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Goch/Kleve
Radwandertag zwischen den Extremen

Goch/Kleve: Radwandertag zwischen den Extremen
Startschuss für die Radler in Kleve: Pünktlich um 10 Uhr ging es für die ersten Teilnehmer des Radwandertages am Opschlag los. FOTO: Klaus-Dieter Stade
Goch/Kleve. Drückende Hitze und lokal heftige Niederschläge: Wer am Wochenende Teil des 24. Niederrheinischen Radwandertags sein wollte, musste sich mit dem Wetter arrangieren. Teilnehmerzahlen gehen zurück. E-Bikes sind ein großer Trend. Von Ludwig Krause

Da staunten die Helfer des Radwandertags nicht schlecht. Während den gesamten Tag über drückende Hitze über dem Zentrum der Schwanenstadt lag, kamen einige der Radler schon am Vormittag pitschnass an die Stände des Opschlags gefahren. In Reichswalde, aber auch in Kranenburg und Nütterden hatte es bereits kurz nach Beginn des niederrheinischen Fahrrad-Spektakels lokal extrem heftige Schauer gegeben. Für manch einen Teilnehmer ein eher feucht als fröhlicher Start in den Tag. Zumindest getrocknet sein dürfte die Kleidung bei Temperaturen jenseits der 30 Grad aber wieder schnell.

Der Deutsche Wetterdienst hatte bereits seit Tagen vor teils heftigen Schauern und Gewittern gewarnt, die sich über dem Niederrhein entladen sollten. "Dementsprechend haben wir in diesem Jahr auch weniger Teilnehmer", sagt Birgit van den Boom von der Stadt Kleve. Wer am 24. Radwandertag teilnehmen wollte, musste sich mit den Extremen arrangieren.

Ein Apfel für den Weg: Sonja Schmitz von der Stadt Goch verteilt Proviant für die Radfahrer an der Gocher Nierswelle. FOTO: Stade, Klaus-Dieter (kds)

In Kleve gab gegen 10 Uhr der stellvertretende Bürgermeister Joachim Schmidt den Startschuss für rund 50 Fahrer, die sich vom Opschlag aus auf die Reise machten. Pünktlich zur Mittagszeit hatten dort etwa 120 Fahrradfahrer eingecheckt. Dazwischen war immer wieder viel Zeit, in der Sonne zu entspannen. Für die Helfer, aber auch für DJ Mike, der mit seinem Wohnwagen für sommerliche Partymusik sorgte, es sich die meiste Zeit aber gemütlich machen konnte.

Etwas voller wurde es in Kleve erst am Nachmittag, als die Fahrradfahrer in der Schwanenstadt ankamen, die dort ihren Tag beenden und die zurückgelegten Kilometer in den umliegenden Außengastronomien feiern wollten. "Dafür bietet sich der Opschlag aber auch wirklich an", sagt Birgit van den Boom.

Große Hektik suchte man am Sonntag auch an der Gocher Nierswelle vergebens. "Im vergangenen Jahr hatten wir noch 276 Starter. Angesichts der Bedingungen glaube ich nicht, dass wir in diesem Jahr daran anknüpfen können", sagt Stadtsprecher Torsten Matenaers. Vier Routen führten durch die Weberstadt, zwei davon in Richtung niederländischer Grenze. "Der Radwandertag überschreitet Grenzen, das ist eine der vielen schönen Seiten", sagt Matenaers.

Wer in Goch Station machte, den überraschte die Stadt mit ein paar Kleinigkeiten für den Weg. "Die ersten 100 Fahrer haben von uns eine kleine Flasche Sonnenmilch geschenkt bekommen, das war aber auch angebracht bei dem Wetter", sagt Matenaers. Für alle Teilnehmer gab es einen Apfel als Wegzehrung.

"Der Radwandertag passt zu den drei großen Themen, die wir Besuchern anbieten wollen", sagt Matenaers. Das oft beschworene Radfahren, Paddeln auf der Niers und das Thema Reisemobil. "Alles drei ist nicht zu unterschätzen, zumal es auch häufig kombiniert wird", sagt Matenaers. Da steht der Weberstadt die Teilnahme am Niederrheinischen Randwandertag nicht schlecht. "Wir haben die Karten der Radfahr-Routen in großer Stückzahl gedruckt, weil sich auch das restliche Jahr über sehr gefragt sind", sagt der Stadtsprecher. Auch ein Trend, dem sich der Aktionstag stellen muss: Immer mehr Radfahrer setzen auf individuelle Touren, anstatt auf Massenveranstaltungen.

Ein weiterer Trend bestätigte sich am Wochenende - und das in ganz erheblichem Ausmaß. Immer mehr Radfahrer sind auf E-Bikes unterwegs. "Geschätzt die Hälfte der Teilnehmer in Kleve kamen auf E-Bikes zu uns", sagt Birgit van den Boom. "Das Thema wird immer größer", meint auch Torsten Matenaers. Mit der Unterstützung des Elektromotors können auch Fahrradfahrer im hohen Alter die teils langen Strecken bequem meistern. "Da wird manch normaler Radfahrer fast neidisch", meint Birgit van den Boom.

Quelle: RP
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