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Goch
Verlässt Kaufland Komplex am Ring?

Goch: Verlässt Kaufland Komplex am Ring?
FOTO: GOTTFRIED EVERS
Goch. Heute soll der Belegschaft offenbar Näheres mitgeteilt werden: Nach RP-Informationen will das große Lebensmittelgeschäft den Standort Auf dem Wall verlassen. Beschäftigte sind in Unruhe. Von Anja Settnik

"Weihnachten wird harmonisch", ist das aktuelle Kaufland-Magazin überschrieben, und "Kaufland - eine gute Woche" wünschte der hauseigene Werbekanal den Kunden auch gestern. Doch für die Beschäftigten des Gocher Supermarktes zeichnet sich eher keine gute Woche ab, denn für heute soll die Belegschaft zu einer Information zusammengerufen sein. Wie die Rheinische Post erfuhr, geht es um die mögliche Aufgabe des Standorts Auf dem Wall. Mitte 2018, so heißt es aus Kreisen der Mitarbeiter, soll dort Schluss sein. Eine Bestätigung des Unternehmens gab es bis gestern Abend allerdings nicht.

Die Meldung aus Mitarbeiterkreisen hatte sich im Handel ganz schnell herumgesprochen. Selbst Verkäuferinnen anderer Supermärkte diskutierten die mögliche Schließung schon. "Da sind doch eine Menge Mitarbeiter betroffen, ich tippe mal so auf 40", sagt eine Geschäftsfrau, die die Nachricht von einer Betroffenen gehört hatte. In dem Supermarkt selbst sah man den Kassiererinnen den Schrecken an. Jede von ihnen wird sich fragen, wie es für sie bei Kaufland oder anderswo beruflich weitergeht. Auch mancher Kunde schien verunsichert. Die Stadt Goch konnte der RP keine Auskunft geben, Wirtschaftsförderer Rüdiger Wenzel war nicht zu erreichen. Die Beschäftigten der Fachmärkte und Läden in dem Einkaufskomplex hatte der Flurfunk schon erreicht. Wobei alle glauben möchten, dass ihre Geschäfte und damit Arbeitsplätze nicht gefährdet sind. Schließlich wird das Gebäude, das an die Fußgängerzone anschließt und auch über den Südring bestens zu erreichen ist, von der Kundschaft geschätzt. Auch wenn der Komplex kein optisches Highlight darstellt, gibt es keine Leerstände, und die meisten Läden sind schon sehr lange vor Ort. Der Ankermieter Kaufland ist erst der zweite seit Start des Einkaufszentrums. Vor 2003 war dort das niederrheinische Unternehmen "Famila" ansässig.

Eigentlich hatte der Gocher Architekt Völling den Gebäudekomplex mit 5000 Quadratmetern Geschäftsfläche für Allkauf geplant. Doch der Gocher Geschäftsmann, der damals investierte, erlitt wirtschaftlich Schiffbruch, Allkauf kam nicht, stattdessen eröffnete 1996 Famila. Jahrelang stand die oberste Etage des Gebäudes leer, bis Medi-Max die Fläche anmietete. Seitdem gab es keine negativen Schlagzeilen mehr. Außer vielleicht die, dass Leute, die zu lange im Parkhaus parken, ohne dort eingekauft zu haben, ordentlich zur Kasse gebeten werden.

Kaufland nutzt bisher über 20 Jahre alte Geschäftsräume, die nicht mehr den heutigen Vorstellungen entsprechen. Was wird aus den etwa 2000 Quadratmetern? Sucht das Unternehmen jetzt einen neuen Standort? Darauf gab es gestern aus der Neckarsulmer Zentrale noch keine Antwort.

Für ein anderes leerstehendes Supermarkt-Gebäude ist offenbar eine Nachfolgelösung gefunden. Wie die RP erfuhr, wird sich das Handelsunternehmen "Tedi", das günstige Produkte für den Alltag anbietet, im früheren Lidl an der Nordstraße niederlassen. Der Eigentümer der Immobilie, Volkhard Willert-Klasing, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Tedi gibt es noch unter zwei weiteren Adressen in Goch: im Kaufland-Center und auf der Voßstraße.

Im Bereich Supermärkte ist in Goch ohnehin viel in Bewegung. Lidl hat einen hochmodernen Neubau am Nordring bezogen, Aldi wird in den kommenden ein, zwei Jahren gleich zwei neue Märkte eröffnen und dafür den seit langem existierenden Standort an der Gartenstraße aufgeben. Und der abgebrannte Rewe-Markt soll bald wieder aufgebaut werden.

Quelle: RP
 
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