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Goch
Projekt Eselrettung im Tierpark Weeze

Goch: Projekt Eselrettung im Tierpark Weeze
"Ambre" und "Tosca" heißen die zwei Poitou-Esel, die jetzt im Weezer Tierpark eine neue Heimat gefunden haben. Über sie freuen sich (v.l.) Thomas Müller, Marie-Christine Kuypers und Ulrich Francken. FOTO: Evers
Goch. "Ambre" und "Tosca" sind die neue Attraktion. Die beiden Tiere gehören zur seltenen Rasse der Poitou-Esel. Die beiden Stuten sollen auch zur Arterhaltung beitragen. Noch sind die beiden Neulinge scheu. Von Sebastian Latzel

Zu Eseln hat Marie-Christine Kuypers eine ganz besondere Beziehung. Seit sie drei Eselfohlen im Tierpark Kleve mit der Flasche aufzog, liegen ihr die Tiere irgendwie am Herzen. "Wenn man das einmal erlebt hat, dann kommt man an Eseln einfach nicht mehr vorbei", sagt die Tierparkleiterin lachend. Das ist es dann schon fast keine Überraschung mehr, dass sie auch in Weeze ein "Eselprojekt" realisiert hat.

Zum neuen Konzept der Anlage gehört, dass hier einheimische Tiere und bedrohte Haustierrassen gehalten werden. So kam die Idee auf, Poitou-Esel zu halten. Die Tiere gelten mit rund 450 Kilogramm als schwerste Esel der Welt und stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Mitte der 70er Jahre war der weltweite Bestand von Poitou-Eseln auf 44 reinrassige Tiere dezimiert. Dank französischer Züchter wurde ein Zuchtbuch erstellt und der Erhalt der Rasse vorangetrieben. Heute gibt es im Zuchtbuch etwa 80 gekörte Hengste und einige Hundert Stuten.

Die beiden Stuten "Ambre" und "Tosca" sind also eine Rarität und zugleich echter Blickfang. Erkennungsmerkmal dieser Rasse ist das lange Haar, das im Laufe der Zeit verfilzt. Die großen Tiere mit ihrem ungewöhnlich dicken Fell sind den Besuchern auch sofort aufgefallen, obwohl die Tiere noch scheu sind und sich nicht so nah an den Zaun trauen. "Immer wieder höre ich, dass die Leute rufen: Oh, sind die groß. Es fällt auf jeden Fall sofort auf, dass das hier ganz besondere Esel sind", meint die Tierpark-Chefin.

Sie will die Tiere in Weeze allerdings nicht nur halten. Das Duo soll auch zur Arterhaltung beitragen. Im nächsten Jahr sollen die beiden Eseldamen zu einem Hengst ins Münsterland zum Decken kommen. 2019 hoffen die Verantwortlichen dann auf Nachwuchs. So lange muss gewartet werden, weil die Tragzeit bei Eseln ein Jahr beträgt. Sollte in Weeze ein Hengst geboren werden, gäbe es die Möglichkeit, dass er für die Zucht eingesetzt wird. Das Verfahren dafür ist aufwändig. Um ins Zuchtbuch zu kommen, müsste er in Frankreich gekört werden.

Das alles ist Zukunftsmusik. Aktuell sind die beiden Tiere noch recht scheu. Kein Wunder, denn sie kommen von einem Züchter und nicht aus einem Tierpark. Publikum sind sie noch gar nicht gewöhnt. Daher halten sie sich momentan am liebsten hinten im Gehege an ihrem Unterstand auf. Die Tierparkleiterin ist aber sicher, dass die Vierbeiner sich bald an die Umgebung gewöhnen und dann auch zutraulicher werden. Dass sie ihren eigenen Kopf haben, stellten sie schon mal beim Fototermin unter Beweis. Da dauerte es dann etwas, bis die Tiere für das richtige Bild in Position gebracht waren.

Da die Tiere so selten sind, war es auch nicht möglich, sie aus einem anderen Tierpark zu bekommen. Die Anschaffung ging nur über einen Kauf. Das funktionierte dank der Unterstützung der Verbandssparkasse Goch-Kevelaer-Weeze. "Wir sind froh darüber, ansonsten hätten wir dieses Projekt nicht realisieren können", sagt Kuypers.

Quelle: RP
 
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