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Goch
Schwelbrand im Keller des Kalkarer Nikolaus-Hospitals

Goch. Drei Löschzügen im Einsatz. Patienten teilweise evakuiert. Ein Arbeiter erleidet Rauchgas-Vergiftung. Von Dieter Dormann

Die Rauchschwaden, die am Mittwoch gegen 17.30 Uhr aus dem Keller des Kalkarer St.-Nikolaus-Hospital an der Grabenstraße drangen, waren dicht. Wohl auch deshalb alarmierten Mitglieder des Krankenhaus-Personals unmittelbar die Feuerwehr. Da ein Brand in einem Krankenhaus eine besondere Gefahrenlage darstellt, ließ der Kalkarer Stadtbrandinspektor Georg Bouwmann sowohl den Löschzug Kalkar Mitte als den aus Wissel ausrücken. Noch während der Anfahrt der Einsatzkräfte rief der Stadtbrandinspektor zudem den Löschzug Hönnepel an den Brandort.

Beim Eintreffen der Brandbekämpfer an der Grabenstraße hatte das Krankenhauspersonal nach Feuerwehrangaben mit der Evakuierung der Patienten einer Station begonnen. Dennoch hieß es gestern in einer Erklärung der Katholischen Karl-Leisner-Klinikum gGmbH: "Eine Gefahr für Mitarbeiter und Patienten des Krankenhauses hat zu keiner Zeit bestanden."

Ein Mitarbeiter einer Heizungsbau-Firma, die einen Öltank im Keller des Hospitals zurückbaut, konnte den Feuerwehrleuten mitteilen, dass der Schwelbrand dort ausgebrochen sei. Der Mann hatte laut der Wehr Rauchgasvergiftungen erlitten. "Dank dieser Informationen konnten wir gezielt gegen den Schwelbrand vorgehen", sagt Georg Bouwmann. Unter schwerem Atemschutz drang ein Trupp der Wehr zum Brandherd vor, löschte ihn ab und deckte die Brandstelle zur Sicherheit noch mit Schaum ab. Anschließend saugten die Feuerwehrleute mit einem Hochleistungslüfter Rauchgase aus dem betroffenen Bereichen ab. Nach etwa 90 Minuten war der Einsatz beendet, der nach Angaben des Kalkarer Stadtbrandinspektors "ganz sachlich und ruhig auf Seiten von allen Beteiligten" ablief. Bis auf den leicht verletzten Heizungsmonteur gab es keine Verletzten. Auch evakuierten Patienten konnten wenig später auf ihre Zimmer gebracht werden.

"Der Brand ist sehr glimpflich verlaufen", stellte Georg Bouwmann gestern fest. Er sagte aber auch: "Das hätte ganz anders ausgehen können." So sei es leicht vorstellbar, dass nachts die Rauchentwicklung nicht so rasch bemerkt worden, die Feuerwehr deshalb erst mit größerer Zeitverzögerung informiert worden wäre. Der Einsatz habe auch gezeigt, wie sinnvoll Evakuierungsübungen seien, die ein Brandschutztechniker der Kalkarer Feuerwehr "regelmäßig" in Krankenhäusern, Altenheimen und Kindergärten der Stadt durchführe. Der Stadtbrandinspektor sagte: "Ohne die Erfahrung aus diesen Übungen wäre der Einsatz eventuell nicht so ruhig abgelaufen."

Quelle: RP
 
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