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Uedem
Uedem bereitet sich auf Geburtstag vor

Uedem. Offiziell startet das Feierjahr, das auf die urkundliche Erstnennung der Gemeinde vor 1150 Jahren zurückgeht, am 1. Mai. Dann steht auch die nachgebaute "alte" Stadtmauer im Mittelpunkt. Ende Mai gibt es einen historischen Markt. Von Monika Hartjes

Am 5. Oktober 866, also vor 1150 Jahren, wurde die Gemeinde Uedem zum ersten Mal urkundlich erwähnt - ein Grund zum Feiern. "Wir wollen gemeinsam mit den Bürgern ein Jubiläumsfest feiern", sagte Bürgermeister Rainer Weber, der am Dienstag gemeinsam mit Benedikt Koenen vom Fachbereich Zentrale Dienste, Klaudia Gämer, die für Kultur und Tourismus zuständig ist, und Stadtarchivar Franz-Josef Hetjens das Festprogramm vorstellte. Die Arbeitsgruppe "Ortsjubiläum - 1150 Jahre Uedem", die aus Vertretern von Politik, Verwaltung, Kirchen, Heimatvereinen und dem Werbering besteht, plant seit September 2014.

"In Odeheimero marca" - "in der Uedemer Mark", steht zwei Mal in der Urkunde, in der dem Kloster Lorsch die Grundherrschaft über die Villa Geizefurt übertragen wird. "Uedem ist eine fränkische Siedlung, die Uedemer Mark umfasst das heutige Gemeindegebiet. 'Ode' weist darauf hin, dass es hier eine weibliche Sippenführerin gab, damals eine Besonderheit", erklärte Franz-Josef Hetjens. Die Urkunde wurde in einem "Kopialbuch", einem Abschriftenbuch, gefunden, das heute im Staatsarchiv Würzburg aufbewahrt wird.

Die Gemeinde startet das Jubiläumsjahr offiziell am 1. Mai. Um 11 Uhr wird im Viehpark am Turmwall/Augustinerstraße - bei schlechtem Wetter im Bürgerhaus - ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert. Danach, gegen 12 Uhr, wird die nachkonstruierte "alte" Stadtmauer feierlich enthüllt, für Getränke und Snacks ist gesorgt.

"Es war der Wunsch der Gemeinde, dass ein Teil der alten Stadtmauer nachgebaut wird", erklärte Benedikt Koenen. Bei archäologischen Ausgrabungen sei ein Stützpfeiler am Viehpark gefunden worden, darauf wurde gebaut. "Die Kosten für die Rekonstruktion der Stadtmauer betragen voraussichtlich 55.000 Euro, die Planungskosten 8000 Euro", so Koenen. "Die Mauer wird rund 2,50 Meter hoch und trägt ein Stahlgerüst", erklärte Bürgermeister Weber.

Weiter gehen die Feierlichkeiten am Wochenende 28. und 29. Mai mit einem historischen Markt an der Hohen Mühle. Die Firma "Sündenfrei" aus Torgau, die auch das Siegfriedfest in Xanten veranstaltet, richtet diesen Markt aus. "Zahlreiche Vereine werden sich daran beteiligen", sagte Klaudia Gämer. Unter anderem kommt der Reitverein mit Kaltblütern und historischen Geräten aus dem Ackerbau, die Löschknechte der Freiwilligen Feuerwehr mit der alten Löschpumpe, die rollende Waldschule und Imker bringen ein Bienenvolk mit. Insgesamt gibt es rund 25 bis 30 handwerkliche Stände mit Berufen aus alten Zeiten, unter anderem mit einer Gutenberg-Presse, dazu Gaukler, Schwertschlucker und Live-Musik mit der Band Sandsack. Der Eintritt ist frei.

Am Samstag, 3. September, findet auf dem Marktplatz eine Open-Air-Musikveranstaltung mit der "Liveband 24" statt, am Sonntag danach präsentieren sich die Vereine am "Tag der Vereine" mit einem bunten Rahmenprogramm für Jung und Alt.

Für die Feierlichkeiten hat der Rat der Gemeinde 18.000 Euro zur Verfügung gestellt. Den Abschluss des Jubiläumsjahres feiert die Gemeinde Uedem am 5. Oktober, dem Tag der ersten urkundlichen Erwähnung. "Was da stattfindet, ist eine Überraschung", sagt Benedikt Koenen.

Im Jahr 2019 steht ein weiteres Jubiläum bevor, dann feiert die Stadt Uedem "700 Jahre Stadtrecht".

Quelle: RP
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