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Goch
Tamilenwallfahrt: Erst kamen 50 - heute 10.000

Goch. Kevelaer rüstet sich für einen Höhepunkt des Pilgerjahres. Samstag werden zahlreiche Gläubige aus Sri Lanka erwartet. Von Sebastian Latzel

Am Anfang stand ein Zufall, von dem Camillus Thuraisingham heute überzeugt ist, dass er ein kleines Wunder war. Er wohnte damals in einem Flüchtlingsheim in Oberhausen, nahm am dortigen Gemeindeleben teil und wurde zum Jubiläum der Pfarrei in Kevelaer eingeladen. "Vorher hatte ich von dem Ort noch nie gehört, wir fuhren mit 50 Tamilen mit nach Kevelaer und waren direkt beeindruckt von dem Ort", sagt Thuraisingham, der heute im Gemeinderat der Tamilen arbeitet. Nach dem ersten Besuch in der Marienstadt stand für ihn fest: Wir müssen unbedingt mal eine Messe in der Kerzenkapelle feiern. Seitdem ist die Beziehung zwischen den Tamilen und Kevelaer immer enger geworden. Inzwischen ist diese Wallfahrt die größte.

Am Wochenende rechnen die Organisatoren wieder mit rund 10.000 Pilgern. "Dieser unglaubliche Anstieg der Zahl der Wallfahrer von 50 vor 30 Jahren auf jetzt 10.000 wurde durch die Unterstützung von mehreren deutschen Bistümern ermöglicht", so Thuraisingham. Auch die Stadtverwaltung und die Wallfahrtsleitung hätten großen Anteil daran.

Mit Bussen und Bahn kommen die Tamilen Kevelaer. Auch aus den Niederlanden, Frankreich, England und der Schweiz haben sich Gläubige angekündigt. Etwa 700 werden auch in Kevelaer übernachten, in den Hotels, im Priesterhaus.

In einer großen Fußprozession werden bereits am Freitag etwa 1000 Tamilen vom Bahnhof zum Forum Pax Christ ziehen. Dort wird eine Marienandacht gefeiert.

Haupttag der Wallfahrt ist der Samstag, dann reisen auch die meisten Besucher an. Um 10.30 Uhr wird der Hauptgottesdienst im Forum Pax Christi gefeiert. Als Hauptzelebrant erwarten die tamilischen Gemeinden den neu ernannten Bischof Justin Gnanapragasam aus der Diözese Jaffna in Sri Lanka.

Traditionell werden die Tamilen zahlreiche Kerzen anzünden und viele Kommunionkinder bei den Feiern dabei sein. Zwischen Basilikastraße und Friedensstraße wird ein großer Markt aufgebaut mit tamilischer Küche, bei der sich die Pilger verpflegen können.

Längst nicht alle Tamilen, die zur Wallfahrt kommen, sind auch Katholiken. Etwa die Hälfte sind Hindus, denn in Sri Lanka gibt es viele und enge Verbindungen zwischen den beiden großen Religionen. Die Mutterfigur der Maria hat auch bei den Hindus einen hohen Stellenwert, und die Jesuiten hatten im Gegenzug viele Elemente der dortigen Religion mit aufgenommen.

Quelle: RP
 
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