wenn die wilde Piratenmannschaft am Freitag, 7., und Sonntag, 9. Juli, die Bühne des bischöflichen Gymnasiums entert.

Wer eine der Aufführungen besuchen möchte, die jeweils um 19 Uhr beginnen, am Sonntag familientauglich auch um 15 Uhr, sollte sich schnell Karten sichern. Es gibt sie für zehn Euro (ermäßigt sechs Euro) in der Schule und in den beiden Gocher Buchhandlungen.

Alle drei Jahre wird an der Gaesdonck ein Musical erarbeitet. Das ist dann Unterrichtsgegenstand eines Literatur- und Musikkurses, der vom Projektkurs Kunst unterstützt wird. Natürlich kommen die Akteure mit den Unterrichtsstunden beileibe nicht aus, monatelang finden Extra-Proben und sogar Probenwochenenden statt. Inzwischen sitzt fast alles, jetzt kann's nur noch um die Feinabstimmung gehen. Zur Generalprobe und zu den Aufführungen kommt ein professioneller Tontechniker hinzu, damit alles genau so klingt, wie die Mannschaft sich das vorstellt.

Die Crew ist gewaltig: "Etwa 80 Schüler wirken auf der Bühne mit, hinzu kommen die Musiker im Orchestergraben", erzählt Lars Poley. Er ist Bassist, spielte in diversen Bands und gehört seit 13 Jahren zur Lehrerband. Während Poleys Leidenschaft fraglos der Rockmusik gilt, ist Kollege Verhülsdonk eher der klassiche Vertreter. Neben dem Schulunterricht leitet er Chöre und unterstützt die Kirchengemeinden von Kessel und Hommersum als Organist.

Damit jeder auf seine Kosten kommt, basiert das Piratenmusical auf einer Rockformation, die klassisch symphonisch unterlegt ist. Mit so vielen Stimmen und der Projektband aus Orchester- und Big-Band-Musikern ist ein gewaltiger Klangkörper entstanden, dem die moderne Technik noch die Krone aufsetzt. Es geht in jeder Hinsicht hoch her bei den säbelrasselnden wilden Kerlen und Damen. Zumal die Leidenschaften ja auch noch durch große Gefühle angeregt werden. Auch Piraten verlieben sich schon mal. Isabell Marx als junger Pirat John, Carolin Piest als Kira, Alexander Binn als Kapitän und Antoni Konieczny als verfluchter Pirat Maltarip haben die tragenden Rollen, viele andere sind fast genauso bedeutsam.

"Zur Team-Leistung zählen natürlich alle, die auf, unter oder hinter der Bühne dabei sind", weiß Verhülsdonk. Und dieses Bewusstsein haben die Schüler wohl ach. "Alle sind mit absoluter Begeisterung bei der Sache, niemand drückt sich, selbst zusätzliche Workshops für Ton, Licht und Kameratechnik sind willkommen", freut sich der Lehrer.

Hörproben auf Facebook und auf der Gaesdoncker Internetseite stehen bereit, selbst der schuleigene Youtube-Kanal kommt mit einer Demo-Version des Stücks daher.

Was Musiklehrer Daniel Verhülsdonk unter anderem sehr freut, ist, dass viele Jugendliche heute wieder gerne singen. "Das hat sicher auch mit Casting-Shows und ähnlichen Gesangswettbewerben zu tun, während Chöre bei vielen jungen Leuten ja leider als uncool gelten. Dass sich die Schüler überhaupt trauen, ihren Körper vor so vielen Augen und Ohren als Instrument einzusetzen, ist einfach toll. Sie erleben, dass Singen frei macht - ein sehr beglückendes Gefühl."

Quelle: RP
 
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