| 00.00 Uhr

Goch
Totes Mädchen (8): Großeinsatz der Feuerwehr im Traberpark

Feuerwehr überprüft ehemaliges Militärgelände in Kevelaer
Feuerwehr überprüft ehemaliges Militärgelände in Kevelaer FOTO: Guido Schulmann
Goch. Gestern Nachmittag ist auf der weitläufigen Anlage von dem spektakulären Einsatz in der Nacht zuvor nichts mehr zu spüren. Es herrscht Ruhe. Drei Mädchen fahren mit dem Rad durch den Traberpark. Sie sind zu Besuch hier, vom Einsatz haben sie nichts mitbekommen, erzählen sie, bevor sie weiterradeln. Von Sebastian Latzel

Patrick Mölders wohnt schräg gegenüber vom Haus der Familie, deren Kind unter dramatischen Umständen ums Leben kam. Er ist geschockt, erzählt er. Inzwischen hat er erfahren, dass das achtjährige Mädchen vom Haus direkt gegenüber gestorben ist.

Es war mit starken Grippesymptomen ins Krankenhaus nach Geldern eingeliefert worden. Als sich der Zustand verschlechterte, kam das Kind in die Uniklinik nach Essen. Doch auch hier konnten die Ärzte der Achtjährigen nicht mehr helfen. Sie starb am späten Sonntagabend. Die Ärzte des Hospitals informierten die Polizei, die ein Todesermittlungsverfahren einleitete, um zu klären, woran das Kind gestorben ist. Die Beamten informierten auch die örtlichen Behörden, die die Feuerwehr einschalteten. Neben der örtlichen Feuerwehr waren auch Spezialeinheiten aus Goch, Kalkar, Essen, Köln und Dortmund nach Twisteden gekommen. Die Feuerwehr untersuchte das Gelände und das Wohnhaus auf atomare und biologische Stoffe, konnte jedoch nichts feststellen. Vor Ort wurde ein Biolabor eingerichtet. "Die Ergebnisse der Messungen waren negativ. Atomare, biologische und chemische Komponenten können als Auslöser ausgeschlossen werden", sagte Feuerwehrsprecher Philipp Köhler, der wie viele über viele Stunden im Einsatz war. Um die genaue Todesursache zu klären, soll das Mädchen obduziert werden. "Bislang gibt es aber keinerlei Hinweise auf ein Verbrechen oder Fremdverschulden", sagt Peter Elke, Sprecher der Polizei in Essen.

Rund 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Spezialkräfte untersuchten auch das Haus der Familie, die in Den Heyberg einen Dauerwohnsitz hat. Es gab aber keine Hinweise auf atomare, biologische oder chemische Stoffe. FOTO: Schulmann

Auch die fünf Geschwister des Mädchens zeigten Krankheitssymptome. Drei von ihnen wurden ebenfalls nach Essen gebracht, zwei sollen mit der Mutter im Krankenhaus Geldern geblieben sein. Gestern teilte die Polizei Essen dann mit, dass die Ärzte bei den zwei Schwestern (sechs und sieben Jahre) sowie ihrem Bruder (9) eine Influenza-Typ-B-Grippe diagnostizierten. Die Kinder sind auf einer Isolierstation untergebracht. Möglicherweise war der Virus auch Auslöser, der später zum Tod der Achtjährigen führte.

Quelle: RP
Diskussion
Das Kommentarforum zu diesem Artikel ist geschlossen.