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Goch
"Tag der Heimat" in der Ostdeutschen Stube am Gocher Markt

Goch. 60 Jahre Einsatz für Menschenrechte, Heimat und Verständigung - unter diesem bundesweiten Leitwort der Vertriebenenverbände fand in der Ostdeutschen Heimatstube in Goch der Tag der Heimat des BdV-Stadtverbandes statt.

Der Vorsitzende, Werner Blietz, betonte, daß die Gedenkstunde des Stadtverbandes Goch auch unter dem eigenen Leitwort "Heimat ist nur einmal - aber immer" stattfindet. Die deutschen Heimatvertriebenen hätten schon damals, kurz nach dem Krieg, Rache und Vergeltung entsagt, wollten aber nicht auf ihre Heimat, verzichten.

Damals konnte sich niemand vorstellen, dass für Jahrzehnte die Rückkehr in die Heimat aufgrund der politischen Verhältnisse verwehrt war, später machte die Integration in den Westen eine Rückkehr nahezu unmöglich. Der Vorsitzende erinnerte aber auch daran, wie die Parteien in der Bundesrepublik die Vertriebenen anfänglich in ihren Zielen unterstützten, sie später jedoch im Zuge der neuen Ostpolitik fallen ließen. Bei den deutschen Vertriebenen stellte sich die Erkenntnis ein, daß Macht vor Recht gehe.

Das Wiedervereinigungsgebot der Grundgesetzpräambel, so Blietz, bezog sich in der Nachkriegszeit noch auf die Ostgebiete, wurde später jedoch mehr und mehr umgedeutet und 1990 mit der Wiedervereinigung modifiziert. Es war, so der Vorsitzende, für die Ostdeutschen eine politische Kehrtwende um 180 Grad. "Heute ist eine Diskussion um das Recht auf die Heimat für die verbliebenen Vertriebenen obsolet, denn mit dem Hineinwachsen polnischer Generationen in die früher deutschen und jetzt westpolnischen Gebiete wird deren Heimatrecht stärker", so Blietz. Dennoch bleibe die Vertreibung der Deutschen "nach dem Völkerrecht eine unverjährbare Verletzung eines Menschenrechtes".

Im kulturellen Teil der Veranstaltung erhielt Regina Binder aus Goch viel Beifall für ihr selbstverfasstes Gedicht "Meine Heimat Siebenbürgen. Christel Wolf aus Kleve trug das ergreifende Gedicht "Unsere Heimat" einer unbekannten Vertriebenen vor, die heute in den USA lebt.

Mit dem Gedicht "Lied der Kulmer" der Königsberger Dichterin, Agnes Miegel, erinnerte der Vorsitzende an die mittelalterliche Deutsche Ostsiedlung, und Günther Franzke aus dem früheren Schlesien würdigte mit dem Wortbeitrag "Den Heimatlosen" die baltendeutsche Dichterin Gertrud von den Brincken.

Quelle: RP
 
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