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Goch
Studentinnen beleben das "Astra"

Goch: Studentinnen beleben das "Astra"
FOTO: Evers Gottfried
Goch. Noch wichtiger als ansprechende Räume sind für die offene Jugendarbeit engagierte Mitarbeiter. Deshalb hat die Stadt Goch vier Studentinnen eingestellt, die mit den Kindern und Jugendlichen arbeiten. Freie Plätze für den Ferienspaß. Von Anja Settnik

Lange Zeit war Björn Peters, der Leiter des Jugendzentrums "Astra", weitgehend alleine mit den Kindern und Jugendlichen, die die Anlaufstelle der offenen Gocher Jugendarbeit nutzen. Seit das eigentliche "Astra" zum Kindergarten umgebaut wurde, muss sich der ältere Nachwuchs mit Altgebäuden der Standortverwaltung der früheren Kaserne begnügen. Die Räume wurden soweit ertüchtigt, dass sich die Kinder dort aufhalten können und auch der städtische Ferienspaß stattfinden kann. Bis von Frank Geldmacher ein neues Konzept für die Gocher Jugendarbeit fertig ist, war erst einmal eine Sofortmaßnahme wichtig: neues Personal musste her. Vier Studentinnen wurden gefunden, die jetzt je 16 Wochenstunden arbeiten und jede Menge Ideen mitgebracht haben.

Kelly Vaughan ist schon etwas länger dabei, im vergangenen Monat folgten Florieke Scheepers, Irina Wratny und Nicole Hannemann. Alle vier studieren Sozialpädagogik an der Hochschule Arnheim-Nimwegen. Zwei Semester haben sie um und "müssen" deshalb jetzt ihr erstes Praktikum machen. "Das zweisprachig niederländisch-deutsch angelegte Studium ist sehr stark auf die Praxis ausgerichtet. Deshalb müssen wir über die gesamten vier Studienjahre 16 Stunden pro Woche in Jugendeinrichtungen arbeiten", berichtet Florieke. Irina erwähnt, wie es zur Zusammenarbeit mit der Stadt Goch kam: "Frank Geldmacher erwähnte im Seminar, dass er Leute für das Gocher Projekt suchte - da haben wir uns gemeldet." Aufbauarbeit leisten zu können finden alle vier Mädels klasse.

Entwicklungspsychologie, Psychopathologie, Organisationslehre - all so etwas lernen die Studenten und erproben es nun in der Praxis. Die sechs- bis 20-jährigen Besucher profitieren davon. "Wir kochen und backen mit ihnen, bieten eine Atelier-Design-Gruppe, machen Kreatives wie zum Beispiel T-Shirts bemalen", erzählt Nicole Hannemann. Irina berichtet von einem Rap-Projekt für ältere Jugendliche, in der es ihr auch darum gehe, Texte zu analysieren.

Die Koch-und Backgruppe, die Kelly für die Jugendlichen eingeführt hat, soll es künftig auch für die jüngeren Kinder geben. Backmischungen würden dabei nicht genutzt - gesund und lecker soll es sein. "Wir finden wichtig, die verschiedenen Altersgruppen weitgehend voneinander zu trennen", sagt Nicole. Sie wolle die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen aufnehmen, ihnen Spaß bereiten, dafür sorgen, dass sie sich wohl fühlen und auch ihre Entwicklung positiv beeinflussen. Kicker und Billard gibt es natürlich auch.

Die meisten Kinder kommen nach der Schule ins Astra; offiziell ist ab 15 Uhr geöffnet. Wenn Björn Peters jedoch sieht, dass jemand vor der Tür steht, lässt er ihn auch früher rein. 40 bis 50 Besucher würden täglich gezählt, sie können werktags bis 20 oder 21 Uhr bleiben, dazu jeden zweiten Samstag von 15 bis 20 Uhr. Wer mag, kann bei Florian Gerns Gitarre lernen. Hausaufgabenbetreuung durch eine externe Mitarbeiterin gibt es im Jugendheim schon lange - einige Besucher fänden dazu zuhause kaum einen ruhigen Ort, wissen die Betreuer.

Auch Ralf Scharf, viel mehr als nur der Hausmeister, soll nicht unterschlagen werden: Seine Modelleisenbahngruppe ist geradezu berühmt.

Quelle: RP
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