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Uedem
Uedem digitalisiert die Ratsarbeit

Uedem: Uedem digitalisiert die Ratsarbeit
FOTO: thinkstock / rvlsoft
Uedem. Mit großer Mehrheit stimmten die Politiker für die Einführung eines neuen Systems und die Anschaffung von Tablets. Außerdem soll die Breitbandversorgung ausgebaut werden. Von Michael Baers

Vor fast genau einem Jahr wurde im Rahmen der Verabschiedung der damaligen Haushaltssatzung von der Uedemer Politik mehrheitlich beschlossen, das alte Ratsinformationssystemverfahrn durch ein neues zu ersetzen. Nach der jüngsten Ratssitzung und einem erneut mehrheitlichen Beschluss steht fest: Die Umsetzung wird zum 1. Mai dieses Jahres erfolgen.

Da die Umstellung auf die digitalen Dienste namens SD.NET (SD steht dabei für Sitzungsdienstverfahren) und die Smartphone-Anwendung (App) namens "iRich" nur dann Sinn ergibt, wenn die Ratsmitglieder auch die entsprechenden technischen Hilfsmittel, in diesem Fall Tablets, haben, sieht der Ratsbeschluss außerdem Ausgaben in Höhe von rund 15.000 Euro zur Anschaffung der Geräte vor. Damit sollen den Fraktionen Zuschüsse gewährt werden, die den Erwerb der flachen Computer für jedes Ratsmitglied ermöglichen. Im gemeinsamen Antrag der beiden größten im Uedemer Rat vertretenen Fraktionen, CDU und SPD, hieß es hierzu: "Der Zuschuss wird für Ratsmitglieder auf 250 Euro und für Sachkundige Bürger und Sachkundige Einwohner auf 500 Euro festgesetzt."

Denn: "Uns ist schon auch wichtig zu betonen, dass die Ratsmitglieder trotz der Unterstützung einen Eigenanteil in Höhe von jeweils 250 Euro tragen", sagte Bürgermeister Rainer Weber am Tag nach der Sitzung.

Auf den Beschluss folgt nun die Abfrage, wie viele der vierzig Ratsmitglieder sich konkret beteiligen. "In der nächsten Ratsphase werden wir noch den alten Sitzungsdienst nutzen, vor der Sommerpause wollen wir beide Systeme parallel laufen lassen und nach der Pause dann komplett umstellen", so Weber. Auch für die Bürger sei der Wechsel von Vorteil: "Die Nutzung des Ratsinformationssystems wird dann deutlich komfortabler", kündigte der Bürgermeister an. Auch die App "iRich" wird wohl von den Bürgern genutzt werden können.

Passend zum Thema Digitalisierung ging es bei einem weiteren Tagesordnungspunkt um die Breitbandversorgung im Gemeindegebiet. Abgestimmt wurde dabei über ein Konzept zum Ausbau eines Glasfasernetzes.

"Schon seit längerer Zeit beschäftigt sich die Verwaltung der Schustergemeinde mit dem Ausbau der digitalen Infrastruktur im Gemeindegebiet und hat hierzu verschiedene Gespräche mit Anbietern geführt", hieß es in der Verwaltungsvorlage. "Da die Bundesregierung den generellen Ausbau unterstützt und als Ziel ausgegeben hat, bis 2018 in Deutschland eine flächendeckende Grundversorgung mit mindestens 50 Megabit zu erreichen", bestünde für Uedem die Möglichkeit, an Förderprogrammen teilzunehmen. Doch dieses Konzept war aus Sicht der Uedemer Politiker wenig verlockend. Denn erstens müssten auf jeden Fall Eigenmittel in Höhe von mindestens zehn Prozent eingesetzt werden, zweitens reicht den Ratsmitgliedern die Geschwindigkeit nicht aus.

Folglich fiel ein einstimmiger Entschluss für die "Schaffung einer Glasfaserinfrastruktur in der Ausbauvariante ,Fibre to the Home' (FFTH) ohne Beanspruchung öffentlicher Fördermittel". Kooperationspartner ist in diesem Fall die Deutsche Glasfaser Netz Entwicklung mit Sitz in Borken, die 100 Megabit anbietet. Das Geschäftsmodell dieses Unternehmens, hinter dem ein niederländischer Investor steckt, ist laut Drucksache darauf ausgelegt, "nicht nur ein Glasfasernetz zu bauen, zu betreiben und eigene Telekommunikationsleistungen anzubieten, sondern das errichtete Glasfasernetz an andere Telekommunkationskonzerne zu vermieten".

Jörg Lorenz zeigte sich zufrieden mit dem Abstimmungsergebnis. "Als nächstes beginnt die Phase, in der das Unternehmen das Interesse der Haushalte und Gewerbebetriebe abfragt und für sein Angebot wirbt", so der Fraktionsvorsitzende der Uedemer SPD. Und weiter: "Noch in diesem Jahr könnten die ersten Anschlüsse liegen."

Quelle: RP
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