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Goch
Ulrich Knickrehm ist als Bürgermeister vereidigt

Goch. Vor voller Besucher-Empore wurde der 59-Jährige im Ratssaal offiziell ins Amt eingeführt. Er kündigte einen Wechsel in der Art, "das Amt zu führen und auszufüllen" an. Seine Priorität liegt auf der Haushaltskonsolidierung. Von Michael Baers

Es war 18.18 Uhr am Donnerstagabend, als Ulrich Knickrehm sich endlich auf jenen Stuhl setzen durfte, der ihm im kreisrunden Gocher Ratssaal in den vergangenen Jahren immer gegenüber gestanden hatte. Und weil dieser Seitenwechsel von der Spitze der Opposition an die der Verwaltung auch für den 59-Jährigen ungewohnt war, schaltete er zu seiner eigenen Erheiterung zunächst prompt das falsche Mikrofon ein. Doch dann dauerte es nicht lange, bis der Gocher die von ihm gewohnte Souveränität wieder gefunden hatte. Denn dass er Vorsitz-Fähigkeiten hat, ist unbestritten. War er doch bis vor kurzem nicht nur Kopf der Fraktion des BürgerForums im Gocher Rat, sondern beruflich als Vorsitzender Richter am Klever Landgericht tätig. Hier war er es, der Zeugen vereidigte, jetzt war es an ihm, gleich zu Beginn der Sitzung selbst die rechte Hand zu heben, um den Amtseid abzulegen.

In Anwesenheit von zahlreichen Besuchern, die sich auf der Empore eingefunden hatten, darunter Knickrehms Schwiegermutter, Ehefrau und eine der beiden Töchter sowie unter anderem Alt-Bürgermeister Willi Vaegs, trat der neue Erste Bürger der Stadt ans Rednerpult. Und hier wurde noch einmal deutlich, dass es sich um einen ganz besonderen Tag für den Rats-Routinier handelte.

Sorgte er vom Platz gegenüber jahrelang mit seinen klar und teils scharf formulierten Redebeiträgen für Aufmerksamkeit, war er Donnerstagabend sichtlich nervös. Die Stimme stockte, hin und wieder holperte er übers Manuskript. Der deutliche Wahlerfolg und die damit verbundenen hohen Erwartungen der Bürger an die kommenden fünf Jahre wurden hörbar. "Ich stehe hier vor Ihnen in einer für mich völlig neuen Rolle", so Knickrehm, der losgelöst vom Text ergänzte: "Und mit weichen Knien".

Aber als er dann auf Ziele und Leitthemen seiner Amtszeit zu sprechen kam, kehrte der Mann der harten Urteile zurück. Oberste Priorität habe "die Konsolidierung des Haushalts. "Dieses Ziel ist nicht von heute auf morgen zu erreichen", konstatierte Knickrehm zwar, aber es sei "alternativlos". "Dies herbeizuführen bedeutet Einschränkungen bei den Ausgaben, und vielleicht - wenn es nicht zu vermeiden ist - auch die Erhöhung von Einnahmen", kündigte er an.

Der Bürgermeister könne zwar "in den engen Grenzen der Gemeindeordnung auch allein entscheiden", doch Knickrehm wolle mit dem Rat, in dem die CDU nach wie vor die größte Fraktion stellt, zusammenarbeiten. Allerdings müsse man sich im Vergleich zum Vorgänger auf "einen Wechsel im persönlichen Arbeitsstil und in der Art, das Amt zu führen und auszufüllen" einstellen. Ein Beispiel dafür sind die im Wahlkampf angekündigten Bürgersprechstunden. Im November sollen sie starten.

Quelle: RP
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