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Goch
Stadt Goch sucht einen Flüchtlingshelfer

Goch. Neben Monika Risse, die die Ehrenamtler koordiniert, soll bald ein Sozialarbeiter die Menschen direkt unterstützen. Von Anja Settnik

563 Flüchtlinge - Männer, Frauen und Kinder - leben derzeit in Goch. Die Zahl hat sich seit Jahresbeginn nicht geändert, was der Verwaltung die Möglichkeit zum Durchatmen gibt. Viele hilfsbedürftige Menschen sind es aber in jedem Fall, die nicht sich selbst überlassen bleiben können. Schon im vergangenen Jahr hatten die Gocher Grünen beantragt, dass es Fachpersonal für ihre Betreuung geben müsste. Das unterstützte der Rat und gab der Verwaltung den Auftrag, sich zu kümmern. Nun ist die Ausschreibung raus und samt Stellenbeschreibung nachzulesen.

"Die Stadt Goch sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Sozialpädagogen oder eine Sozialpädagogin für die Betreuung und Begleitung der Flüchtlinge im Stadtgebiet", heißt es. Der neue Kollege braucht eine "staatliche Anerkennung" in Form eines Diploms oder eines Bachelor-Abschlusses, muss aber nicht unbedingt einschlägige Erfahrung ausweisen. "Wir möchten ja auch, dass sich möglichst mehrere Interessenten bewerben", sagt Stadtsprecher Torsten Matenaers. Weil die Stadt Goch bekanntlich Geld nicht gerade im Überfluss hat, kann auch nur eine halbe Stelle geboten werden - da kommt die Bewerbung sicherlich nicht für jeden infrage.

Bisher gab es eine vergleichbare Position nicht. Monika Risse ist mit der Koordination und Vernetzung der Ehrenamtler befasst, die eher lebenspraktischen Belange der Asylbewerber betreut Hilde Fielenbachs "Verein zur Betreuung Asylsuchender". Mehr als 500 potenzielle Ratsuchende sind für Ehrenamtler auf Dauer aber zu viel - deshalb jetzt die geplante Neueinstellung. Der oder die "Neue" soll die Flüchtlinge bei Bedarf zu Ämtern oder Ärzten begleiten, sie beraten oder in Gruppenangebote vermitteln, Kontakte zu weiteren Einrichtungen schaffen. Zum Aufgabenbereich gehört auch der Besuch der Flüchtlinge in den städtischen Unterkünften oder in deren Wohnungen. Der Bewerber, so heißt es in der Ausschreibung, soll dafür möglichst ein eigenes Fahrzeug mitbringen. Die Stelle ist auf zwei Jahre befristet und wird nach dem Tarif für den Sozial- und Erziehungsdienst entlohnt.

"Wir wissen ja nicht, wie sich das Thema Flüchtlinge weiter entwickelt", erklärt Torsten Matenaers. Dass es in diesem Jahr keine Bewegung bei den Zahlen gibt, bedeute ja nicht, dass sich das nicht wieder ändern könnte. Zurzeit ist die ehemalige Liebfrauenkirche, im vergangenen Jahr vergleichsweise aufwendig zu einem Übergangsquartier umgebaut, leer. "Es hat dort bisher nur eine einzige Familie kurzzeitig mal gewohnt, ansonsten haben wir die Räume noch nicht gebraucht", sagt der Stadt-Sprecher. Sie werden für alle Fälle weiter vorgehalten, ebenso, wie der Plan nicht vom Tisch ist, ein neues Asylbewerberheim zu bauen. Das habe die Politik schließlich mit dem letzten Haushalt beschlossen. Debattiert werde darüber intern durchaus. Bevor tatsächlich gebaut werde, müsse die Politik natürlich eingebunden werden. Der einzige Standort, von dem bislang die Rede war, ist ein städtisches Grundstück zwischen Stadtbücherei und Emmericher Weg.

Aktuell stehen jetzt aber die Menschen im Fokus der Aufmerksamkeit, die schon da sind. Es geht um ihre Versorgung und Integration. Wer sich darum beruflich kümmern möchte und über die Einstellungsvoraussetzungen verfügt, kann sich bis zum 23. September bewerben.

Quelle: RP
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