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Goch
See-Viertel: Wie wird es künftig heißen?

Goch: See-Viertel: Wie wird es künftig heißen?
Gewaltig: Auf dem Gelände der ehemaligen Reichswaldkaserne soll ein neuer Gocher Stadtteil entstehen. FOTO: Peter Graupner
Goch. Gochs Hauptausschuss braucht einen zweiten Anlauf, um sich auf eine Bezeichnung für das Gelände der ehemaligen Reichswaldkaserne zu einigen. Morgen um 18 Uhr Abstimmung. Unterdessen nimmt der See Formen an. Von Anja Settnik

Bald soll Schluss sein mit der sperrigen Umschreibung "Gelände der ehemaligen Reichswaldkaserne", wenn's um Gochs neues Baugebiet geht. Das Viertel am See, das einen Namen bekommen soll, der die Zukunft in den Blick nimmt, die Vergangenheit aber nicht ausblendet, das Fremde neugierig macht und den Gochern Heimatgefühl vermittelt, dürfte am morgigen Dienstag aus der Anonymität auftauchen. Dann nämlich soll der Hauptausschuss, der sich vor kurzem nicht imstande sah, dem Vorschlag der Findungskommission zu folgen, einen Namen beschließen.

Zur Erinnerung: 144 Bürger hatten auf Einladung der Verwaltung Namensvorschläge eingereicht. Eine Jury, bestehend aus Vertretern von Rat, Stadtspitze, Vereinen, Kultur und Bauwesen wählte daraus nach zwei langen Diskussionsabenden einen Gewinner aus: Jens Krystofs Vorschlag "Neu-See-Land" fürs ganze Gebiet und "Seeallee" für die erste Straße. Doch beides gefiel der Mehrheit im Ausschuss nicht. Einzig die Bürgermeisterpartei BfG und die Grünen hätten sich damit anfreunden können. Das reicht nicht, und deshalb setzte Bürgermeister Ulrich Knickrehm einen neuen Termin fest, an dem sich die Politik auf einen Namen einigen soll: Dienstag, 2. Mai, 18 Uhr. Jens Krystof hatte übrigens darauf beharrt, Gewinner zu sein. Vielleicht fällt der Politik ja doch noch ein Weg ein, wie sie ihn zu seinem Recht kommen lassen kann?

Der Blick in das Kasernengelände geht in Richtung des Sees, der demnächst angelegt wird als eine Attraktion des Wohngebietes. FOTO: Anja Settnik

Inzwischen wurde ein großes Werbeschild an der Zufahrt zum Quartier aufgestellt, das in vereinfachter Darstellung die Struktur des Geländes zeigt. Geprägt wird es von dem Bereich, der nach Überzeugung der meisten Wettbewerbsteilnehmer dem Wohnpark seinen Namen geben sollte: dem See. Der, "organisch" geformt, um möglichst viele attraktive Grundstücke mit direkter Wasseranbindung anbieten zu können, ist aus der Nähe betrachtet noch weit spannender. Viele Gocher und andere Interessierte spazieren Tag für Tag übers Gelände, um sich die Arbeiten anzusehen. Zum Kauf entschieden hat sich laut Internetseite des Vermögensbetrieb der Stadt bisher nur eine überschaubare Anzahl (zukünftiger) Bauherren. Knapp 70 Grundstücke aus dem ersten und zweiten Bauabschnitt sind noch frei - viele allerdings reserviert. Das erste Haus ist inzwischen im Rohbau fertiggestellt: Brian Janssen aus Pfalzdorf bietet fünf großzügige Eigentumswohnungen in einem Komplex nahe der Pfalzdorfer Straße an. Nicht weit von seinem Grundstück entfernt steht eines der Relikte aus der Kasernenzeit: Ein Betonquader, den Janssen am liebsten los würde. Danach sieht es aber eher nicht aus. Von Beginn der Planung an war vorgesehen, einige Relikte (unter anderem die Wache an der Toreinfahrt) aus der Vergangenheit zu erhalten. "Und nichts anderes ist bisher beschlossen worden", versichert Stadtsprecher Torsten Matenaers. Es gebe auch noch keine konkreten Pläne, wie die Gebäude in der Zukunft genutzt werden können. Die weite Seefläche ist inzwischen aus der Nähe gut erkennbar, insbesondere, seit die Stützwand aus Betonteilen aufgestellt wird. Auf der anderen Seite der Baustellenstraße erstreckt sich die Überlauffläche (die im Normalfall eine Grünfläche sein wird) mit einer Insel in der Mitte. Ein Spielplatz soll entstehen, und auch ein Kunstwerk soll's geben - nach RP-Informationen eine Skulptur mit Lichtinstallation. Im Zentrum liegt jedoch der See. Er muss sich auch im Namen zumindest der Haupt-Straße wiederfinden.

Quelle: RP
 
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