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Goch/Kevelaer
Schlosskapelle: Lob für Restaurierung

Goch/Kevelaer: Schlosskapelle: Lob für Restaurierung
Weihbischof Wilfried Theising feierte den Gottesdienst zum Abschluss der Sanierungsarbeiten in der Kapelle von Schloss Wissen. FOTO: Seybert
Goch/Kevelaer. Die aufwändigen Sanierungsarbeiten auf Schloss Wissen sind abgeschlossen. Jetzt feierte Weihbischof Theising dort einen Gottesdienst. Die Malereien kommen wieder richtig zur Geltung, auch die Einsturzgefahr ist gebannt. Von Sebastian Latzel

Welch eindrucksvolle Stimmung die Kapelle verbreiten kann, erlebten die Gläubigen beim feierlichen Gottesdienst, mit dem der Abschluss der Restaurierungsarbeiten auf Schloss Wissen gefeiert wurde. Die Malereien kommen jetzt wieder in ihrer ursprünglichen Farbkraft zur Geltung. Bischof Wilfried Theising zelebrierte die Messfeier und weihte das Gotteshaus, das Maria als Patronin hat, auch noch auf den Erzengel Gabriel und den Heiligen Josef.

Für Andrea Pufke vom Amt für Denkmalpflege ist die Kapelle ein kleines Gesamtkunstwerk. Sie ist dankbar, dass es mit tatkräftiger Unterstützung der Familie von Raphaël Freiherr von Loë gelungen sei, die aufwändige Sanierung zu realisieren. Mancherorts würden die Mitarbeiter der Denkmalämter gar nicht so gern gesehen. "Oft genug werden wir im wahrsten Sinne des Worts von Hof gejagt. Das war hier nicht der Fall. Wir durften eine absolute Wertschätzung erleben", sagte sie. Es sei bemerkenswert, dass sich die Familie gerade bei einer Kapelle so engagiere.

Solche Gebäude würden in der Denkmalpflege eher ein stiefmütterliches Dasein fristen, weil es wirtschaftlich nicht rentabel sei, dafür Mittel zu investieren. Hier gebe es den glücklichen Umstand, dass sich die Familie der Kapelle verpflichtet fühle. "Das hat viel mit Tradition und Verantwortung zu tun."

Die Landeskonservatorin erläuterte noch einmal, dass es bei der Restauration im Inneren vornehmlich um die Reinigung der Malereien und der Vergoldung gegangen sei. Es sei gelungen, die ursprüngliche Farbigkeit wieder hervorzubringen. Ohnehin sei es ein Glücksfall, dass die neogotische Gestaltung erhalten und nicht verändert worden sei. Dankbar war aber auch Freiherr von Loë: "Dieser Tag wird als Meilenstein in die Geschichte des Hauses und unserer Familie eingehen", sagte er. Die Sanierung war vor allem nötig geworden, weil die Kirche um 13 Zentimeter nach Norden abgesackt war. 3,5 Zentimeter davon allein in den letzten zwölf Jahren. Geschuldet sei das wohl der schnellen Bauzeit von nur acht Monaten. Denn die Kapelle sollte den Preußen in Berlin zur Zeit des Kulturkampfes zeigen, dass man sich nicht vorschreiben lasse, wie der Glaube gelebt wird. Errichtet worden war die Kapelle auf Holzbalken, denen auch die Feuchtigkeit zugesetzt hatte. Die kreuzenden Querbalken sollten eigentlich das ganze Fundament tragen, doch der Druck der Mauer sei zwischen den Balken durchgegangen. Das habe die Stabilität gefährdet. "Man fragt sich, wie das überhaupt so lange halten konnte. Es war fünf vor zwölf, dass hier gehandelt wurde." Die Holzbalken sind durch Betonpfähle ersetzt worden. Aus den Holzbalken ließ von der Loë kleine Kreuze als Erinnerungsgeschenk für die Gäste anfertigen. Auch Bürgermeister Ulrich Francken war dankbar, dass die Kapelle erhalten werden konnte. Hier gehe es um Erinnerung und Tradition. Er selbst erinnere sich noch daran, wie er früher in der Kirche als Ministrant gedient habe.

Rund 600 000 Euro hat die Sanierung gekostet. Gefördert wurde das Projekt von Bund, Land und der Stiftung für Denkmalschutz. Einen sechsstelligen Betrag steuerte die Familie von Loë selbst bei.

Quelle: RP
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