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Goch-Pfalzdorf
Unfall-Schranke verschwindet im Frühjahr

Goch-Pfalzdorf. Zwei Wochen nach dem Unfall am Bahnübergang Kerkhoffstraße in Pfalzdorf hat die DB Netz als zuständiges Unternehmen für die Bahn-Infrastruktur jetzt eine Anfrage der Rheinischen Post schriftlich beantwortet.

Am Montag, 4. Juli, war der Anhänger eines Pkw von einem herannahenden Zug erfasst worden, weil der Fahrer des Gespanns verkehrsbedingt anhalten musste und der Anhänger noch nicht über die Schienen weg war. Die Schranke schloss sich, und der Anhänger verkeilte sich darin. Glücklicherweise wurde niemand verletzt, die Bahnstrecke blieb jedoch stundenlang gesperrt.

Bahnübergänge sind tendenziell immer gefährlich, gerade, wenn sie mit Halbschranken gesichert und von Menschen bedient werden. Vor einigen Jahren war die Technik am Übergang Kerkhoffstraße noch verbessert worden. Die DB Netz bestätigt: "2012 erfolgte eine Erweiterung der technischen Sicherung der vorhandenen Bahnübergangsanlage. Dazu wurde ein technischer Melder an der Bedieneinheit beim Stellwerk Posten 105 ergänzend eingebaut, der den vollständigen Schließvorgang der Schranken zusätzlich bestätigt. Die hier vorhandene Sicherungsart entspricht dem aktuellen Stand der Richtlinien und Gesetze." Dass es dennoch zum Unfall kam, erklärt die Bahn so: "Im konkreten Fall befuhr ein Kombi mit einem hellen flachen Transportanhänger den Bahnübergang aus der Kerkhoffstraße kommend mit der Absicht, unmittelbar hinter dem Bahnübergang nach rechts in die Saalestraße abzubiegen. Obwohl auf Grund der (eingeschränkten, die Red.) Einsichtsmöglichkeit auf den Verkehr der Saalestraße nicht sichergestellt war, den Bahnübergang sofort räumen zu können, befuhr das Gespann den Bahnübergang. Er kam so zu stehen, dass er sich noch im Bereich zwischen den beiden Schranken befand. Zur vorgesehenen Zeit wurde der Bahnübergang durch Herunterlassen der Schrankenbäume ordnungsgemäß geschlossen, der sich zu dieser Zeit noch auf dem Bahnübergang befindliche Transporter wurde vom zuständigen Schrankenwärter jedoch nicht erkannt."

Menschliches Fehlverhalten, vielleicht zu hoch wachsendes Straßengrün, unglückliche Umstände - alles nicht auszuschließen. Deshalb soll "mittelfristig der Bahnübergang Kerkhoffstraße geschlossen werden. Die Abwicklung der Verkehre erfolgt dann über den zeitgleich erneuerten Bahnübergang Hauer Grenzweg, der mit einer vollautomatischen Schrankenanlage ausgerüstet wird. Das notwendige Baurecht wurde Mitte 2015 beantragt und liegt aktuell bei den Genehmigungsbehörden." Die Umsetzung soll im ersten Quartal 2017 erfolgen.

(nik)
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