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Goch
Projekt "Wasserhof" nimmt Formen an

Goch: Projekt "Wasserhof" nimmt Formen an
Blick über die Gocher Nierswelle auf den Wohnkomplex, der am Gärtnerweg entsteht. FOTO: Klaus-Dieter Stade
Goch. Nur für Laien wirkt bedrohlich, welche Wassermengen die Pumpen derzeit aus der Baustelle über mächtige Rohre in die Niers befördern. Die Grundwasserabsenkung muss sein, sagt der Bauleiter. Nachfrage nach den Wohnungen ist groß. Von Anja Settnik

An dieser Stelle dürften einige der begehrtesten Wohnungen von Goch entstehen: am Gärtnerweg nahe der Nierswelle. 38 Wohnungen entstehen dort in vier Blöcken - barrierefrei, aber deswegen nicht unbedingt nur für Senioren interessant. Zwei der Häuser sind zwei-, die beiden anderen dreigeschossig. Geplant wurde die Anlage von "Reppco Architekten" aus Kleve und "Völling Architekten" aus Goch. "Die Nachfrage ist schon jetzt groß", freut sich Manfred Tielkes, Vorstand der Wohnbau eG.

Bis so gebaut werden durfte, wie Architekten und Bauherr das wünschten, war einige Planungsarbeit nötig, denn so nahe an der Niers - da drängt sich die Sorge vor Überschwemmung durch Hochwasser auf. "Das ist alles mit den Behörden abgeklärt. Der Bereich liegt oberhalb der Marke, die als kritisch angesehen werden könnte", sagt Stadtbaurat Klaus Krantz.

Zunächst hatte der Niersverband deutliche Einwendungen vorgebracht, die aber letztlich das Bauvorhaben nicht gefährdeten. "Es ist gewährleistet, dass die Gebäude auch bei einem Jahrhunderthochwasser nicht geflutet würden", sagt Krantz. Der Niersverband hätte auf der Höhe der Nierswelle gerne eine größere Überflutungsfläche statt einer Flächenversiegelung gesehen.

Dass "Wohnen an der Niers" mit Wasser zu tun hat, zeigen derzeit auch die mächtigen Pumpen und Rohre, die Massen von Wasser aus dem Baugrund aufnehmen und in die Niers einleiten. "Wir hatten eher mit noch mehr Wasser gerechnet", sagt Bauleiter Rainer Brants. Der niedrige Wasserstand nach der langen Trockenperiode sei für die Arbeiten günstig. "Die Kiesschicht, die wir dort vorgefunden haben, ist ein guter Untergrund, zumindest, wenn die Bohrpfähle eingebracht sind." Jedes der vier Häuser wird auf solchen Stützen stehen.

"Die Grundwasserabsenkung, die wir durchführen müssen, hat keine Auswirkung auf die Niers oder die Nierswelle", versichert der Bauingenieur. Auch die Einleitung des Grundwassers sei kein Problem - es handele sich ja um sauberes Wasser. Übrigens sinke der Wasserspiegel des Grundwassers nicht auf großer Fläche, sondern nur trichterförmig im Bereich der Bebauung; selbst der Niersverband hält das für unproblematisch.

Mancher Gocher wird sich schon auf den Balkon seiner künftigen Wohnung am Gärtnerweg träumen: ein toller Blick aufs Wasser und die manchmal recht belebte Nierswelle, hinterm Haus geht's zu Fuß nach wenigen Metern in die Innenstadt. 36 Mieter sollen sich dort bald zuhause fühlen. "Die beiden ersten Häuser sollten Ende des Jahres bezugsfertig sein, die beiden anderen bis Mitte 2016", sagt Brants. Unter zweien der Gebäude erstreckt sich eine Tiefgarage für die Bewohner des Komplexes. Von den Häusern aus wird sich eine offene Grünanlage Richtung Niersufer erstrecken.

"Das Projekt ist auf jeden Fall eine hervorragende städtebauliche Aufwertung der Fläche, die viele Jahre lang brach lag", erklärt Stadtbaurat Krantz. Bekanntlich standen auf dem Gelände längst nicht mehr genutzte Gewächshäuser einer ehemaligen Gärtnerei. Das Wohnprojekt sorgt nicht zuletzt für einen "aufgeräumten" Eindruck in bester städtischer Lage.

Quelle: RP
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