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Serie Jacke An Und Raus (4)
Schatzsuche fast direkt vor der Haustür

Serie Jacke An Und Raus (4): Schatzsuche fast direkt vor der Haustür
In der Binnenheide haben Lannert und Jos Baumann ihren Cache gefunden. Dazu FOTO: Thomas Binn
Goch. Geocaching ist eine Art moderne Schatzsuche und besonders gut geeignet, unsere Umgebung besser kennen zu lernen. Die Geschwister Lennart und Jos Baumann zeigen, wie es geht. Also: "Jacke an" und ab an die frische Luft ! Von Thomas Binn

GOCH/Kevelaer Der Tag beginnt mit der Qual der Wahl. Wer auf der Internetseite www.geocaching.com den Begriff Goch oder Kevelaer eingibt und den Suchradius auf fünf Meilen beschränkt, bekommt hunderte Ergebnisse angezeigt. Hunderte unterschiedliche kleine Schätze, direkt vor der Haustür. Die beiden Geschwister Jos und Lennart Baumann sind erfahrene Geocacher. Sie haben das Spiel in einem Ferienlager kennen gelernt. "Das Prinzip ist ganz einfach", erklärt der 13-Jährige Jos. "Überall auf der Welt werden von Geocachern kleine Dosen versteckt, und der Ort wird dann anhand einer Geokoordinate im Internet veröffentlicht."

Laut der Website gibt es derzeit über 2,7 Millionen aktive Caches auf der ganzen Welt. "Das Einzige, was man zum Finden eines Caches benötigt, ist ein Gerät, in dem man Geokoordinaten eingeben kann", ergänzt der elfjährige Lennart. Ein solches Gerät kann ein GPS-Gerät sein. Günstige Geräte gibt es ab etwa 40 Euro. Es funktioniert aber auch mit jedem handelsüblichen Smartphone.

Wir sind mit einem iPhone unterwegs, auf dem ich eine Geocaching-App installiert habe. Mittlerweile haben die Jungs sich für einen Cache entschieden, und wir machen uns auf dem Weg nach Winnekendonk. Der Cache Sieben (Kindheitserinnerungen) ist auf mehrere Stationen aufgeteilt. Ein sogenannter Multicache. In der Binnenheide parken wir unser Auto und beginnen mit der Suche. Es sind gut 500 Meter, die wir gemeinsam in den Wald laufen. Nach zehn Minuten gibt unser Gerät an, dass wir unser Ziel erreicht haben.

Nun ist Suchen angesagt. Die Sender in Mobiltelefonen sind nicht so genau wie die in GPS-Geräten. Eine Ungenauigkeit von 15 Metern muss man, je nach Empfangsqualität, in Kauf nahmen. Geocachen folgt immer den gleichen Regeln. Auf Grundlage einer Geokoordinate wird eine Dose gesucht. Diese Dose kann unterschiedlich groß sein. Darin befindet sich ein sogenanntes Logbuch, in dem man seinen Namen und den Zeitpunkt des Fundes vermerkt. Häufig findet man darin auch kleine Gegenstände zum Tauschen. Wichtig ist, dass die Dose wieder an die Stelle zurückgelegt wird, an der sie lag.

Unsere Dose haben wir bald gefunden. Hier gibt es Informationen, wie es weiter geht. Thematisch dreht sich dieser Cache um das Thema alte Kindheitserinnerungen. Wir suchen Puzzle, alte Audiokassetten, Rollschuhe und kombinieren einzelne Hinweise nach und nach zu einer Schlusskoordinate. Nach rund zwei Stunden an der frischen Luft haben wir es geschafft. Die letzte Station haben wir gefunden, der Cache ist geschafft.

Geocachen ist ein Spaß für die ganze Familie, mit dem sich jeder Sonntagsspaziergang zu einem echten Event aufwerten lässt. Schon kleine Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren haben das Prinzip schnell begriffen und große Freude an der Sucherei. Für kleinere Kinder ist es allerdings wichtig, Caches zu suchen, die nicht allzu schwierig sind. Jungs im Alter von Lennart und Jos ziehen auch schon mal alleine los. Toll, denn auf diese Weise kommen die Kinder vor die Türe und erkunden ihren Lebensraum.

Quelle: RP
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