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Goch
Ulrich Knickrehms größter Sieg

Ulrich Knickrehms größter Sieg
Doppelte Siegesfaust: Ulrich Knickrehm und seinen Anhängern war am Sonntag schnell klar, wohin die Reise gehen würde FOTO: Gottfried Evers
Goch. Deutlich setzte sich der Kandidat des Bürgerforums (BFG) in der Stichwahl gegen Heinz van Baal von der CDU durch. Mit 74,56 Prozent der Stimmen (Wahlbeteiligung 39,05 Prozent) wird der 59-Jährige Nachfolger von Karl-Heinz Otto. Von Ludwig Krause

Schon nach Auszählung des ersten Wahlbezirks gab es unter den meisten Beobachtern im Kastell keine Zweifel mehr. Stadtwerke Goch, Kandidat Ulrich Knickrehm (59) erhält 76 Prozent der Stimmen. Entsetztes Kopfschütteln auf der einen Seite, euphorischer Jubel auf der anderen. Das Bild sollte sich den gesamten Sonntagabend über fortsetzen. Bezirk für Bezirk ging an den BFG-Kandidaten, Knickrehm erreichte teilweise Ergebnisse von über 80 Prozent der Wähler. Am Ende leuchtete die Karte des Gocher Stadtgebietes, die den Überblick über die Wahlbezirke gibt, ausschließlich in einer Farbe: blau. Ulrich Knickrehm konnte jeden einzelnen Wahlbezirk für sich entscheiden. Und das in einer dramatischen Eindeutigkeit, auf wohl die nicht einmal die kühnsten Glücksspieler gewettet hätten.

74, 56 Prozent der Wahlberechtigten wollten einen Bürgermeister Ulrich Knickrehm. Nur 25,44 Prozent sahen CDU-Kandidat Heinz van Baal an der Spitze der Verwaltung. Besonders bitter für van Baal: Selbst sein Heimatbezirk Kessel, in dem sich der 61-Jährige seit Jahren ehrenamtlich engagiert, fällt an den politischen Gegner. Dabei hatten es die Kesseler bis zum Ende spannend gemacht. Dort wurde noch gezählt, als die anderen Lokale schon längst zusammenpackten. Dass beide Parteien wie gebannt auf die Leinwand starrten, obwohl die Wahl schon längst entschieden war, zeigte: Der Sieg in Kessel hat symbolischen Charakter. "Mit einem derart eindeutigen Gesamtergebnis hätte ich nicht gerechnet", sagte Heinz van Baal. "Aber das Ergebnis in Kessel ist maßlos enttäuschend für mich. Da werde ich mir meine Gedanken zu machen müssen." Dann aber zeigte sich der CDU-Politiker als fairer Verlierer und gratulierte dem strahlenden Sieger.

Der muss sich unterdessen ganz andere Gedanken machen. Am 21. Oktober ist sein Büro nicht mehr im Landgericht an der Klever Schwanenburg, sondern im Gocher Rathaus.

"Ich bin vollständig überwältigt. Ich glaube, dass das historisch ist", sagte Knickrehm. Er könne sich nicht daran erinnern, dass in Goch jemals ein Bürgermeister mit solch einer Legitimation gewählt worden sei. Dabei meint er wohlgemerkt nur die prozentuale Verteilung zwischen den beiden Kandidaten. Die Wahlbeteiligung sank von eh schon schwachen 43,17 Prozent am 13. September auf 39,05 Prozent am Sonntag. Dazu werden sich aber alle Parteien Gedanken machen müssen.

Trotz schwacher Wahlbeteiligung: Das Bürgerforum hatte angesichts des Ergebnisses dennoch allen Grund zu feiern. Unter den Wählern hat es den eindeutigen Wunsch nach einem Wechsel an der Spitze der Stadt gegeben. "Das ist ein unglaublicher Auftrag, aber auch ganz viel Rückenwind", sagte Knickrehm. Wenn er die Stelle antrete, fange die Arbeit erst richtig an. "Das ist der Startschuss, um den Wechsel zu vollziehen." Für Ulrich Knickrehm geht es jetzt erst einmal in den Urlaub. Die CDU wird sich unterdessen ganz neuen Herausforderungen in der Weberstadt stellen müssen, wie der Parteivorsitzende Josef van de Kamp bereits andeutete. "Wir müssen für die Partei neue Wege und Strukturen schaffen und wir müssen die richtigen Konsequenzen ziehen. Ich übernehme die volle Verantwortung für den Wahlkampf", sagte van de Kamp.

Die größte Niederlage für einen Politiker ist wohl Mitleid vom Gegner. "Dieses Ergebnis hat Heinz van Baal nicht verdient. Zumindest den Ehrenpunkt habe ich ihm gegönnt", sagte BFG-Chef Udo Wennekers und meinte damit das Ergebnis in Kessel. Unterdessen widerstand Knickrehm den Rufen seiner Anhänger, auf die Bühne zu klettern. "Heute bleibe ich auf dem Boden."

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Quelle: RP
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