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Goch
Samtig-warme Töne beim Eröffnungskonzert der Stringtime

Goch. Die Aufforderung war deutlich: Am Ostersonntag um 16 Uhr solle man sich zum Abschlusskonzert der Stringtime Niederrhein im Gocher Kastell einfinden - mit allen Verwandten, Freunden und "Menschen, die Ihnen etwas schulden". So augenzwinkernd-charmant wie eindringlich warb Gotthard Popp, Celloprofessor und künstlerischer Leiter der Gocher Streicherakademie, beim Eröffnungskonzert für das Projekt, und die fulminanten Beiträge der 14 jungen Geiger und Cellisten verliehen seinen Worten Nachdruck. Von Verena Krauledat

Jahr für Jahr versammeln sich um die Osterzeit in Goch knapp 50 herausragende Streichertalente aus Deutschland, Polen und den Niederlanden für einen intensiven Musikworkshop. Einzelunterricht bei namhaften Dozenten, Orchester- und Kammermusikproben werden ergänzt durch Konzerte, untergebracht sind die jungen Künstler bei Gastfamilien aus der Umgebung. Ein Aushängeschild von internationalem Rang, auf das die Region stolz sein kann.

Rauschendes Virtuosentum boten Kaya Gürr, Julia Charmuszko (Violine) und Antoni Wrona (Violoncello) mit Tschaikowskys "Valse-Scherzo" und den Polonaisen von Henry Wieniawski und David Popper. Lente van Dijk musizierte eine gefühlvolle Violinromanze aus Schostakowitschs Suite zum Film "Gadfly". Ein überraschender Höhepunkt: Für den rasanten "Dance" des niederländischen Komponisten und Jazzmusikers Theo Loevendie hatte sich die Geigerin Iris van Nuland einen Mini-Schellenkranz am Fuß befestigt, mit dem sie ihre akrobatische Solopartie durch rhythmisches Aufstampfen selbst begleitete. Susanna Marski (Violine), in Rees beheimatet und damit echte Niederrheinerin, zauberte spanisches Flair in Manuel de Fallas "Danse Espagnole" - souverän und unaufgeregt, mit festem und dennoch beweglichem Stand. Ergriffen lauschte man dem samtig-warmen und facettenreichen Ton der Cellistin Alexandra Althoff in Gabriel Faurés berühmter "Elégie".

Einen vielversprechenden Vorgeschmack auf das Kammerkonzert am Donnerstag gaben zwei Violin-Ensembles: Die Schwestern Sofie-Marie, Janina und Patricia Starkloff brachten eine schwungvolle "Elégie russe" von Wolfgang Marschner auf die Bühne, ein polnisches Geigenquartett (Marta Gebska, Maja Chlebicka, Jakub Izdebski und Domika Adamczyk) zelebrierte ein silbrig-zartes, spätromantisches "Intermezzo" des Österreichers Franz Schreker.

Alle Konzerttermine der nächsten Tage auf www.stringtime-niederrhein.de.

Quelle: RP
 
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