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Goch
Schulhof wird zum Basketballplatz

Goch: Schulhof wird zum Basketballplatz
Bevor das Turnier so richtig los ging, hatte Schulleiter Michael Cuypers die Ehre des Anwurfs. Danach traten 55 Teams gegeneinander an. FOTO: Evers
Goch. Bei der NRW-Tour war Kevelaer eine von 16 Stationen. 55 Teams warfen, was das Zeug hielt. Lehrer feuerten ihre Schüler an. Die Sieger sind beim Finale in Recklinghausen dabei. Gruppe aus Uedem siegte beim Jahrgang 2004 und jünger. Von Bianca Mokwa

Eine Aufwärmrunde brauchte bei den gestrigen Temperaturen eigentlich keiner. Aber Anfeuern war erlaubt. "Komm noch mal, leg nach, und jetzt aufbauen, komm, jawohl!" Der Ball war im Korb. Darum ging es bei der NRW-Streetbasketball-Tour. Die machte gestern Station in Kevelaer. Genauer gesagt wurde der Schulhof im Schulzentrum in mehrere Courts aufgeteilt, in denen die 55 gemeldeten Teams gegeneinander antreten konnten. Vorher gab es eine Runde Zumba zum Zuschauen.

Die Frau, die vom Rand aus so fleißig anfeuert, ist Astrid ten Klooster von der Fachschaft Sport der Gesamtschule Kevelaer-Weeze. "Im vergangenen Jahr sind wir noch mit einigen wenigen nach Emmerich zur Streetbasketball-Tour gefahren. Wir sind glücklich, dieses Jahr das hier zu haben", sagt sie und klatscht in die Hände. "Komm, komm", feuert sie die Mädchen weiter an. Kollege Kaan Arslan schaut auf eine Liste. Allein 33 Mannschaften aus der Gesamtschule Kevelaer-Weeze nehmen an dem Turnier teil. Kaans Begeisterung für den Streetbasketball ist einfach ansteckend. "Es ist ein sehr motivierender Sport", sagt er, "weil jeder mitspielen kann, ob groß oder klein." Kurz erklärt der Sportlehrer den Unterschied zum "normalen Basketball". Die Spieler werfen beim Streetbasketball auf nur einen Korb, das heißt, es gibt keinen Richtungswechsel im Spiel. Eine weitere Herausforderung sei das beengte Spielfeld. Einen Schiedsrichter gibt es nicht auf dem Feld, die Spieler sind für faires Spiel und das Einhalten der Regeln verantwortlich. Court-Watcher notieren sich Fouls und Punkte. July und Dara aus der zehnten Klasse der Realschule sitzen unter einem Sonnenschirm und verfolgen das aktuelle Spiel. In ihren apfelgrünen T-Shirts sind sie gut als Court-Watcher zu erkennen. Das Spiel ist zu Ende, wenn 12 Minuten gespielt sind oder 16 Punkte gemacht wurden.

Extra aus Kamp-Lintfort angereist sind Nils, John, Aaron und Karsten. In ihren Achselshirts mit Rückennummer sehen sie ziemlich professionell aus. "Wir hatten Lust zu zocken", sagt Nils und grinst. Ihre Gegner frühstückt das Team Jizzards schon vor Ablauf der Zeit ab. Die 16 Punkte sind schon erreicht, als noch vier Minuten zu spielen sind. Auf den Trikots der Jungs steht "Basketballgesellschaft Kamp-Lintfort", also keine Anfänger. Angetreten sind sie in der Kategorie U18. Viele Gegner warten an diesem Tag nicht auf sie. Die teilnehmerstärkste Kategorie ist der Jahrgang 2002, sagt Georg Kleine vom Westdeutschen Basketball-Verband. Mit sieben Leuten sind sie vor Ort und übernehmen die Organisation mit allem, was mit den Spielen zu tun hat, rufen etwa Teams wie "Bikinibottomsteueroase" und "die Einhörner" auf zu ihrem jeweiligen Court zu gehen, wo die Gegner warten. Kevelaer ist eine von 16 Stationen auf der NRW-Streetbasketball-Tour. "Kevelaer ist keinen Basketballhochburg", lautet das Urteil von Georg Kleine. "Aber das wird."

Denn immerhin sind 33 Schülermannschaften der Gesamtschule Kevelaer-Weeze jetzt infiziert vom Streetbasketballfieber. Mittendrin sind Kim, Luisa, Leonie und Lisa. Sie nennen sich "The Musketeers". "Weil wir so als Team zusammenhalten, einer für alle, alle für einen", sagt Kim lachend, bevor es zum nächsten Spiel geht.

Im Schatten sitzen außerdem die Helfer des Sanitätsdienst der Realschule. Die Malteser, Eltern, SV, die Feuerwehr, die Stadt Kevelaer, die Lehrer, alle packten mit an um einmal die NRW- Streetbasketball-Tour in ihre Stadt zu holen.

Quelle: RP
 
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