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Goch
Ultraleicht über Goch

Goch: Ultraleicht über Goch
FOTO: Gottfried Evers
Goch. Die Bedingungen auf dem Asperdener Flugplatz waren einfach perfekt, befanden am Wochenende die Teilnehmer der Deutschen Meisterschaften im Ultraleichtfliegen. In drei Kategorien kämpften die Teams um den Sieg. Von Anja Settnik

goch Die bisher heißesten Tage des Jahres haben sich die Piloten ausgesucht, um auszutesten, wer die derzeit wohl besten Ultraleichtflieger im Lande sind. Schon früh zeigte sich, dass Viktor Wyklicky aus München in der Kategorie "WL2 Weight-Shift Control System, Twoseater" (zweisitzige Trikes und Tragschrauber) wohl nicht zu schlagen sein würde: "Er hat ganz viel Erfahrung und eben auch Talent. Da ist es für Anfänger natürlich ganz schwer, da mitzuhalten", sagte am Samstagmittag Wolfgang Lintl, der Vorsitzende der Bundeskommission Ultraleichtfliegen im Deutschen Aero-Club.

Der Bremer stellt sich nicht mehr selbst dem Wettbewerb, nahm sich aber Zeit, um der Rheinischen Post die verschiedenen Flugzeugtypen zu erläutern. Das macht Sinn, denn für den Laien sind die Gerätschaften, die mit ein oder zwei Piloten an Bord in die Luft steigen, zumindest rätselhaft.

Sonnenschutz im Schatten des Asperdener Towers. FOTO: Evers Gottfried

Da sind zum einen die offenen "Trikes", die ein wenig an hochtechnische Liegeräder mit Drachenflügeln erinnern. Oder an Paraglider, mit denen sie wohl eher verwandt sind. Der Pilot steuert über eine Lenkstange und lässt sich tragen von großen Drachenflächen. Angetrieben wird das Trike von einem unverkleideten Motor, der 65 bis 95 PS leistet - genug, um ein oder zwei Menschen damit eine ganze Weile über den Niederrhein zu fliegen.

Die Menschen an Bord sind immer durch eingebaute Rettungsgeräte - eine Art Fallschirme - gesichert. "Im Notfall sinken die Flugzeuge dann mit den Piloten gemeinsam recht langsam zu Boden", erklärt Lintl. Dann gibt es die "Dreiachser", die üblichen Kleinflugzeugen recht ähnlich sehen, eine Kapsel für den oder die Piloten haben und einen besonders leisen Motor. Mehr als 450 Kilo dürfen sie nicht wiegen, denn "leicht" zu sein ist für alle Arten von Ultraleichtfliegern natürlich die Bedingung. Auch die Helikopter-ähnlichen Tragschrauber, die allerdings wie ein Flugzeug nach vorne weg fliegen, sich nicht etwa in den Himmel schrauben, haben sichtbar nur wenig Gewicht. Ihre langen schmalen Rotoren werden vom Wind angetrieben, hinten gibt es noch einen motorgetriebenen Propeller.

Von einsitzigen Trikes bis Flugzeug-ähnlichen Modellen war alles dabei. FOTO: Evers Gottfried

Drei Fluggerät-Typen, drei Wertungsklassen, insgesamt 26 Zweier-Teams. Die zu bewältigenden Aufgaben sind jedoch die gleichen: "Die Teilnehmer müssen genau auf einem vorher festgelegten Kurs bleiben, und zwar, indem sie Bodenmerkmale mit der Karte vergleichen", erläutert der Wettbewerbsleiter. Am ersten Tag wurden dazu Fotos vom Gelände gemacht. Wer 200 Meter vom Kurs abweicht, bekommt keine Punkte. Ebenso kommt es bei der Ziellandung auf Genauigkeit an. Ein 100-Meter-Landefeld ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt. Könner berühren den Boden fast auf den Meter exakt. Kontrolliert wird das alles vom Boden per GPS. Die Piloten "oben" jedoch müssen auf elektronische Navigationstechnik verzichten.

150 bis 200 Kilometer lang sind die Routen, immer geht's Richtung Münsterland, denn weder der Flughafen Weeze noch die Landesgrenze dürfen tangiert werden. Zudem wird vermieden, über dicht besiedeltes Gebiet zu fliegen - falls mal jemand ungeplant runter muss, wäre das sonst ungünstig.

Die Mitglieder des gastgebenden Vereins LSV Asperden, der für seine Organisation und die zur Verfügung gestellte Anlage sehr gelobt wurde, guckten sich das Treiben bequem unterm Sonnenschirm sitzend an. "Ultraleicht" wird in Goch nur wenig geflogen, "leider", sagt Fluglehrer Heinz Janßen. "Wir würden die Sparte gerne ausbauen." 60 Stunden Theorie, mindestens 30 Flugstunden, dann die Prüfung und hoffentlich die Lizenz - das ist der Weg zum neuen Hobby. Ein Vereins-Leicht-Flugzeug ist vorhanden.

Quelle: RP
 
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