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Goch
Schüler: Wer will noch ein Aschenkreuz?

Goch. Nur wenige Gocher Schulklassen werden in der Kirchengemeinde St. Arnold Janssen heute ein Aschenkreuz empfangen. Schulgottesdienste sind selten geworden. Religionslehrer müssen auch Nicht-Katholiken berücksichtigen. Von Anja Settnik

Markus van Berlo ist einer, der Kirche in die Schule hinein bringt. Als Pastoralreferent ist er für die Gocher Gustav-Adolf-Schule zuständig. Er wird morgen, am Aschermittwoch, dabei sein, wenn einige junge Gocher in der Kirche ihr Aschenkreuz auf die Stirn bekommen. Allzu viele werden es nicht sein, denn längst ist diese katholische Tradition keine Selbstverständlichkeit mehr. Ein oder zwei Jahrgangsstufen der Realschule, einige freiwillige Hauptschüler und im Anschluss zwei Gruppen der Liebfrauenschule werden zum Gottesdienst erwartet. Eben die, die in dieser Woche sowieso an der Reihe sind.

"Wir haben in Goch durchaus noch regelmäßige Schulgottesdienste, aber eben nur einmal im Monat. Da ist mal die eine und mal die andere Schule an der Reihe, jede schickt immer nur eine Altersgruppe", erklärt Diakon Werner Kühle. Die meisten Schulen würden Gottesdienste ökumenisch feiern, da passe das Aschenkreuz nicht so recht dazu. "Wir nehmen die Thematik dann anders auf." Zu sagen gibt es am Aschermittwoch für Christen so einiges, erinnert Kühle. "Nach der tagelangen Feier des prallen Lebens geht es jetzt um die Rückbesinnung auf unsere Grenzen, letztlich natürlich um den Tod", erklärt Kühle. Die "Sakramentalie" Aschenkreuz sei eine Segensspende, in der sich das "Asche zu Asche, Staub zu Staub" wiederfinde. "Zugleich bedeutet das Kreuz für uns Christen aber auch Leben, Hoffnung, Stärkung", sagt der Diakon. Endlich sein sei das eine, das Hören auf die frohe Botschaft das andere.

Weitere Gottesdienste mit Austeilung des Aschenkreuzes sind den Kommunionkindern gewidmet, den Senioren (heute ab 15 Uhr in Arnold Janssen) sowie um 19 Uhr in beiden Kirchen, also in Arnold Janssen und Maria Magdalena, jedermann. Vor einiger Zeit hat der Pfarreirat einen neuen Sachausschuss Schule eingerichtet. Hier soll die Verbindung zwischen der Lebenswelt der Schulen und der Kirchengemeinde in den Blick genommen werden. Im Sachausschuss Schule treffen sich Religionslehrer der Gocher Schulen zum Austausch mit Haupt- und Ehrenamtlichen der Gemeinde. "Die Situation in den Schulen hat sich grundsätzlich geändert, das stellt uns vor Herausforderungen", sagt Pastoralreferent Markus van Berlo. "Unsere Schulen werden von Kindern verschiedener Religionen oder auch ohne Religion besucht. Da muss man aufpassen, die Angebote so zu gestalten, dass man niemanden ausschließt, wir aber auch nicht als übergriffig empfunden werden. Das ist beim Aschenkreuz so eine Sache - zu einigen Glaubensrichtungen passt es eben nicht."

An der Gustav-Adolf-Schule, die van Berlo betreut, gibt es neben dem monatlichen Gottesdienst für die Jüngeren auch ein gelegentliches offenes Angebot für die älteren Jugendlichen. Das Gymnasium holt sich die Gottesdienste ins Haus.

Markus van Berlo wechselt (wie berichtet) im Sommer nach Emmerich. Eine neue (volle) Stelle für einen Pastoralreferenten (der kann natürlich auch eine Frau sein) ist schon ausgeschrieben.

Quelle: RP
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